Breite Straße 41 (Lemgo): Unterschied zwischen den Versionen

 
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Nach dem 1817 archivalisch bezeugten Umbau „gab es im darauffolgenden Jahr eine Steuererhöhung von 300 auf 1500 Reichstaler, die bereits auf den Umfang der Baumaßnahme hinweist. Diese bestand aus einer fast vollständigen Abtragung der alten Bausubstanz mit Außnahme der bruchsteinernen Außenwände, insbesondere der nördlichen Traufwand. Das Haus wurde mit einer neuen Fachwerkfassade zur Straße und einem ebenfalls in Fachwerk abgezimmerten Speicherstock versehen und im Inneren räumlich neu gegliedert. Die Straßenfassade wurde mit einem mittigen Dielentor und zusammengerückten Doppelständern gestaltet, die bis ins Giebeldreieck verliefen und zur Einfassung von hochrechteckigen Fenstern dienten. Entsprechend den Gefügemerkmalen des 19. Jahrhunderts wurde auf Geschossvorkragungen in den Brüstungszonen verzichtet. Ständer, Riegel und Fußstreben der Außenwände des Speichergeschosses bestehen aus Eichenholz, während für Deckenbalken und Dachwerk Nadelholz verwendet wurde. Die Balken sind mit Schwellen und Rähmen verkämmt und an den Gebäudeecken mit Gratstichbalken versehen. Zwischen die Dachbalken sind strohumwickelte Wellerhölzer eingeschoben. (...)
Nach dem 1817 archivalisch bezeugten Umbau „gab es im darauffolgenden Jahr eine Steuererhöhung von 300 auf 1500 Reichstaler, die bereits auf den Umfang der Baumaßnahme hinweist. Diese bestand aus einer fast vollständigen Abtragung der alten Bausubstanz mit Außnahme der bruchsteinernen Außenwände, insbesondere der nördlichen Traufwand. Das Haus wurde mit einer neuen Fachwerkfassade zur Straße und einem ebenfalls in Fachwerk abgezimmerten Speicherstock versehen und im Inneren räumlich neu gegliedert. Die Straßenfassade wurde mit einem mittigen Dielentor und zusammengerückten Doppelständern gestaltet, die bis ins Giebeldreieck verliefen und zur Einfassung von hochrechteckigen Fenstern dienten. Entsprechend den Gefügemerkmalen des 19. Jahrhunderts wurde auf Geschossvorkragungen in den Brüstungszonen verzichtet. Ständer, Riegel und Fußstreben der Außenwände des Speichergeschosses bestehen aus Eichenholz, während für Deckenbalken und Dachwerk Nadelholz verwendet wurde. Die Balken sind mit Schwellen und Rähmen verkämmt und an den Gebäudeecken mit Gratstichbalken versehen. Zwischen die Dachbalken sind strohumwickelte Wellerhölzer eingeschoben. (...)


1912 erwarb Kaufmann Wilhelm Hempelmann vom Nachbarhaus Breite Straße 39 das Gebäude und „stellte einen Bauantrag zum Umbau als Wohn- und Geschäftshaus. Die nun erfolgten baulichen Veränderungen sind in der Bauregistratur der Stadt Lemgo mit Grundrissen, Schnitten und Ansichten archiviert und bedeuten einen ebenso umfangreichen Eingriff in die Bau- und Raumstruktur wie der von 1817. So wird die Fachwerkfassade abgebrochen und durch eine Jugendstilfassade aus verputztem Backstein und ornamentalem Dekor ersetzt. Für eine durch die Baubestimmungen vorgeschriebene Raumhöhe von drei Metern bei Wohnräumen wird die 1817 über dem Bruchsteinerdgeschoss des Vorderhauses entfernt und durch eine abgesenkte Stahlträgerkonstruktion ausgetauscht, die im oberen Bereich der Traufwände mit verschraubten Mauerankern gesichert wird. Hinter der Fassade wird ein hohes Ladenlokal geschaffen, dessen neue Decke zwei firstparallele, säulengestützte Stahlträger abfangen. Der Eingang zu den Räumen im Obergeschoss wird an die südliche Traufwand verlegt, für den die Bruchsteinwand des Kernbaus aufgebrochen und ein Treppenhaus bis ins Dachgeschoss geführt wird (...)“<ref>Michael Sprenger: Bauhistorische Dokumentation Lemgo, Breite Straße 41, Dörentrup-Schwelentrup 2024</ref>
1912 erwarb Kaufmann Wilhelm Hempelmann vom Nachbarhaus Breite Straße 39 das Gebäude und „stellte einen Bauantrag zum Umbau als Wohn- und Geschäftshaus. Die nun erfolgten baulichen Veränderungen sind in der Bauregistratur der Stadt Lemgo mit Grundrissen, Schnitten und Ansichten archiviert und bedeuten einen ebenso umfangreichen Eingriff in die Bau- und Raumstruktur wie der von 1817. So wird die Fachwerkfassade abgebrochen und durch eine Jugendstilfassade aus verputztem Backstein und ornamentalem Dekor ersetzt. Für eine durch die Baubestimmungen vorgeschriebene Raumhöhe von drei Metern bei Wohnräumen wird die Nadelholzdecke von 1817 über dem Bruchsteinerdgeschoss des Vorderhauses entfernt und durch eine abgesenkte Stahlträgerkonstruktion ausgetauscht, die im oberen Bereich der Traufwände mit verschraubten Mauerankern gesichert wird. Hinter der Fassade wird ein hohes Ladenlokal geschaffen, dessen neue Decke zwei firstparallele, säulengestützte Stahlträger abfangen. Der Eingang zu den Räumen im Obergeschoss wird an die südliche Traufwand verlegt, für den die Bruchsteinwand des Kernbaus aufgebrochen und ein Treppenhaus bis ins Dachgeschoss geführt wird (...)“<ref>Michael Sprenger: Bauhistorische Dokumentation Lemgo, Breite Straße 41, Dörentrup-Schwelentrup 2024</ref>


==Inschriften==
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