Ev.-ref. Kirche Sonneborn

Hauptstraße 70 (Sonneborn)
OrtsteilSonneborn
StraßeHauptstraße (Sonneborn)
Hausnummer70
Karte
Adressbuch von 1901
Wer in Norddeutschland eine Kirche aufsuchen möchte, die fast völlig mit Wandmalereien aus der Renaissancezeit geschmückt ist, ...[1]

Geschichte

 
Kirche in Sonneborn, Foto L.Kaup, 2010

Die Kirche in Sonneborn zeigt sich von außen als ein schlichter Bau aus verputztem Bruchsteinmauerwerk. An den gedrungenen, quadratischen Turm auf der Westseite, der vermutlich aus dem 13.Jh. stammt, ist die Kirche wohl im 14. Jh. als ein rechteckiger ein-schiffiger Saalbau angebaut worden. Erstmalig wird die Kirche in Sonneborn im Jahr 1381 urkundlich erwähnt.

Gebäude

 
Kirche Sonneborn, Foto: CC BY-SA - LTM.JPG CC-BY-SA - Lippe Tourismus & Marketing GmbH

Der Kirchenraum ist von einem schweren Kreuzgratgewölbe überdeckt, dessen Stichkappen auf niedrig angesetzten, massiven Natursteinkonsolen ruhen. Die Öffnungen in den Außenwänden sind gotische Maßwerkfenster mit Drei- und Vierpass-Motiven. Über der seitlichen Eingangstür sind außen in zwei Steinen das Wappen der Familie von Kerssenbrock (Barntrup) sowie die Jahreszahl 1518 eingemeißelt. Innen werden der Chorraum und der Altar an der Ostseite von einem Kreuzgratgewölbe überdeckt. Hinter dem Altar steht die Grabplatte des zweiten evangelischen Pfarrers Matthias Koch (gest. 1604).

 
Kirche Sonneborn, In-nenraum, Foto L.Kaup, 2010

Bei Restaurierungsarbeiten wurden in der Kirche 1953/54 und im Turm 1972 umfangreiche Wandmalereien freigelegt, die einen in Westfalen und Lippe einmaligen Bilderzyklus zeigen. 1. die Leidensgeschichte Christi in 12 Bildern in den Gewölbezwickeln; 2. eine Bildfolge zu den Zehn Geboten an den Seitenwänden; 3. Bilder zu den sieben Bitten im Vaterunser sowie eine miniaturhafte Darstellung zum Jüngsten Gericht im Gewölbe des Chores. 4. Im Turm sind an den Wänden David und Goliath und die Opferung Isaaks durch Abraham dargestellt.

Die Bemalung im Kirchenraum-Gewölbe zeigt Pflanzendekor und gemalte Gewölberippen mit zwei Schlusssteinen. Die Schlusssteine stellen die Wappen von Graf Hermann Simon zur Sternberg, seit 1564 Patronatsherr der Kirche, und seiner Frau Ursula, geb. von Spiel-berg und Pyrmont dar. Sie sind vermutlich die Auftraggeber der außergewöhnlichen Wandmalereien.

Im Jahre 2010 wurde der Innenraum der Kirche wegen einem Schimmelpilzbefall, der die Gemälde gefährdete, aufwendig saniert.


Inschriften

Eigentümer

Ev.-ref. Kirchengemeinde Barntrup

Pastoren

bis 1926 [2]

  • JJJJ

Literatur

  • Burkhard Meier, Lippische Kirchen, 2004

Quellen

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Burkhard Meier, Lippische Kirchen, 2004, S. 39
  2. Wilhelm Butterweck, Die Geschichte der Lippischen Landeskirche, Schötmar 1926, Seite 595 ff

Autor*innen

Lothar Kaup, Wolfgang Kramer

Seitenhistorie

Seite erstellt am 10.02.2026 von Wolfgang Kramer

Letzte Änderung am: 19.05.2026 von Lothar Kaup