Kolonat 196 (Haustenbeck)
| Kolonat 196 (Haustenbeck) | |
|---|---|
| Ortsteil | Haustenbeck |
| Straße | Kolonat (Haustenbeck) |
| Hausnummer | 196 |
| Karte | |
| Adressbuch von 1901 | Nein |
Das erste Mühlegebäude wurde im Jahr 1661 gebaut. Später war die Mühle als „Poppen Mühle“ bekannt und zählte zunächst mit zum Kolonat Nr. 114.
Geschichte
Das Gebäude wurde erst nach Errichtung des Dammes über den Haustenbach gebaut. Es war eine landesherrliche Mühle, die bis zum Jahr 1765 auf immer für einen bestimmten Zeitraum an den jeweiligen Interessenten verpachtet wurde.[1] Eine Kolonatsnummer hatte sie damals noch nicht. Später gehörte sie als „Poppen Mühle“ zum Kolonat Nr. 114. Die eigene Hausnummer 196 wurde erst vergeben, nachdem das Mühlengebäude um 1910 in private Hände verkauft worden war.
Im Jahr 1765 übernahm Ernst Henrich Poppe den so genannten Präsidentenhof (Kolonat Nr. 114) mit Krug und Mühle in Erbpacht. Die dann folgenden Müller waren ausschließlich Angestellte der Familie Poppe.[2]
Im Jahr 1841 ließ Wilhelm Poppe das Mühlengebäude neu errichten. Wilhelm Poppe (* 1815) hatte am 30.9.1840 Anna Maria Katharina Salome Steneberg aus Stukenbrock (* 1820. + 1853) geheiratet, Tochter des dortigen Papiermeisters.[3]
Die Mühle befand sich bis ca. 1910 im Eigentum der Landesherrschaft. Anschließend wurde sie von Friedrich Poppe von Nr. 114 in Haustenbeck angekauft. Der Pächter Ernst Poppe (Foto von ca. 1928) stammte von Poppen Mühle in Taubenteich.[4] Das Mühlengebäude wurde nun mit der eigenen Kolonatsnummer 196 geführt.
Letzter Eigentümer bzw. letzte Eigentümerin war Witwe Marie Poppe, geb. Rotenroth (s. Foto). Der letzte Müller war Bernhard Rhode.[5]
Im Jahr 1939 wurde die letzte Besitzerin (Marie?) Poppe nach Wellentrup in Lippe umgesiedelt.[6] Das Gebäude existiert nicht mehr.
Gebäude
Erläuterung zum Bild: "Der Müller Bernhard Rohde fertigt seine Kundschaft ab."[7]
Kleines, eingeschossiges Fachwerkgebäude einer Wassermühle von 1841, giebelständig am westlichen Abhang des Mühlendamms gelegen. Mitteleingang, zwei seitliche Gefache mit hölzernen Brüstungstafeln mit Kerbschnitt-Inschriften, die Erbauer und Baujahr sowie den Zimmermeister (M. C. Sander) und den Zweck des Gebäudes (Korn-, Graupen- und Grützemühle) nennen. Gebäude nach 1939 verschwunden, Stätte heute wüst.
Inschriften
KOMMT DOCH LIEBEN LEUT HEREIN, HIER MALT MAN EUR KORN RECHT FEIN, BRINGT NUR VIEL VON IEDER ART, ICH MACHS EUCH NETT ICH MACHS EUCH ZART WILHELM POPPE U AN NAMARIA POPPEN G B N ST.HABEN DIESE MÜH LE B.LASSEN D 12. ...(IN?) [=Juni?] 18[41]
AUCH GRAUP UND GRÜTZ WIR HIER GEMACHT, DRAUF HATTEN WIR BEIM BAUN BEDACHT ICH MACHE ALLES ZART UND FEIN, FLINK & EHRLICH SOLL DER MÜLLER SEIN M. C. SANDER.
Eigentümer*innen, Bewohner*innen
Literatur
Quellen
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Forschungen Walter Göbel (Manuskript).
- ↑ Forschungen Walter Göbel (Manuskript).
- ↑ Forschungen Walter Göbel (Manuskript).
- ↑ Forschungen Walter Göbel (Manuskript).
- ↑ Forschungen Walter Göbel (Manuskript).
- ↑ Walter Göbel in Uwe Piesczek (Hg.): Truppenübungsplatz Senne. Zeitzeuge einer hundertjährigen Militärgeschichte. Chronik. Bilder. Dokumente. Paderborn 1994 , S. 54 ff
- ↑ Lippische Landesbibliothek Album Hans Sprenger
- ↑ Adressbuch für das Fürstenthum Lippe, Detmold 1901 Digitalisat, S. 208.
- ↑ Adreßbuch des Landes Lippe, Detmold 1926 Digitalisat, S. 675.
Autor*innen
Seitenhistorie
Seite erstellt am 11.07.2026 von Olaf Biere
Letzte Änderung am: 23.07.2026 von Margit Lenniger