Brüntruper Straße 4 (Cappel): Unterschied zwischen den Versionen

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==Geschichte==
==Geschichte==
[[Datei:Cappel, ev.-ref. Kriche.jpg|mini|Cappel, ev.-ref. Kirche, Ansicht von Süden. wwww.kirche-cappel-istrup.de]]
[[Datei:Cappel, ev.-ref. Kriche.jpg|mini|Cappel, ev.-ref. Kirche, Ansicht von Süden. wwww.kirche-cappel-istrup.de]]
[[Datei: Kirche in Cappel.jpg | thumb | Kirche in Cappel. Foto: L. Kaup 2011]]
[[Datei: Kirche in Cappel.jpg | thumb | Kirche in Cappel. <br />Foto: L. Kaup 2011]]
[[Datei: Blomberg - 2015-07-12 - Kirche Cappel (01)-Pano.jpg|thumb|Cappel, ev.-ref. Kirche, Ansicht von Norden, 2015. Foto: Tsungam]]
[[Datei: Blomberg - 2015-07-12 - Kirche Cappel (01)-Pano.jpg|thumb|Cappel, ev.-ref. Kirche, Ansicht von Norden, 2015. <br />Foto: Tsungam]]
[[Datei:Bruno Wittenstein, Lippischer Landtag zu Cappel Treffpunkt Teiwes.jpg|mini|Bruno Wittenstein (1876-1968), Lippischer Landtag unter der Linde zu Cappel. Wandgemälde im lippischen Landtag (heute Landgericht) in Detmold, 1916-1919. Das bekannte Historiengemälde zeigt nicht den Landtag von 1538, auf dem die Einführung der Reformation in Lippe beschlossen wurde, sondern einen Landtag zur Zeit des Grafen Simon VI. zur Lippe (reg. 1579-1613). Foto: www.treffpunkt-teiwes.de]]
[[Datei:Bruno Wittenstein, Lippischer Landtag zu Cappel Treffpunkt Teiwes.jpg|mini|Bruno Wittenstein (1876-1968), Lippischer Landtag unter der Linde zu Cappel. Wandgemälde im lippischen Landtag (heute Landgericht) in Detmold, 1916-1919. Das bekannte Historiengemälde zeigt nicht den Landtag von 1538, auf dem die Einführung der Reformation in Lippe beschlossen wurde, sondern einen Landtag zur Zeit des Grafen Simon VI. zur Lippe (reg. 1579-1613). Foto: www.treffpunkt-teiwes.de]]


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==Gebäude==
==Gebäude==
[[Datei:Cappel, ev.-ref. Kirche, Querschnitt Turm und Grundriss.jpg|mini|Cappel, Kirche, Querschnitt Turm und Grundriss. LWL-Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur in Westfalen, Planarchiv.]]
[[Datei:Cappel, ev.-ref. Kirche, Querschnitt Turm und Grundriss.jpg|mini|Cappel, Kirche, Querschnitt Turm und Grundriss. LWL-Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur in Westfalen, Planarchiv.]]
[[File:Blomberg - 2015-07-12 - Kirche Cappel, Innenraum-2.jpg|mini|Kirche in Cappel, Blick von der Ostempore in den Innenraum, 2015. Foto: Wikimedia, Tsungam]]
[[File:Blomberg - 2015-07-12 - Kirche Cappel, Innenraum-2.jpg|mini|Kirche in Cappel, Blick von der Ostempore in den Innenraum, 2015. <br />Foto: Wikimedia, Tsungam]]
[[Datei: Kirche in Cappel, Innenraum.jpg | thumb | Kirche in Cappel, Innenraum mit Kanzel. Foto: L. Kaup 2011]]
[[Datei: Kirche in Cappel, Innenraum.jpg | thumb | Kirche in Cappel, Innenraum mit Kanzel. <br />Foto: L. Kaup 2011]]
[[Datei: Kirche in Cappel, innen.jpg | thumb | Kirche in Cappel, östliche Empore. Foto: L. Kaup 2011]]
[[Datei: Kirche in Cappel, innen.jpg | thumb | Kirche in Cappel, östliche Empore. <br />Foto: L. Kaup 2011]]


Einziger Kirchenbau des Klassizismus in Lippe, erbaut 1828 nach Entwurf des Bückeburger Landbaumeisters Heinrich Julius Weissich (1794–1837). Rechteckiger protestantischer Predigtsaal mit seitlichen Emporen auf dorischen Säulen, Kanzel und Abendmahlstisch in der Mitte der Nordseite.
Einziger Kirchenbau des Klassizismus in Lippe, erbaut 1828 nach Entwurf des Bückeburger Landbaumeisters Heinrich Julius Weissich (1794–1837). Rechteckiger protestantischer Predigtsaal mit seitlichen Emporen auf dorischen Säulen, Kanzel und Abendmahlstisch in der Mitte der Nordseite.
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===Orgel===
===Orgel===


[[File:Blomberg - 2015-07-12 - Kirche Cappel, Orgel (02).jpg|mini|Kirche in Cappel, Orgel, 2015. Foto: Wikimedia, Tsungam]]
[[File:Blomberg - 2015-07-12 - Kirche Cappel, Orgel (02).jpg|mini|Kirche in Cappel, Orgel, 2015. <br />Foto: Wikimedia, Tsungam]]
In der Cappeler Kirche gab es bereits um 1600 eine Orgel, eine Besonderheit in Lippe. Nach der Zerstörung und dem Wiederaufbau 1636 erhielt sie 1672 ein neues Instrument. 1795 wurde für die Detmolder Erlöserkirche eine Orgel des Orgelbauers Johann-Markus Oestreich angeschafft. Offenbar war der Detmolder Kantor Anton Heinrich Pustkuchen von dieser derart beeindruckt, dass er bei Oestreich drei weitere Orgeln mit jeweils 18 Registern in Auftrag gab, die in der lutherischen Kirche in Detmold (1805), in Cappel (1807) und in Schwalenberg (1814) aufgestellt wurden.<ref>Wagner, Orgeln in Lippe, 2008, S. 56.</ref> Beim Kircheneinsturz 1827 wurde die Orgel schwer beschädigt und für 385 Taler repariert. Sie genügte aber schon bald nicht mehr den Ansprüchen der Gemeinde und erhielt vom Paderborner Orgelbaumeister August Randebrock eine vernichtende Beurteilung.<ref>Ulrichs, 150 Jahre Kirche in Cappel, 1979, S. 23.</ref>
In der Cappeler Kirche gab es bereits um 1600 eine Orgel, eine Besonderheit in Lippe. Nach der Zerstörung und dem Wiederaufbau 1636 erhielt sie 1672 ein neues Instrument. 1795 wurde für die Detmolder Erlöserkirche eine Orgel des Orgelbauers Johann-Markus Oestreich angeschafft. Offenbar war der Detmolder Kantor Anton Heinrich Pustkuchen von dieser derart beeindruckt, dass er bei Oestreich drei weitere Orgeln mit jeweils 18 Registern in Auftrag gab, die in der lutherischen Kirche in Detmold (1805), in Cappel (1807) und in Schwalenberg (1814) aufgestellt wurden.<ref>Wagner, Orgeln in Lippe, 2008, S. 56.</ref> Beim Kircheneinsturz 1827 wurde die Orgel schwer beschädigt und für 385 Taler repariert. Sie genügte aber schon bald nicht mehr den Ansprüchen der Gemeinde und erhielt vom Paderborner Orgelbaumeister August Randebrock eine vernichtende Beurteilung.<ref>Ulrichs, 150 Jahre Kirche in Cappel, 1979, S. 23.</ref>


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Die Uhrglocke aus dem Jahr 1838 fiel unter die Kriegsabgabe 1942, wurde am 6.9.1949 von der Sammelstelle Lünen zurückgegeben und befindet sich außen am Turm.<ref Name="GlockenLippe" />
Die Uhrglocke aus dem Jahr 1838 fiel unter die Kriegsabgabe 1942, wurde am 6.9.1949 von der Sammelstelle Lünen zurückgegeben und befindet sich außen am Turm.<ref Name="GlockenLippe" />


[[File:Glocke-Glaube-Cappel-1924.jpg|mini|Gusstahlglocken von 1924. Foto: Wikimedia, HaChri 2023]]
[[File:Glocke-Glaube-Cappel-1924.jpg|mini|Gusstahlglocken von 1924. <br />Foto: Wikimedia, HaChri 2023]]
Die drei Bronzeglocken wurden im Ersten Weltkrieg eingeschmolzen. Als Ersatz für die großen Glocken erhielt die Kirche 1924 drei Gussstahlglocken der Firma Weule, Bockenem am Harz. Sie tragen die Inschriften "Glaube", "Hoffnung" und "Liebe". Weiterhin gibt es außen am Turm eine Viertelstundenglocke. Diese Stundenglocke wurde nach dem Krieg auf dem Hamburger "Glockenfriedhof" aufgefunden und konnte zurückgeführt werden.  
Die drei Bronzeglocken wurden im Ersten Weltkrieg eingeschmolzen. Als Ersatz für die großen Glocken erhielt die Kirche 1924 drei Gussstahlglocken der Firma Weule, Bockenem am Harz. Sie tragen die Inschriften "Glaube", "Hoffnung" und "Liebe". Weiterhin gibt es außen am Turm eine Viertelstundenglocke. Diese Stundenglocke wurde nach dem Krieg auf dem Hamburger "Glockenfriedhof" aufgefunden und konnte zurückgeführt werden.  


[[Datei:Cappel, neue Bronzeglocken 2023.jpg|mini|Cappel, neue Bronzeglocken, 2023. www.kirche-cappel-istrup,de]]
[[Datei:Cappel, neue Bronzeglocken 2023.jpg|mini|Cappel, neue Bronzeglocken, 2023. <br />www.kirche-cappel-istrup.de]]
[[Datei:Cappel, Gussstahlglocken.jpg|mini|Die Gussstahlglocken von 1921 und 1924, 2026.]]
2023 wurden die alten Gussstahlglocken wegen Alterungsschäden durch drei neue Bronzeglocken ersetzt, die von der Glockengießerei Bachert in Neunkirchen/Baden gegossen wurden. Ihre Namen gehen auf ein Schriftwort im zweiten Brief des Paulus an Timotheus zurück: „Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der KRAFT, der LIEBE und der BESONNENHEIT“ (2. Timotheus 1,7 LUT).[7]
2023 wurden die alten Gussstahlglocken wegen Alterungsschäden durch drei neue Bronzeglocken ersetzt, die von der Glockengießerei Bachert in Neunkirchen/Baden gegossen wurden. Ihre Namen gehen auf ein Schriftwort im zweiten Brief des Paulus an Timotheus zurück: „Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der KRAFT, der LIEBE und der BESONNENHEIT“ (2. Timotheus 1,7 LUT).[7]