Schlossplatz 1 (Detmold): Unterschied zwischen den Versionen

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Lisa Bergann (Diskussion | Beiträge)
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==Geschichte==
==Geschichte==
Das Fürstliche Residenzschloss bildet mit seiner Vorplatzanlage und dem heute noch zu großen Teilen erhaltenen Wassergraben die historische Keimzelle der Stadt und macht einen umfassenden Anteil der Altstadtfläche aus. Das Residenzschloss ist nicht nur eines der bedeutendsten Baudenkmale in Detmold, sonder mitsamt seinen Vorplatzanlagen und sämtlicher Innenarchitektur und -ausstattung ein Denkmal von nationalem Rang.
Detmold war die letzte Stadtgründung der Edlen Herren zur Lippe. Vermutlich wurde die Stadt in den frühen 1260er-Jahren von Bernhard III. gegründet. Die Gründung der Stadt erschloss Bernhard III. mutmaßlich eine bereits Ende des 12./Anfang des 13. Jahrhunderts errichtete Burganlage. Dieses sogenannte „fest Haus“ wurde jedoch erstmals 1366 schriftlich erwähnt. Erhalten blieben von dieser ersten Detmolder Burg die unteren Geschosse des Bergfrieds, die im heutigen Schlossturm stecken. Allerdings wurden beim Ausbau zum Schloss große Fenster eingebaut, die im Mittelalter nicht vorhanden waren. Auch die Außenmauern des ehemaligen Wohngebäudes blieben erhalten. Sie wurden in das Schloss integriert und befinden sich in der Nordwestecke. Als feste Residenz diente die mittelalterliche Burg noch nicht. In der Zeit der Abwesenheit der Edlen Herren, was überwiegend der Fall war, wurde die Burg von Burgmannen verwaltet und in Stand gehalten.
Im Zuge der Soester Fehde 1447 erlebte die Burg schließlich ihre erste große Veränderung. Die Burg wurde kampflos verlassen, und Geldzahlungen, um den Herrschaftssitz vor Plünderung zu schonen, konnten durch Bernhard VII. nicht geleistet werden. Entsprechend plünderten und beschädigten die Söldner des gegnerischen Erzbischofs von Köln die Detmolder Burg. Gänzlich verstört wurde die Anlage indes nicht, leichtfertig entfachte Feuer in Burg und Marktkirche zerstörten jedoch Teile der Bausubstanz.
Nach Beendigung der Soester Fehde begann Edelherr Bernhard VII. mit dem Wideraufbau und Ausbau nach den neuesten repräsentativen Standards.
Residenzschloss wird auch als „Perle der Weserrenaissance“ bezeichnet. Der Umbau von der Burganlage bis zur repräsentativen Vierflügelanlage erstreckte sich über eine längere Bauphase, die maßgeblich unter dem eigenständigen Herrschaftsantritt Bernhards VIII. Fahrt aufnahm. 1547/48 begann Bernhard VIII. mit dem Neubau des Schlosses. Auch das kostete zwar viel Geld, aber er bewies damit, dass die vergleichsweise kleine Grafschaft noch Kraft hatte und er selbst ein ernstzunehmender Landesherr war. Gleichzeitig diente das neue Schloss auch als Sitz der Verwaltung, es war also kein Luxusobjekt des Grafen, sondern diente der Entwicklung des Landes. Trotz aller Krisen der Zeit herrschte auch eine besondere Aufbruchsstimmung, man strebte etwas Neuem entgegen. Das wurde auch durch den Schlossbau unterstrichen, der im Stil der Weserrenaissance ebenfalls etwas ganz Neuartiges darstellte.
Die Weserrenaissance entwickelte sich nördlich der Alpen mit einem Schwerpunkt im norddeutschen Raum. Der Begriff Weserrenaissance ist heute umstritten, da sich die architektonischen Charakteristika, mit der Bauhistoriker den Stil im 19. und 20. Jahrhundert beschrieben, auch in norddeutschen Renaissancebauten jenseits des Einzugsgebietes der Weser finden lassen, etwa dem sächsischen Raum, den Niederlanden und Flandern etc. Die Einflüsse der klassischen italienischen Renaissance, die mit ihrem sukzessiven Einfluss über die Alpen in den Süden des deutschsprachigen Raums aber auch die Weserrenaissance beeinflusste, ist hierbei unbestreitbar. Der Begriff stammt aus dem 19. Jahrhundert, in dem auch die kulturhistorische Kunstgeschichte und Bauforschung nach regionalen und nationalen Abgrenzungen gegenüber internationalen Einflüssen strebte. Daher wurde der regionsbezogene Begriff fälschlicherweise als ganzer Kunstepochenbegriff etabliert.
Die spätmittelalterliche Burg entsprach Mitte des 16. Jahrhunderts nicht mehr den repräsentativen Standards. Also ließ Bernhard VIII. den Umbau der Burganlage beginnen, nachdem er seine Herrschaft eigenständig angetreten hatte. Ziel war es, das Gebäudeensemble der Burg zu einem zusammenhängenden Vierflügel-Bau umzugestalten. Da also einzelne Gebäude der Burg in den Bau des Schlosses integriert wurden galt es für die Baumeister, den Bau an die Gegebenheiten anzupassen. Es mussten Geschosshöhen angepasst werden. Zudem wurde der Nordflügel, einer der beiden Langflügel, konisch zulaufend gestaltet, weil die beiden mittelalterlichen Wohntürme, die er miteinander verband, nicht in Achse zueinander standen. Der ehemalige Bergfried wurde in den Neubau integriert. Er erhielt ein helmförmiges Dach, das durch die vier Dacherker, die vier Gauben für die Turmuhren und die vier freihängenden Glocken durchbrochen wird. Sowohl Uhren als auch Glocken funktionieren noch immer und geben den Detmoldern regelmäßig die Uhrzeiten an.
Als Leiter des Projektes verpflichtete Bernhard den vermutlich aus Mansfeld stammenden Baumeister Jörg Unkair. Unkair war bereits in Neuhaus, Schelenburg, Stadthagen und Petershagen als Baumeister in Erscheinung getreten. Die Arbeiten am Detmolder Schloss sollten sein letztes Projekt darstellen, er verstarb unter den Baumaßnahmen. Nach dem Tod Unkairs übernahm Cord Tönnis 1553 die Bauleitung. Er arbeitete noch bis 1557 am Detmolder Schloss, ehe er sich einem neuen Projekt in Horn zuwandte. Auch wenn ab dem 17. Jahrhundert noch einmal Veränderungen am Bau vorgenommen wurden, scheint 1557 die Vierflügelanlage in einem nutzbaren Zustand gewesen sein, denn Bernhard residierte mit seiner Gemahlin bis zu seinem Tod dort. Seine Witwe verließ das Schloss nicht und auch Simon VI. verbrachte die ersten Jahre seiner Herrschaft in Detmold.
In der Herrschaftszeit Simons VI. verlagerte sich die primäre Hofhaltung nach Lemgo, weshalb der Bau erst unter Simon VII. zwischen 1619 und 1621 vollends fertiggestellt wurde. Zeugnisse hierfür sind insbesondere die Türportale im Innenhof am Nordflügel. Eine geschlossene Vierflügelanlage mit einem profan genutzten Westflügel, hier war ein Brau- und Backhaus untergebracht, existierte also spätestens im frühen 17. Jahrhundert.
Das Schloss umfasste drei Vollgeschosse, ein Mansardgeschoss und den Dachboden. Hierbei sind an der Ostfassade vier Erker verbaut worden, die sich über die drei Vollgeschosse hinaus als viergeschossige Bauten bis in das Mansardgeschoss erstrecken. Unterkellert ist das Schloss nur in Ansätzen im Westflügel.
Anhand der noch erhaltenen Schaufassade lässt sich erkennen, wie das Schloss nach seiner Fertigstellung ausgesehen haben dürfte. Markantestes architektonisches Element der Renaissancebauten waren die Welschen Giebel und die Erker, die vorgesprungen vor den Außenwänden des Schlosses angesetzt wurden. Diese halbkreisförmigen Giebel sind am Detmolder Residenzschloss an den älteren, von Jörg Unkair ausgefertigten Elementen in einfacher Rundform ausgeprägt.
Cord Tönnis, der sich dem moderneren Renaissancestil angenommen hatte, fertigte die Welschen Giebel in Dreiergruppen aus. So erscheinen die in der Bauphase ab 1553 errichteten Giebel komplexer. Im Innenhof sind nur Giebel von Tönnies in dreibogiger Ausführung zu sehen. Sie wurden achsenbündig mit den Giebeln an der Außenseite angelegt.
Außerdem verzierten beide Baumeister die Fassaden zur Innen- und Außenseite mit figuralem Schmuckwerk. Auf dem breiteren, links der Toreinfahrt gelegenen Giebel setzte Tönnis zwei Figuren um. Eine weibliche Figur und eine bärtige männliche Figur mit Krone und Zepter. Diese figürlichen Darstellungen spiegeln sich auch auf der Innenseite.
Beide Baumeister arbeiteten mit Reliefverzierungen an den Pilastern der Fensterstürze. Hierbei unterscheiden sich die von Unkair verwendeten Reliefs deutlich von Tönnis. Tönnis, der deutlich mehr Schaffenszeit am Detmolder Schloss nutzen konnte, setzte dabei mehr Schmuckwerk um als ein Vorgänger. Von ihm stammen auch die floral gestalteten Zierpilaster am linken Giebel am Erdgeschoss, bekrönt von ursprünglich zwei figürlichen Darstellungen. Diese Zierpilaster schmücken unter anderem Lippische Rose und Sternberger Stern.
Im abschließenden äußeren Erker setzte sich der Baumeister sein eigenes Denkmal. Unterhalb der Fensterreihe des ersten Obergeschosses verewigte er sein Steinmetzzeichen, eingefangen von einer Wappenkartusche.
Doch auch der Bauherr Bernhard VIII. wurde prominent in Szene gesetzt. Über dem dem Innenhof zugewandten Türportal im Ostflügel fertigte Tönnis ein aufwendiges Sandsteinrelief, dass Bernhard VIII. detailliert porträtiert.
Im Innenhof wurden Treppentürme mit Wendeltreppen angelegt, um alle Geschosse des Schlosses erreichen zu können. Als erstes wurde unter Unkair der Turm in der Nordecke des Schlosses fertiggestellt. Als einziger der vier innen liegenden Treppentürme ist er sechseckig angelegt worden, die später ergänzten Türme haben einen viereckigen Grundriss. Zudem gestaltete Unkair den Gewändestein des Treppenturms als Baumstamm mit Ästen, der sich vom Erd- bis in das Mansardgeschoss erstreckte. Cord Tönnis verzichtete dagegen auf eine künstlerische Gestaltung der beiden unter ihm angelegten Treppentürme in der Ost- und der Westecke. Der Treppenturm in der Südecke des Schlosses wurde erst im Barock ergänzt. Neben dem Türrelief finden sich mehrere Wappen- oder Jahressteine, die Auskunft über die Fertigstellung einzelner Bauabschnitte oder das beauftragende Herrscherpaar geben.
In der Innenhofseite ist als besonders markantes Element der eingeschossige Steingang erhalten, der von Jörg Unkair geplant und im Bau begonnen wurde. Durch den unerwarteten Tod des Baumeisters 1553 wurde der Steingang von Cord Tönnis in abgewandelter Form fertiggestellt. Eine unvollendete Treppe im Nordturm lässt nämlich vermuten, dass Unkair den Steingang ursprünglich als zweigeschossiges Element geplant hatte. Die vier Treppenstufen, die in den oberen Gang führen sollten, enden heute vor einer Außenwand. Als Schmuckwerk wurden am Steingang eine figürliche Justitia als Herrschaftsallegorie und die Wappen der weiblichen Vorfahren des Bauherrenpaares Bernhard VIII. und Katharina von Waldeck angebracht. Wäre es zur geplanten doppelgeschossigen Ausführung gekommen, muss der Plan gewesen sein, den oberen Steingang mit der männlichen Genealogie zu zieren. Im Inneren zeigt sich der Steingang noch relativ ursprünglich. Die Gestaltung wurde unter Cord Tönnis vorgenommen. Er stattete den Gang mit einem Kreuzrippengewölbe aus. Die neun Schlusssteine zieren unterschiedliche Motivreliefs. Unter anderem sind die Lippische Rose, der Waldecker Stern, ein männliches und ein weibliches Brustbild, aber auch ein Dudelsack spielender Esel zu sehen. Die Pilastersäulen sowohl an der Wand- als auch auf der Fensterseite zieren unterschiedlich gestaltete Konsolen und Kapitelle.
Mit dem Bau des Renaissanceschlosses begannen auch umfassende Arbeiten an der Außenanlage. Die mittelalterliche Burg war von einem Burggraben und einer Holzpalisade umgeben. Ab 1550 wurde auch diese Anlage verstärkt. Der Burggraben maß ursprünglich zu allen vier Seiten eine Breite von 35 Metern. Durch die Anlegung von Terrassen an der Wasserseite wurde diese Breite um gut ein Drittel verringert. Die Bastionsmauer, die das Schloss zu allen Seiten umgab, war mit vier Rondellen zu jeder Himmelsrichtung versehen worden. Diese waren mit Kanonen ausgestattet, um das Schloss verteidigen zu können. Dazu befanden sich in der Bastionsmauer Schießscharten.
An der Ostseite befand sich die einzig durchlässige Stelle der Bastionsmauer. Um den Zugang zum Schloss zu ermöglich, war hier eine Zugbrücke eingebaut worden. Im Durchlass der Bastionsmauer war ein Quartier für die Schlosswache untergebracht. Dieses Quartier, das sogenannte Wallgemach, wurde im 17. Jahrhundert zu einem zweigeschossigen Bau erweitert. Zudem grenzte ein kleiner Brückenbau Richtung Schloss an, der die Zugbrücke mit dem Außenbau verband. Auf diesem Brückenbau befand sich außenseitig ein weiterer kleiner, lediglich eingeschossiger Bau mit einem kleinen Mansarddach. Ein Kupferstich von Elias van Lennep aus dem Jahr 1665 zeigt das Residenzschloss als fertigen Vierflügelbau vor seiner Barock-Modernisierung. Deutlich sichtbar sind die Zwerchgiebel, die sich bis 1673 sowohl im Innenhof als auch außenseitig über alle Flügel des Schlosses erstreckten. Die äußeren Veränderungen zeichneten sich insbesondere durch den Abbruch der Giebel und größtenteils auch des weiteren Schmuckwerks aus.
Gegen Ende des 17. Jahrhunderts machten sich auch in Detmold die aus Frankreich und dem Süden des Heiligen Römischen Reiches stammenden Einflüsse des Barocks bemerkbar. Gerade der prächtige Hof des französischen Sonnenkönigs Ludwig XIV. in Versailles setzte neue Maßstäbe in Fragen der repräsentativen Ausstattung an die Residenzen des Adels.  Mit fortschreitender Zeit wurde insbesondere in den herrschaftlichen Residenzen eine Synthese aus Gebäudehülle und einer künstlerischen Ausstattung der jeweiligen Räume und Appartements gefunden. Dabei war die Gestaltung dem jeweiligen Zweck untergeordnet, persönliche Vorlieben spielten nur eine nachrangige Rolle. Zu keinem anderen Zeitpunkt war der Begriff des Gesamtkunstwerks in Bezug auf eine herrschaftliche Residenz so passend wie zur Zeit des Barock.
Anders als in den wohlhabenderen Territorien gab es in Detmold keine Möglichkeit, das bestehende Renaissanceschloss abzutragen und durch einen modernen, absolut den Regeln des Barock entsprechenden Neubau zu ersetzen. Stattdessen machten sich die Landesherren, beginnend mit Simon Henrich und seiner Gemahlin Amalie von Dohna, ab ca. 1673 daran, den bestehenden Bau zu erweitern und zu modernisieren. Zu einer Hochphase der Bautätigkeit kam es unter der Herrschaft des Grafen Friedrich Adolf und seiner zweiten Gemahlin Amalie von Solms-Hohensolms, sowie dessen Nachfolger Simon Henrich Adolf. Er hinterließ mit seiner Gemahlin Johannette Wilhelmine besonders in den Innenbereichen des Schlosses dauerhafte Spuren.
In der Phase der Barockisierung wurden am Detmolder Residenzschloss sowohl im Inneren als auch dem Äußeren des Schlosses größere Änderungen vorgenommen. Die geschlossene Vierflügelanlage war zwar bereits im 17. Jahrhundert vervollständigt worden, doch gerade der Westflügel, der noch heute als barockes Hauptelement betrachtet werden kann, bot die meisten Ansatzpunkte für einen Ausbau. Der hier primär profan genutzte Vorgängerbau wurde durch den heute sichtbaren, die beiden Langflügel bündig miteinander verbindenden Bau ersetzt. Hierfür wurde der Lemgoer Baumeister Hermann Arndt verpflichtet. In dieser Bauphase entstand auch der Treppenturm an der Ecke zwischen Süd- und Südwestflügel, der als einziger aller Treppentürme über kein Renaissanceportal verfügt.
In der Mitte des neu errichteten Westflügels wurde Ende des 17. Jahrhunderts ein klassizistischer Giebel als einziges dekoratives Element angebracht. Ihn ziert eine als Akanthusgirlande gestaltete genealogische Wappenfolge, die die weiblichen Vorfahren des Grafen Simon Henrich auf der einen und die seiner Gemahlin Amalie von Dohna auf der anderen Seite darstellt. Das Wappen der Gräfin im Zentrum ziert eine Ordenskette mit Ordensbesatz. Die mit einem Gesicht dargestellte Sonne war der sogenannte Orden der „Sklavinnen der Tugend“.
Die größten Veränderungen am Detmolder Residenzschloss fanden in der Zeit des Barocks im Inneren des Schlosses statt. Dabei haben insbesondere Friedrich Adolf mit seiner zweiten Gemahlin Amalie von Solms-Hohensolms und Simon Henrich Adolf mit Johannette Wilhelmine von Nassau-Idstein noch heute sichtbare Spuren hinterlassen. Friedrich Adolph und Amalie von Solms-Hohensolms ließen die Räume nach den repräsentativen Maximen des 18. Jahrhunderts ausstatten. Gerade im Roten Saal und den Königszimmern sind die Ausstattungen teilweise noch zu erkennen, an anderer Stelle verschwanden sie im Zuge späterer Modernisierungen. An der Stelle des heutigen Ahnensaals war ein barocker Festsaal eingerichtet worden. Er enthielt eine Stuckdecke, zwischen den Fensternischen Ahnenporträts und sowohl an der nach Nordost ausgerichteten Wand zum heutigen Roten Saal als auch an der nach Nordwest ausgerichteten Wand zum heutigen Elisabethsaal einen Kamin. Jetzt ist nur noch der Kamin an der Nordostwand in einer um 1882 ergänzten Ausstattung erhalten.
Simon Henrich Adolf und Johannette Wilhelmine haben weitere Spuren des Barocks hinterlassen. Sie ließen in der „belle etage“ des Südflügels neue Böden à la mode in grafischen Mustern verlegen und Stuckaturen anbringen. Außerdem modernisierten sie die drei abschließenden Kabinette der Königszimmer, die heute Jagdzimmer und Porzellankabinette darstellen. In diesen Räumen war schon zurzeit der Regentschaft Johannette Wilhelmines unter anderem ein Porzellankabinett eingerichtet. Wie die anderen beiden Kabinette eingerichtet waren, lässt sich den historischen Quellen nicht entnehmen. Dieses Herrscherpaar ist besonders durch die prägnante Verwendung von gemeinschaftlichen Monogrammen und Wappen in Erscheinung getreten. Mitte des 18. Jahrhunderts existierten im Detmolder Residenzschloss drei Audienzappartements. Zwei dieser Zimmerfluchten waren als einfache Raumfolgen, eine als Appartement doublé eingerichtet. Hierbei weist die Raumfolge eine zweiraumtiefe Gestaltung auf. Es finden sich also beidseitig der Wände von der Herrschaft nutzbare Räume. Die meisten Appartements waren im Detmolder Schloss jedoch als einraumtiefe Appartements gestaltet. Lediglich im Südflügel wurde ein einziges Mal diese besondere Idee französischer Architektur aufgegriffen.
Eine nach Geschlechtern getrennte und unterschiedliche Ausstattung an Audienzappartements des Landesherrn und seiner Gemahlin waren in der Vormoderne üblich, da beide Partner des Herrschaftspaares in unterschiedlichen Angelegenheiten Audienz hielten. Also waren die Raumfolgen im Ostflügel der Nutzung durch die Gräfin, die im Westflügel durch den Grafen vorbehalten.
Die letzte bedeutende Bauphase im Detmolder Schloss vollzog sich in der Zeit des Historismus. An der Außenanlage fanden indes keine großen bautechnischen Veränderungen statt, lediglich gestalterisch veränderte der Schlosspark noch einmal im 19. und 20. Jahrhundert seine Erscheinung. Bereits seit den 1820er-Jahren waren die strengen barocken Raumfolgen im Inneren des Schlosses zusehends anderen Funktionen zugeführt worden, es wurden keine vollumfänglichen Audienzappartements mehr für die alltägliche Hofhaltung benötigt. Zudem trug die außergewöhnliche Zurückgezogenheit des ab 1820 herrschenden Fürstenpaares Leopold II. und Emilie dazu, dass das Residenzschloss kaum noch als Ort der politischen Bühne genutzt wurde. Erst mit dem Herrscherwechsel auf Leopold III. 1851 kehrte der politisch tonangebende Charakter des Residenzschlosses zurück.
Zwischen 1837 und 1840 fand nichtsdestotrotz eine größere Umbaumaßnahme im Schloss statt, die vorwiegend die Räume der Beletage nachhaltig prägte. Im Ostflügel ließen Leopold II. und Emilie im den ehemaligen Audienzbereich der Herrscherin und die Strukturen der weiblichen Hofhaltung gänzlich auflösen. Stattdessen zogen an dieser Stelle privat genutzte Räume ein. Außerdem wurde mit der Schaffung des Roten Saals ein Bereich für repräsentative Empfänge geschaffen. Denn auch wenn sich das Fürstenpaar aus der Öffentlichkeit größtenteils zurückzog: Gänzlich ohne Repräsentation kam das Fürstenhaus nicht aus.
Im langen Nordflügel wurde die ursprünglich zum Innenhof angelegte Raumfolge, die hinter dem Festsaal lag, auf die Gartenseite verlegt. Dadurch entstand der heutige Saalgang.
Es entstanden der ab 1905 so benannte Elisabethsaal und das Empire-Wohnzimmer, das Schlafzimmer und das spätere Gobelinzimmer, ursprünglich als Garderobe genutzt, als Teil eines Gästeappartements. Diese Räume wurden Mitte des 19. Jahrhunderts angelegt und zählen damit zum Frühwerk historisierender Moden im Detmolder Residenzschloss. die große Phase der Teil-Historisierung stellte sich mit der Herrschaftszeit Woldemars ab 1875 ein. Woldemar und seine Gemahlin Sophie traten als gemeinsames Bauherrenpaar in allen Bereichen auf, die sie ab 1880 umgestalten ließen. Zu diesen Arbeiten zählten die Verlegung der fürstlichen Wohnräume in das zweite Obergeschoss des Südflügels, die Verlegung der Küche vom Süd- in den Nordflügel, die Schaffung der Schlosskapelle und des Ahnensaals. Hinzu kamen zahlreiche Ausstattungsobjekte im historisierenden Stil.
Der Historismus ließ sich nämlich nicht nur als architektonische Idee auffassen. Dabei handelte es sich vielmehr um eine Geisteshaltung, die in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in Europa um sich griff. Historisierende Tendenzen fanden sich beispielsweise in der akademischen Geschichtswissenschaft, aber auch der Philosophie. Am häufigsten wird der Begriff „Historismus“ heute jedoch mit seinen Ausprägungen auf Kunst und Architektur verstanden. Dabei griffen Architekten und andere Künstler auf vergangene (Bau-)Stile zurück und interpretierten diese in Teilen neu. Man bediente sich an Bauformen, Materialien, Stilelementen und Kunsttechniken vergangener Epochen. Diese konnten mitunter auch untereinander kombiniert werden. So entstanden die heute noch bekannten Stilrichtungen der Neogotik, Neorenaissance, des Neobarock und Neorokoko. Im Grunde erlebte jede bis in die 1850er-Jahre vergangene Stilrichtung eine Neu-Schöpfung in der Zeit des Historismus. Die Werke, die in dieser Zeit entstanden, waren in ihrer Bandbreite so vielfältig wie die neuinterpretierten Stile.
Im Detmolder Residenzschloss waren die bedeutendsten Schöpfungen des Historismus der Ahnensaal, die Schlosskapelle und die Neuanlage der fürstlichen Wohnräume im Südflügel. Der Ahnensaal wurde als Reminiszenz der Erbauungszeit des Schlosses im Neorenaissancestil gestaltet. Neobarocke Formen finden sich im Roten Saal, dem Elisabethsaal und den Königszimmern. In der Kapelle ließ Leopold IV. Stuckaturen anbringen, die typische barocke Formen aufgriffen und daher eher an barocken Kirchenputz katholischer Prunkkirchen des 17. und 18. Jahrhunderts erinnern, denn an eine eigentlich schlichte reformierte Kapelle.




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Edelherren zur Lippe.
Edelherren zur Lippe.
Bernhard VII. Bellicosus (1428 - 1511), reg. seit 1428, selbstständig ab 1444/45; Verheiratet mit: Anna von Holstein-Schaumburg (gest. 1495)


ab 1528 Grafen zur Lippe.
ab 1528 Grafen zur Lippe (ab 1613 Grafen zur Lippe-Detmold).
Simon V. (1471–1536); reg. seit 1511; Verheiratet mit: 1. Walburg von Bronkhorst (gest. 1522); 2. Magdalena von Mansfeld (1500–1540)
 
Bernhard VIII. (1527–1563), reg. seit 1536 (eigenständig seit 1548); Verheiratet mit:
Katharina von Waldeck-Eisenberg (1523–1583)
 
Simon VI. (1554–1613), reg. seit 1563 (eigenständig ab 1578), spätere Residenz Schloss Brake; Verheiratet mit: 1. Armgard von Rietberg (1551–1584); 2. Elisabeth von Schaumburg (1566–1638)
 
Simon VII. (1587–1627), reg. seit 1613; Verheiratet mit: 1. Anna Katharina von Nassau (1590–1622); 2. Maria Magdalena von Waldeck (1606–1671)
 
Simon Ludwig (1610–1636), reg. seit 1627; (eigenständig seit 1631); Verheiratet mit: Katharina von Waldeck-Wildungen (1612–1649)
 
Simon Philipp (1632–1650), reg. seit 1636
 
Johann Bernhard (1613–1652), reg. seit 1650
 
Hermann Adolf (1616–1666), reg. seit 1652; Verheiratet mit: 1. Ernestine von Isenburg-Birstein; 2. Amalie zur Lippe-Brake (1629–1676) seit 1666
 
Simon Henrich (1649–1697), reg. seit 1666; Verheiratet mit: Amalie von Dohna (1645–1700) seit 1666
 
Friedrich Adolf (1667–1718), reg. seit 1697; Verheiratet mit: 1. Johanna Elisabeth von Nassau-Dillenburg (1663–1700); 2. Amalie von Solms-Hohensolms (1678–1746)
Simon Henrich Adolf (1694–1734), reg. seit 1718; Verheiratet mit: Johannette Wilhelmine von Nassau-Idstein
(1700–1756)
 
Simon August (1727–1782), reg. seit 1734 (eigenständig ab 1747); Verheiratet mit: 1. Polyxena von Nassau-Weilburg (1733–1764); 2. Marie Leopoldine von Anhalt-Dessau
(1746–1769); 3. Casimire von Anhalt-Dessau (1749–1778); 4. Christina von Solms-Braunfels


ab 1613 Grafen zur Lippe-Detmold.


ab 1789 Fürsten zur Lippe, Fürstliches Haus- und Fideikommissvermögen.
ab 1789 Fürsten zur Lippe, Fürstliches Haus- und Fideikommissvermögen.
Leopold I. (1767–1802); reg. seit 1782 (eigenständig seit 1789, zweite Regentschaft von 1790 bis 1795, erneute eigenständige Regierung ab 1795); Verheiratet mit: Pauline Christine Wilhelmine von Anhalt-Bernburg (1769–1820)
Leopold II. (1796–1851); reg. seit 1802 (eigenständig seit 1820); Verheiratet mit: Emilie von Schwarzburg-Sondershausen (1800–1867)
Leopold III. (1821–1875); reg. seit 1851; Verheiratet mit: Elisabeth von Schwarzburg-Rudolstadt (1833 –1896)
Woldemar (1824–1895); reg. seit 1875; Verheiratet mit: Sophie von Baden (1834–1904)
Leopold IV. (1871–1949); reg. seit 1905;  verheiratet mit: 1. Bertha von Hessen-Philipsthal-Barchfeld (1874–1919); 2. Anna von Ysenburg-Büdingen (1886–1980)


ab 1918 Familie zur Lippe.
ab 1918 Familie zur Lippe.

Aktuelle Version vom 22. Oktober 2026, 14:14 Uhr

Schlossplatz 1 (Detmold)
OrtsteilDetmold (Kernstadt)
StraßeSchlossplatz (Detmold)
Hausnummer1
Karte
Quartiersnummer-
Adressbuch von 1901Ja
GemeindeDetmold
StraßeSchlossplatz (Detmold)
Hausnummer-
Ergänzte Hausnummer001

Fürstliches Residenzschloss Detmold

Urkundlich 1366 erstmals erwähnte, wohl rund 100 Jahre ältere Wasserburg, ab 1549 Ausbau zum Renaissanceschloss.[1]

Geschichte

Das Fürstliche Residenzschloss bildet mit seiner Vorplatzanlage und dem heute noch zu großen Teilen erhaltenen Wassergraben die historische Keimzelle der Stadt und macht einen umfassenden Anteil der Altstadtfläche aus. Das Residenzschloss ist nicht nur eines der bedeutendsten Baudenkmale in Detmold, sonder mitsamt seinen Vorplatzanlagen und sämtlicher Innenarchitektur und -ausstattung ein Denkmal von nationalem Rang. Detmold war die letzte Stadtgründung der Edlen Herren zur Lippe. Vermutlich wurde die Stadt in den frühen 1260er-Jahren von Bernhard III. gegründet. Die Gründung der Stadt erschloss Bernhard III. mutmaßlich eine bereits Ende des 12./Anfang des 13. Jahrhunderts errichtete Burganlage. Dieses sogenannte „fest Haus“ wurde jedoch erstmals 1366 schriftlich erwähnt. Erhalten blieben von dieser ersten Detmolder Burg die unteren Geschosse des Bergfrieds, die im heutigen Schlossturm stecken. Allerdings wurden beim Ausbau zum Schloss große Fenster eingebaut, die im Mittelalter nicht vorhanden waren. Auch die Außenmauern des ehemaligen Wohngebäudes blieben erhalten. Sie wurden in das Schloss integriert und befinden sich in der Nordwestecke. Als feste Residenz diente die mittelalterliche Burg noch nicht. In der Zeit der Abwesenheit der Edlen Herren, was überwiegend der Fall war, wurde die Burg von Burgmannen verwaltet und in Stand gehalten. Im Zuge der Soester Fehde 1447 erlebte die Burg schließlich ihre erste große Veränderung. Die Burg wurde kampflos verlassen, und Geldzahlungen, um den Herrschaftssitz vor Plünderung zu schonen, konnten durch Bernhard VII. nicht geleistet werden. Entsprechend plünderten und beschädigten die Söldner des gegnerischen Erzbischofs von Köln die Detmolder Burg. Gänzlich verstört wurde die Anlage indes nicht, leichtfertig entfachte Feuer in Burg und Marktkirche zerstörten jedoch Teile der Bausubstanz. Nach Beendigung der Soester Fehde begann Edelherr Bernhard VII. mit dem Wideraufbau und Ausbau nach den neuesten repräsentativen Standards.

Residenzschloss wird auch als „Perle der Weserrenaissance“ bezeichnet. Der Umbau von der Burganlage bis zur repräsentativen Vierflügelanlage erstreckte sich über eine längere Bauphase, die maßgeblich unter dem eigenständigen Herrschaftsantritt Bernhards VIII. Fahrt aufnahm. 1547/48 begann Bernhard VIII. mit dem Neubau des Schlosses. Auch das kostete zwar viel Geld, aber er bewies damit, dass die vergleichsweise kleine Grafschaft noch Kraft hatte und er selbst ein ernstzunehmender Landesherr war. Gleichzeitig diente das neue Schloss auch als Sitz der Verwaltung, es war also kein Luxusobjekt des Grafen, sondern diente der Entwicklung des Landes. Trotz aller Krisen der Zeit herrschte auch eine besondere Aufbruchsstimmung, man strebte etwas Neuem entgegen. Das wurde auch durch den Schlossbau unterstrichen, der im Stil der Weserrenaissance ebenfalls etwas ganz Neuartiges darstellte.

Die Weserrenaissance entwickelte sich nördlich der Alpen mit einem Schwerpunkt im norddeutschen Raum. Der Begriff Weserrenaissance ist heute umstritten, da sich die architektonischen Charakteristika, mit der Bauhistoriker den Stil im 19. und 20. Jahrhundert beschrieben, auch in norddeutschen Renaissancebauten jenseits des Einzugsgebietes der Weser finden lassen, etwa dem sächsischen Raum, den Niederlanden und Flandern etc. Die Einflüsse der klassischen italienischen Renaissance, die mit ihrem sukzessiven Einfluss über die Alpen in den Süden des deutschsprachigen Raums aber auch die Weserrenaissance beeinflusste, ist hierbei unbestreitbar. Der Begriff stammt aus dem 19. Jahrhundert, in dem auch die kulturhistorische Kunstgeschichte und Bauforschung nach regionalen und nationalen Abgrenzungen gegenüber internationalen Einflüssen strebte. Daher wurde der regionsbezogene Begriff fälschlicherweise als ganzer Kunstepochenbegriff etabliert.

Die spätmittelalterliche Burg entsprach Mitte des 16. Jahrhunderts nicht mehr den repräsentativen Standards. Also ließ Bernhard VIII. den Umbau der Burganlage beginnen, nachdem er seine Herrschaft eigenständig angetreten hatte. Ziel war es, das Gebäudeensemble der Burg zu einem zusammenhängenden Vierflügel-Bau umzugestalten. Da also einzelne Gebäude der Burg in den Bau des Schlosses integriert wurden galt es für die Baumeister, den Bau an die Gegebenheiten anzupassen. Es mussten Geschosshöhen angepasst werden. Zudem wurde der Nordflügel, einer der beiden Langflügel, konisch zulaufend gestaltet, weil die beiden mittelalterlichen Wohntürme, die er miteinander verband, nicht in Achse zueinander standen. Der ehemalige Bergfried wurde in den Neubau integriert. Er erhielt ein helmförmiges Dach, das durch die vier Dacherker, die vier Gauben für die Turmuhren und die vier freihängenden Glocken durchbrochen wird. Sowohl Uhren als auch Glocken funktionieren noch immer und geben den Detmoldern regelmäßig die Uhrzeiten an. Als Leiter des Projektes verpflichtete Bernhard den vermutlich aus Mansfeld stammenden Baumeister Jörg Unkair. Unkair war bereits in Neuhaus, Schelenburg, Stadthagen und Petershagen als Baumeister in Erscheinung getreten. Die Arbeiten am Detmolder Schloss sollten sein letztes Projekt darstellen, er verstarb unter den Baumaßnahmen. Nach dem Tod Unkairs übernahm Cord Tönnis 1553 die Bauleitung. Er arbeitete noch bis 1557 am Detmolder Schloss, ehe er sich einem neuen Projekt in Horn zuwandte. Auch wenn ab dem 17. Jahrhundert noch einmal Veränderungen am Bau vorgenommen wurden, scheint 1557 die Vierflügelanlage in einem nutzbaren Zustand gewesen sein, denn Bernhard residierte mit seiner Gemahlin bis zu seinem Tod dort. Seine Witwe verließ das Schloss nicht und auch Simon VI. verbrachte die ersten Jahre seiner Herrschaft in Detmold. In der Herrschaftszeit Simons VI. verlagerte sich die primäre Hofhaltung nach Lemgo, weshalb der Bau erst unter Simon VII. zwischen 1619 und 1621 vollends fertiggestellt wurde. Zeugnisse hierfür sind insbesondere die Türportale im Innenhof am Nordflügel. Eine geschlossene Vierflügelanlage mit einem profan genutzten Westflügel, hier war ein Brau- und Backhaus untergebracht, existierte also spätestens im frühen 17. Jahrhundert. Das Schloss umfasste drei Vollgeschosse, ein Mansardgeschoss und den Dachboden. Hierbei sind an der Ostfassade vier Erker verbaut worden, die sich über die drei Vollgeschosse hinaus als viergeschossige Bauten bis in das Mansardgeschoss erstrecken. Unterkellert ist das Schloss nur in Ansätzen im Westflügel. Anhand der noch erhaltenen Schaufassade lässt sich erkennen, wie das Schloss nach seiner Fertigstellung ausgesehen haben dürfte. Markantestes architektonisches Element der Renaissancebauten waren die Welschen Giebel und die Erker, die vorgesprungen vor den Außenwänden des Schlosses angesetzt wurden. Diese halbkreisförmigen Giebel sind am Detmolder Residenzschloss an den älteren, von Jörg Unkair ausgefertigten Elementen in einfacher Rundform ausgeprägt. Cord Tönnis, der sich dem moderneren Renaissancestil angenommen hatte, fertigte die Welschen Giebel in Dreiergruppen aus. So erscheinen die in der Bauphase ab 1553 errichteten Giebel komplexer. Im Innenhof sind nur Giebel von Tönnies in dreibogiger Ausführung zu sehen. Sie wurden achsenbündig mit den Giebeln an der Außenseite angelegt. Außerdem verzierten beide Baumeister die Fassaden zur Innen- und Außenseite mit figuralem Schmuckwerk. Auf dem breiteren, links der Toreinfahrt gelegenen Giebel setzte Tönnis zwei Figuren um. Eine weibliche Figur und eine bärtige männliche Figur mit Krone und Zepter. Diese figürlichen Darstellungen spiegeln sich auch auf der Innenseite. Beide Baumeister arbeiteten mit Reliefverzierungen an den Pilastern der Fensterstürze. Hierbei unterscheiden sich die von Unkair verwendeten Reliefs deutlich von Tönnis. Tönnis, der deutlich mehr Schaffenszeit am Detmolder Schloss nutzen konnte, setzte dabei mehr Schmuckwerk um als ein Vorgänger. Von ihm stammen auch die floral gestalteten Zierpilaster am linken Giebel am Erdgeschoss, bekrönt von ursprünglich zwei figürlichen Darstellungen. Diese Zierpilaster schmücken unter anderem Lippische Rose und Sternberger Stern.

Im abschließenden äußeren Erker setzte sich der Baumeister sein eigenes Denkmal. Unterhalb der Fensterreihe des ersten Obergeschosses verewigte er sein Steinmetzzeichen, eingefangen von einer Wappenkartusche. Doch auch der Bauherr Bernhard VIII. wurde prominent in Szene gesetzt. Über dem dem Innenhof zugewandten Türportal im Ostflügel fertigte Tönnis ein aufwendiges Sandsteinrelief, dass Bernhard VIII. detailliert porträtiert. Im Innenhof wurden Treppentürme mit Wendeltreppen angelegt, um alle Geschosse des Schlosses erreichen zu können. Als erstes wurde unter Unkair der Turm in der Nordecke des Schlosses fertiggestellt. Als einziger der vier innen liegenden Treppentürme ist er sechseckig angelegt worden, die später ergänzten Türme haben einen viereckigen Grundriss. Zudem gestaltete Unkair den Gewändestein des Treppenturms als Baumstamm mit Ästen, der sich vom Erd- bis in das Mansardgeschoss erstreckte. Cord Tönnis verzichtete dagegen auf eine künstlerische Gestaltung der beiden unter ihm angelegten Treppentürme in der Ost- und der Westecke. Der Treppenturm in der Südecke des Schlosses wurde erst im Barock ergänzt. Neben dem Türrelief finden sich mehrere Wappen- oder Jahressteine, die Auskunft über die Fertigstellung einzelner Bauabschnitte oder das beauftragende Herrscherpaar geben. In der Innenhofseite ist als besonders markantes Element der eingeschossige Steingang erhalten, der von Jörg Unkair geplant und im Bau begonnen wurde. Durch den unerwarteten Tod des Baumeisters 1553 wurde der Steingang von Cord Tönnis in abgewandelter Form fertiggestellt. Eine unvollendete Treppe im Nordturm lässt nämlich vermuten, dass Unkair den Steingang ursprünglich als zweigeschossiges Element geplant hatte. Die vier Treppenstufen, die in den oberen Gang führen sollten, enden heute vor einer Außenwand. Als Schmuckwerk wurden am Steingang eine figürliche Justitia als Herrschaftsallegorie und die Wappen der weiblichen Vorfahren des Bauherrenpaares Bernhard VIII. und Katharina von Waldeck angebracht. Wäre es zur geplanten doppelgeschossigen Ausführung gekommen, muss der Plan gewesen sein, den oberen Steingang mit der männlichen Genealogie zu zieren. Im Inneren zeigt sich der Steingang noch relativ ursprünglich. Die Gestaltung wurde unter Cord Tönnis vorgenommen. Er stattete den Gang mit einem Kreuzrippengewölbe aus. Die neun Schlusssteine zieren unterschiedliche Motivreliefs. Unter anderem sind die Lippische Rose, der Waldecker Stern, ein männliches und ein weibliches Brustbild, aber auch ein Dudelsack spielender Esel zu sehen. Die Pilastersäulen sowohl an der Wand- als auch auf der Fensterseite zieren unterschiedlich gestaltete Konsolen und Kapitelle.

Mit dem Bau des Renaissanceschlosses begannen auch umfassende Arbeiten an der Außenanlage. Die mittelalterliche Burg war von einem Burggraben und einer Holzpalisade umgeben. Ab 1550 wurde auch diese Anlage verstärkt. Der Burggraben maß ursprünglich zu allen vier Seiten eine Breite von 35 Metern. Durch die Anlegung von Terrassen an der Wasserseite wurde diese Breite um gut ein Drittel verringert. Die Bastionsmauer, die das Schloss zu allen Seiten umgab, war mit vier Rondellen zu jeder Himmelsrichtung versehen worden. Diese waren mit Kanonen ausgestattet, um das Schloss verteidigen zu können. Dazu befanden sich in der Bastionsmauer Schießscharten. An der Ostseite befand sich die einzig durchlässige Stelle der Bastionsmauer. Um den Zugang zum Schloss zu ermöglich, war hier eine Zugbrücke eingebaut worden. Im Durchlass der Bastionsmauer war ein Quartier für die Schlosswache untergebracht. Dieses Quartier, das sogenannte Wallgemach, wurde im 17. Jahrhundert zu einem zweigeschossigen Bau erweitert. Zudem grenzte ein kleiner Brückenbau Richtung Schloss an, der die Zugbrücke mit dem Außenbau verband. Auf diesem Brückenbau befand sich außenseitig ein weiterer kleiner, lediglich eingeschossiger Bau mit einem kleinen Mansarddach. Ein Kupferstich von Elias van Lennep aus dem Jahr 1665 zeigt das Residenzschloss als fertigen Vierflügelbau vor seiner Barock-Modernisierung. Deutlich sichtbar sind die Zwerchgiebel, die sich bis 1673 sowohl im Innenhof als auch außenseitig über alle Flügel des Schlosses erstreckten. Die äußeren Veränderungen zeichneten sich insbesondere durch den Abbruch der Giebel und größtenteils auch des weiteren Schmuckwerks aus.

Gegen Ende des 17. Jahrhunderts machten sich auch in Detmold die aus Frankreich und dem Süden des Heiligen Römischen Reiches stammenden Einflüsse des Barocks bemerkbar. Gerade der prächtige Hof des französischen Sonnenkönigs Ludwig XIV. in Versailles setzte neue Maßstäbe in Fragen der repräsentativen Ausstattung an die Residenzen des Adels. Mit fortschreitender Zeit wurde insbesondere in den herrschaftlichen Residenzen eine Synthese aus Gebäudehülle und einer künstlerischen Ausstattung der jeweiligen Räume und Appartements gefunden. Dabei war die Gestaltung dem jeweiligen Zweck untergeordnet, persönliche Vorlieben spielten nur eine nachrangige Rolle. Zu keinem anderen Zeitpunkt war der Begriff des Gesamtkunstwerks in Bezug auf eine herrschaftliche Residenz so passend wie zur Zeit des Barock.

Anders als in den wohlhabenderen Territorien gab es in Detmold keine Möglichkeit, das bestehende Renaissanceschloss abzutragen und durch einen modernen, absolut den Regeln des Barock entsprechenden Neubau zu ersetzen. Stattdessen machten sich die Landesherren, beginnend mit Simon Henrich und seiner Gemahlin Amalie von Dohna, ab ca. 1673 daran, den bestehenden Bau zu erweitern und zu modernisieren. Zu einer Hochphase der Bautätigkeit kam es unter der Herrschaft des Grafen Friedrich Adolf und seiner zweiten Gemahlin Amalie von Solms-Hohensolms, sowie dessen Nachfolger Simon Henrich Adolf. Er hinterließ mit seiner Gemahlin Johannette Wilhelmine besonders in den Innenbereichen des Schlosses dauerhafte Spuren. In der Phase der Barockisierung wurden am Detmolder Residenzschloss sowohl im Inneren als auch dem Äußeren des Schlosses größere Änderungen vorgenommen. Die geschlossene Vierflügelanlage war zwar bereits im 17. Jahrhundert vervollständigt worden, doch gerade der Westflügel, der noch heute als barockes Hauptelement betrachtet werden kann, bot die meisten Ansatzpunkte für einen Ausbau. Der hier primär profan genutzte Vorgängerbau wurde durch den heute sichtbaren, die beiden Langflügel bündig miteinander verbindenden Bau ersetzt. Hierfür wurde der Lemgoer Baumeister Hermann Arndt verpflichtet. In dieser Bauphase entstand auch der Treppenturm an der Ecke zwischen Süd- und Südwestflügel, der als einziger aller Treppentürme über kein Renaissanceportal verfügt. In der Mitte des neu errichteten Westflügels wurde Ende des 17. Jahrhunderts ein klassizistischer Giebel als einziges dekoratives Element angebracht. Ihn ziert eine als Akanthusgirlande gestaltete genealogische Wappenfolge, die die weiblichen Vorfahren des Grafen Simon Henrich auf der einen und die seiner Gemahlin Amalie von Dohna auf der anderen Seite darstellt. Das Wappen der Gräfin im Zentrum ziert eine Ordenskette mit Ordensbesatz. Die mit einem Gesicht dargestellte Sonne war der sogenannte Orden der „Sklavinnen der Tugend“.

Die größten Veränderungen am Detmolder Residenzschloss fanden in der Zeit des Barocks im Inneren des Schlosses statt. Dabei haben insbesondere Friedrich Adolf mit seiner zweiten Gemahlin Amalie von Solms-Hohensolms und Simon Henrich Adolf mit Johannette Wilhelmine von Nassau-Idstein noch heute sichtbare Spuren hinterlassen. Friedrich Adolph und Amalie von Solms-Hohensolms ließen die Räume nach den repräsentativen Maximen des 18. Jahrhunderts ausstatten. Gerade im Roten Saal und den Königszimmern sind die Ausstattungen teilweise noch zu erkennen, an anderer Stelle verschwanden sie im Zuge späterer Modernisierungen. An der Stelle des heutigen Ahnensaals war ein barocker Festsaal eingerichtet worden. Er enthielt eine Stuckdecke, zwischen den Fensternischen Ahnenporträts und sowohl an der nach Nordost ausgerichteten Wand zum heutigen Roten Saal als auch an der nach Nordwest ausgerichteten Wand zum heutigen Elisabethsaal einen Kamin. Jetzt ist nur noch der Kamin an der Nordostwand in einer um 1882 ergänzten Ausstattung erhalten.

Simon Henrich Adolf und Johannette Wilhelmine haben weitere Spuren des Barocks hinterlassen. Sie ließen in der „belle etage“ des Südflügels neue Böden à la mode in grafischen Mustern verlegen und Stuckaturen anbringen. Außerdem modernisierten sie die drei abschließenden Kabinette der Königszimmer, die heute Jagdzimmer und Porzellankabinette darstellen. In diesen Räumen war schon zurzeit der Regentschaft Johannette Wilhelmines unter anderem ein Porzellankabinett eingerichtet. Wie die anderen beiden Kabinette eingerichtet waren, lässt sich den historischen Quellen nicht entnehmen. Dieses Herrscherpaar ist besonders durch die prägnante Verwendung von gemeinschaftlichen Monogrammen und Wappen in Erscheinung getreten. Mitte des 18. Jahrhunderts existierten im Detmolder Residenzschloss drei Audienzappartements. Zwei dieser Zimmerfluchten waren als einfache Raumfolgen, eine als Appartement doublé eingerichtet. Hierbei weist die Raumfolge eine zweiraumtiefe Gestaltung auf. Es finden sich also beidseitig der Wände von der Herrschaft nutzbare Räume. Die meisten Appartements waren im Detmolder Schloss jedoch als einraumtiefe Appartements gestaltet. Lediglich im Südflügel wurde ein einziges Mal diese besondere Idee französischer Architektur aufgegriffen. Eine nach Geschlechtern getrennte und unterschiedliche Ausstattung an Audienzappartements des Landesherrn und seiner Gemahlin waren in der Vormoderne üblich, da beide Partner des Herrschaftspaares in unterschiedlichen Angelegenheiten Audienz hielten. Also waren die Raumfolgen im Ostflügel der Nutzung durch die Gräfin, die im Westflügel durch den Grafen vorbehalten.


Die letzte bedeutende Bauphase im Detmolder Schloss vollzog sich in der Zeit des Historismus. An der Außenanlage fanden indes keine großen bautechnischen Veränderungen statt, lediglich gestalterisch veränderte der Schlosspark noch einmal im 19. und 20. Jahrhundert seine Erscheinung. Bereits seit den 1820er-Jahren waren die strengen barocken Raumfolgen im Inneren des Schlosses zusehends anderen Funktionen zugeführt worden, es wurden keine vollumfänglichen Audienzappartements mehr für die alltägliche Hofhaltung benötigt. Zudem trug die außergewöhnliche Zurückgezogenheit des ab 1820 herrschenden Fürstenpaares Leopold II. und Emilie dazu, dass das Residenzschloss kaum noch als Ort der politischen Bühne genutzt wurde. Erst mit dem Herrscherwechsel auf Leopold III. 1851 kehrte der politisch tonangebende Charakter des Residenzschlosses zurück. Zwischen 1837 und 1840 fand nichtsdestotrotz eine größere Umbaumaßnahme im Schloss statt, die vorwiegend die Räume der Beletage nachhaltig prägte. Im Ostflügel ließen Leopold II. und Emilie im den ehemaligen Audienzbereich der Herrscherin und die Strukturen der weiblichen Hofhaltung gänzlich auflösen. Stattdessen zogen an dieser Stelle privat genutzte Räume ein. Außerdem wurde mit der Schaffung des Roten Saals ein Bereich für repräsentative Empfänge geschaffen. Denn auch wenn sich das Fürstenpaar aus der Öffentlichkeit größtenteils zurückzog: Gänzlich ohne Repräsentation kam das Fürstenhaus nicht aus. Im langen Nordflügel wurde die ursprünglich zum Innenhof angelegte Raumfolge, die hinter dem Festsaal lag, auf die Gartenseite verlegt. Dadurch entstand der heutige Saalgang. Es entstanden der ab 1905 so benannte Elisabethsaal und das Empire-Wohnzimmer, das Schlafzimmer und das spätere Gobelinzimmer, ursprünglich als Garderobe genutzt, als Teil eines Gästeappartements. Diese Räume wurden Mitte des 19. Jahrhunderts angelegt und zählen damit zum Frühwerk historisierender Moden im Detmolder Residenzschloss. die große Phase der Teil-Historisierung stellte sich mit der Herrschaftszeit Woldemars ab 1875 ein. Woldemar und seine Gemahlin Sophie traten als gemeinsames Bauherrenpaar in allen Bereichen auf, die sie ab 1880 umgestalten ließen. Zu diesen Arbeiten zählten die Verlegung der fürstlichen Wohnräume in das zweite Obergeschoss des Südflügels, die Verlegung der Küche vom Süd- in den Nordflügel, die Schaffung der Schlosskapelle und des Ahnensaals. Hinzu kamen zahlreiche Ausstattungsobjekte im historisierenden Stil. Der Historismus ließ sich nämlich nicht nur als architektonische Idee auffassen. Dabei handelte es sich vielmehr um eine Geisteshaltung, die in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in Europa um sich griff. Historisierende Tendenzen fanden sich beispielsweise in der akademischen Geschichtswissenschaft, aber auch der Philosophie. Am häufigsten wird der Begriff „Historismus“ heute jedoch mit seinen Ausprägungen auf Kunst und Architektur verstanden. Dabei griffen Architekten und andere Künstler auf vergangene (Bau-)Stile zurück und interpretierten diese in Teilen neu. Man bediente sich an Bauformen, Materialien, Stilelementen und Kunsttechniken vergangener Epochen. Diese konnten mitunter auch untereinander kombiniert werden. So entstanden die heute noch bekannten Stilrichtungen der Neogotik, Neorenaissance, des Neobarock und Neorokoko. Im Grunde erlebte jede bis in die 1850er-Jahre vergangene Stilrichtung eine Neu-Schöpfung in der Zeit des Historismus. Die Werke, die in dieser Zeit entstanden, waren in ihrer Bandbreite so vielfältig wie die neuinterpretierten Stile. Im Detmolder Residenzschloss waren die bedeutendsten Schöpfungen des Historismus der Ahnensaal, die Schlosskapelle und die Neuanlage der fürstlichen Wohnräume im Südflügel. Der Ahnensaal wurde als Reminiszenz der Erbauungszeit des Schlosses im Neorenaissancestil gestaltet. Neobarocke Formen finden sich im Roten Saal, dem Elisabethsaal und den Königszimmern. In der Kapelle ließ Leopold IV. Stuckaturen anbringen, die typische barocke Formen aufgriffen und daher eher an barocken Kirchenputz katholischer Prunkkirchen des 17. und 18. Jahrhunderts erinnern, denn an eine eigentlich schlichte reformierte Kapelle.


Gebäude

Inschriften

Eigentümer*innen, Bewohner*innen

Edelherren zur Lippe. Bernhard VII. Bellicosus (1428 - 1511), reg. seit 1428, selbstständig ab 1444/45; Verheiratet mit: Anna von Holstein-Schaumburg (gest. 1495)

ab 1528 Grafen zur Lippe (ab 1613 Grafen zur Lippe-Detmold). Simon V. (1471–1536); reg. seit 1511; Verheiratet mit: 1. Walburg von Bronkhorst (gest. 1522); 2. Magdalena von Mansfeld (1500–1540)

Bernhard VIII. (1527–1563), reg. seit 1536 (eigenständig seit 1548); Verheiratet mit: Katharina von Waldeck-Eisenberg (1523–1583)

Simon VI. (1554–1613), reg. seit 1563 (eigenständig ab 1578), spätere Residenz Schloss Brake; Verheiratet mit: 1. Armgard von Rietberg (1551–1584); 2. Elisabeth von Schaumburg (1566–1638)

Simon VII. (1587–1627), reg. seit 1613; Verheiratet mit: 1. Anna Katharina von Nassau (1590–1622); 2. Maria Magdalena von Waldeck (1606–1671)

Simon Ludwig (1610–1636), reg. seit 1627; (eigenständig seit 1631); Verheiratet mit: Katharina von Waldeck-Wildungen (1612–1649)

Simon Philipp (1632–1650), reg. seit 1636

Johann Bernhard (1613–1652), reg. seit 1650

Hermann Adolf (1616–1666), reg. seit 1652; Verheiratet mit: 1. Ernestine von Isenburg-Birstein; 2. Amalie zur Lippe-Brake (1629–1676) seit 1666

Simon Henrich (1649–1697), reg. seit 1666; Verheiratet mit: Amalie von Dohna (1645–1700) seit 1666

Friedrich Adolf (1667–1718), reg. seit 1697; Verheiratet mit: 1. Johanna Elisabeth von Nassau-Dillenburg (1663–1700); 2. Amalie von Solms-Hohensolms (1678–1746) Simon Henrich Adolf (1694–1734), reg. seit 1718; Verheiratet mit: Johannette Wilhelmine von Nassau-Idstein (1700–1756)

Simon August (1727–1782), reg. seit 1734 (eigenständig ab 1747); Verheiratet mit: 1. Polyxena von Nassau-Weilburg (1733–1764); 2. Marie Leopoldine von Anhalt-Dessau (1746–1769); 3. Casimire von Anhalt-Dessau (1749–1778); 4. Christina von Solms-Braunfels


ab 1789 Fürsten zur Lippe, Fürstliches Haus- und Fideikommissvermögen. Leopold I. (1767–1802); reg. seit 1782 (eigenständig seit 1789, zweite Regentschaft von 1790 bis 1795, erneute eigenständige Regierung ab 1795); Verheiratet mit: Pauline Christine Wilhelmine von Anhalt-Bernburg (1769–1820)

Leopold II. (1796–1851); reg. seit 1802 (eigenständig seit 1820); Verheiratet mit: Emilie von Schwarzburg-Sondershausen (1800–1867)

Leopold III. (1821–1875); reg. seit 1851; Verheiratet mit: Elisabeth von Schwarzburg-Rudolstadt (1833 –1896)

Woldemar (1824–1895); reg. seit 1875; Verheiratet mit: Sophie von Baden (1834–1904)

Leopold IV. (1871–1949); reg. seit 1905; verheiratet mit: 1. Bertha von Hessen-Philipsthal-Barchfeld (1874–1919); 2. Anna von Ysenburg-Büdingen (1886–1980)

ab 1918 Familie zur Lippe.

Bewohner*innen lt. Adressbüchern:

1871 Rösch, Kammerfrau; B. Thalen, Kammerfrau; Fräulein Groskopf, Beschließerin; H. Koch, Garderobejungfer; A. Grusendorf, Konditoreimagd; Marie Jungeblut, Konditoreimagd; Pauline Drawe, Magd; L. Duwe, Magd; Adolph Meyer, Lakai; H. Potthof, Lakai; Schlue, Kalefaktor.[2]

1884 Se. Hochfürstliche Durchlaucht der regierende Fürst Günther Friedrich Woldemar; Ihre Großherzogliche Hoheit die regierende Fürstin Sophie; La Fontaine, Kammerfrau; Karl Geise, Kalefaktor; Gerhardt, Kammerfrau; Frl. Johanne Kirchhof, Beschließerin; August Schulze, Hoflakai; Freifräulein von Seldeneck, Hofdame der reg. Fürstin zur Lippe; Paul Stoige, Mundkoch; Vößchen, Livreejäger.[3]

1887 Se. Hochfürstliche Durchlaucht der regierende Fürst Günther Friedrich Woldemar; Ihre Großherzogliche Hoheit die regierende Fürstin Sophie; von Besser, Hofdame der regier. Fürstin zur Lippe; Gerhardt, Kammerfrau; Rubath, Kammerfrau; Frl. Johanne Kirchhof, Hausmeisterin; Paul Stoige, Mundkoch; Görrisch, Aidekoch; Bachler, Livreejäger; Klapf, Livreejäger; August Schulze, Hoflakai; Beuls, Hoflakai; Müller, Hoflakai; Karl Geise, Kalefaktor; Sieweke, Kalefaktor; Klöpper, Kalefaktor; Beins, Kalefaktor.[4]

1891 Se. Hochfürstliche Durchlaucht der regierende Fürst Günther Friedrich Woldemar; Ihre Großherzogliche Hoheit die regierende Fürstin Sophie geb. Prinzessin von Baden.[5]

1894 Se. Hochfürstliche Durchlaucht der regierende Fürst Günther Friedrich Woldemar; Ihre Großherzogliche Hoheit die regierende Fürstin Sophie; Freifräulein Lilli von Zandt, Hofdame der regier. Fürstin zur Lippe; Freifräulein Stephanie Gerhardt, Kammerfrau; Fräul. Anna Griesel, Kammerfrau; Fräul. Martha Brandt, Hausmeisterin; Paul Stoige, Mundkoch; Max Bertram, Hilfskoch; Wilhelm Hansen, Küchenlehrling; Reinhold Müller, Hoflakai; Johann Bock, Hoflakai; Karl Geise, Kalefaktor; Heinrich Möllenbrok, Kalefaktor; Ludwig Schnatmann, Kalefaktor; Johanne Tepel, Garderobejungfer; Elise Vogt, Schlossmagd; Elise Schneidermann, Schlossmagd; Johanne Baumeister, Schlossmagd; Elise Köller, Küchenmagd; Amalie Dreimann, Silbermagd; Hermine Hüls, Garderobejungfer.[6]

1897 Seine Durchlaucht Prinz Adolf z. Schaumburg Lippe, Regent des Fürstentums Lippe; Ihre Königl. Hoheit Prinzessin Victoria, Prinzessin von Preussen, Frl. Elsa v. Blücher, Hofdame, Frl. Klara Franz, Kammerfrau; Frl. Johanne Rooths, Kammerfrau; Frl. M. Brandt, Hausmeisterin; Louis Winter, Mundkoch; Karl Heile, Kochlehrling; Friedrich Grolle, Lakai; Hermann Busch, Kalefaktor; Heinrich Hildebrand, Kalefaktor; Julius Plöger, Kalefaktor; Franziska Sauer, Damenjungfer; Amalie Dreimann, Schlossmagd; Louise Müller, Schlossmagd; Minna Fieseler, Schlossmagd; Emma Wolf, Schlossmagd; Doris Schäfsmeier, Schlossmagd; Marie Klöpper, Schlossmagd; Doris Meyer, Schlossmagd.[7]

1901 Seine Erlaucht Graf Ernst zur Lippe-Biesterfeld, Regent des Fürstentums Lippe; Ihre Erlaucht Gräfin Karoline zur Lippe; Seine Erlaucht Graf Bernhard zur Lippe, Oberleutnant; Seine Erlaucht Graf Julius Ernst zur Lippe, Leutnant; Ihre Erlaucht Gräfin Karola zur Lippe; Ihre Erlaucht Gräfin Mathilde zur Lippe; Freifräulein Eleonore von Issendorf, Hofdame; Wilhelm von Wasielewski, Oberleutnant, Ordonnanz-Offizier; Josephine Wolfsberger, Hoffräulein; Frl. Wilhelmine Augspurg, Gesellschafterin; Frl. Martha Brandt, Hausmeisterin; Frl. Minna Kanne, Beschließerin; Frl. Ida Schulz, Kammerfrau; Frl. Anna Friebel, Kammerfrau; Frl. Martha Potthoff, Garderobejungfer; Frl. Karoline Pente, Garderobejungfer; Wilhelm Röding, Hilfskoch; Eugen Stieler, Kochlehrling; Adolf Lücke, Lakai; Gottlieb Wächter, Kalefaktor; Amalie Dreimann, Schlossmagd; Luise Müller, Schlossmagd; Doris Meyer, Schlossmagd; Lina Kreimeier, Schlossmagd; Hulda Becker, Schlossmagd; Marie Stolte; Schlossmagd; Minna Remmers, Schlossmagd.[8]

1904 Seine Erlaucht Graf Ernst zur Lippe-Biesterfeld, Regent des Fürstentums Lippe; Ihre Erlaucht Gräfin Karoline zur Lippe; Ihre Erlaucht Gräfin Karola zur Lippe; Ihre Erlaucht Gräfin Mathilde zur Lippe; Freifräulein Eleonore von Issendorf, Hofdame; Wilhelm von Wasielewski, Oberleutnant, Ordonnanz-Offizier; Josephine Wolfsberger, Hoffräulein; Frl. Minna Kanne, Hausmeisterin; Frl. Ida Schulz, Kammerfrau; Frl. Anna Friebel, Kammerfrau; Hermann Heimbeck, Hilfskoch; Gottlieb Wächter, Kalefaktor; Amalie Dreimann, Kaffeeköchin; Doris Meyer, Schlossmagd; Lina Kreimeier, Kammerjungfer; Wilhelmine Kracht, Stubenmädchen; Alwine Behnsen, Stubenmädchen; Marie Deppemeier, Stubenmädchen; Minna Schlür, Stubenmädchen; Minna Niewals, Küchenmädchen; Woldemar Meyer, Kochlehrling; Fritz von Malachowski, Oberst, Flügeladjutant; Graf Benno von Rittberg, Kammerherr; Freiherr Konstantin von Quadt, Hofmarschall.[9]

1909 Seine Hochfürstliche Durchlaucht Leopold IV. Regierender Fürst zur Lippe; Ihre Hoheit die Regierende Fürstin Bertha, Prinzessin von Hessen-Philippsthal-Barchfeld; v. Schlichting, Hofdame; Kanne, Hausmeisterin; Kanne, Beschließerin; Klaus, Kammerjungfer; Goschin, Leibjäger; Dreimann, Fürstl. Jäger.[10]

1920 Leopold, Fürst zur Lippe, Hochf. Durchlaucht; Erbprinz Ernst zur Lippe; Fritz Poth, Prinzenlehrer, Studienassessor; Frl. Anna Friedemann, Erzieherin der Prinzessin Lilli; Minna Kanne, Hausmeister; Sophie Kanne, Beschließerin; Frl. Wilma Froböse, Kinderfräulein.[11]

1926 Leopold, Fürst zur Lippe, Hoheit Durchlaucht; Prinz Leopold Bernhard zur Lippe; Adelheid Rehnert, Erzieherin; Ferdinand von Olberg, Hofchef; Minna Kanne, Hausmeister; Sophie Kanne, Beschließerin; Kathinka Lübker, Wirtschafterin; Gräfin Anita Hertzberg, Pflegerin; Lene Quitsch, Kammerfrau; Adolf Willig, Diener; Emil Streit, Gärtner.[12]

Literatur

Otto Gaul (Bearb.), Stadt Detmold, mit einer geschichtlichen Einleitung von Erich Kittel und Beiträgen von Leo Nebelsiek, Peter Berghaus und Konrad Ullmann (Bau- und Kunstdenkmäler von Westfalen; 48, Teil I), Münster 1968, S. 124–316.

Armin Prinz zur Lippe, Schloß Detmold. Ein Juwel der Weserrenaissance, Detmold 1989.

G. Ulrich Großmann, Schloss Detmold (Burgen, Schlösser und Wehrbauten in Mitteleuropa; 13), Regensburg 2002.

Lisa-Marie Bergann/Frank Huismann, Gelebte Geschichte. Das Fürstliche Residenzschloss in Detmold, Marsberg-Padberg 2026.

Quellen

Weblinks

Einzelnachweise

  1. ↑ Otto Gaul (Bearb.), Stadt Detmold, mit einer geschichtlichen Einleitung von Erich Kittel und Beiträgen von Leo Nebelsiek, Peter Berghaus und Konrad Ullmann (Bau- und Kunstdenkmäler von Westfalen; 48, Teil I), Münster 1968, S. 124.
  2. ↑ Adreß-Buch der Stadt Detmold, Detmold 1871, S. 61.
  3. ↑ Adreßbuch der Residenzstadt Detmold, Detmold 1884, S. 42.
  4. ↑ Adreßbuch der Residenzstadt Detmold, 2. Auflage, Detmold 1887, S. 47.
  5. ↑ Adreß- und Geschäftshandbuch der Fürstlichen Residenzstadt Detmold, Detmold 1891, S. 6 f.
  6. ↑ Adressbuch der Residenzstadt Detmold, 4. Auflage, Detmold 1894, S. 81.
  7. ↑ Adreßbuch der Residenzstadt Detmold, Detmold 1897, S. 100.
  8. ↑ Adressbuch für das Fürstenthum Lippe, Detmold 1901 Digitalisat, S. 41 f.
  9. ↑ Adressbuch der Residenzstadt Detmold, 6. Auflage, Detmold 1904, S. 73 f.
  10. ↑ Adreß- und Geschäftshandbuch der Residenzstadt Detmold, Detmold 1909, S. 29 f.
  11. ↑ Adreßbuch der Landeshauptstadt Detmold, Detmold 1920, S. 113.
  12. ↑ Adreßbuch des Landes Lippe, Detmold 1926 Digitalisat, S. 228.

Autor*innen

Lisa Bergann, Joachim Kleinmanns

Seitenhistorie

Seite erstellt am 25.07.2024 von Joachim Kleinmanns

Letzte Änderung am: 22.10.2026 von Lisa Bergann