Friedrich-Petri-Straße 5 (Lage): Unterschied zwischen den Versionen
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Das Fachwerkgebäude (abgebrochen 2004) wurde 1985 von Heinrich Stiewe im Auftrag des Ortsvereins Lage im Lippischen Heimatbund aufgemessen und bauhistorisch untersucht.<ref>Zum Folgenden vgl. Heinrich Stiewe: "Alte Burg" und "Freier Hof" in Lage. Zur Bau- und Nutzungsgeschichte eines ungewöhnlichen Fachwerkhauses, in: Heimatland Lippe 85 (1992), S. 242-248.</ref> | Das Fachwerkgebäude (abgebrochen 2004) wurde 1985 von Heinrich Stiewe im Auftrag des Ortsvereins Lage im Lippischen Heimatbund aufgemessen und bauhistorisch untersucht.<ref>Zum Folgenden vgl. Heinrich Stiewe: "Alte Burg" und "Freier Hof" in Lage. Zur Bau- und Nutzungsgeschichte eines ungewöhnlichen Fachwerkhauses, in: Heimatland Lippe 85 (1992), S. 242-248.</ref> | ||
'''Freistehender Fachwerkbau''' von 10 Fachen (11 Gebinden), dendrochronologisch datiert 1618 (d). Schmaler Wandständerbau (Grundfläche: 9,3 x 19,6 m) mit eingehälsten Deckenbalken und Sparrenschwellen (Oberrähmen), darauf ein Sparrendach mit zwei Kehlbalkenlagen und Spitzständern in den Giebeln. Im Wandfachwerk gabe es lange, über die Riegel geblattete Fußstreben (rechte Traufwand). Zweistöckige Giebel, im unteren Stockwerk Fachwerk, oben verbrettert, auf kleinen Stichköpfen | '''Freistehender Fachwerkbau''' von 10 Fachen (11 Gebinden), dendrochronologisch datiert 1618 (d). Schmaler Wandständerbau (Grundfläche: 9,3 x 19,6 m) mit eingehälsten Deckenbalken und Sparrenschwellen (Oberrähmen), darauf ein Sparrendach mit zwei Kehlbalkenlagen und Spitzständern in den Giebeln. Im Wandfachwerk gabe es lange, über die Riegel geblattete Fußstreben (rechte Traufwand). Zweistöckige Giebel, im unteren Stockwerk Fachwerk, oben verbrettert, auf kleinen Stichköpfen vorkragend. Im Vordergiebel waren bauzeitliche Backsteinausfachungen mit Ziermustern erhalten (vgl. Giebelansicht, Rekonstruktion). | ||
Trotz zahlreicher späterer Umbauten und Erweiterungen konnte die '''Bau- und Raumstruktur''' des Ursprungsbaus von 1618 (d) vollständig rekonstruiert werden (vgl. Grundriss, Rekonstruktion): Anstelle der zuletzt vorhandenen Haustür im Vordergiebel (Südost-Giebel) bestand ein großes Dielentor, die breiten Torständer waren noch erhalten. Das Tor führte auf eine hohe, aber nur etwa 4 m breite '''Diele''', die sich in der Mitte des Hauses zu einer großen, vier Fache langen Flettküche erweiterte; dahinter lag ein drei Fach langer, kaminbeheizter Saal. | Trotz zahlreicher späterer Umbauten und Erweiterungen konnte die '''Bau- und Raumstruktur''' des Ursprungsbaus von 1618 (d) vollständig rekonstruiert werden (vgl. Grundriss, Rekonstruktion): Anstelle der zuletzt vorhandenen Haustür im Vordergiebel (Südost-Giebel) bestand ein großes Dielentor, die breiten Torständer waren noch erhalten. Das Tor führte auf eine hohe, aber nur etwa 4 m breite '''Diele''', die sich in der Mitte des Hauses zu einer großen, vier Fache langen Flettküche erweiterte; dahinter lag ein drei Fach langer, kaminbeheizter Saal. | ||