Brüntruper Straße 4 (Cappel)

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Ev.-ref. Kirche Cappel

Brüntruper Straße 4 (Cappel)
OrtsteilCappel
StraßeBrüntruper Straße (Cappel)
Hausnummer4
Karte
Adressbuch von 1901

Kirche der ev.-ref. Kirchengemeinde Cappel, seit 2020 Cappel-Istrup.

Geschichte

Cappel, ev.-ref. Kirche, Ansicht von Süden. wwww.kirche-cappel-istrup.de
Datei:Blomberg - 2015-07-12 - Kirche Cappel (01)-Pano.jpg
Cappel, ev.-ref. Kirche, Ansicht von Norden, 2015. Foto: Tsungam

Die Kirche in Cappel wird erstmals 1231 in einem Archidiakonatsverzeichnis des Archidiakonats Steinheim erwähnt. Vermutlich entstand sie aus einer Filialkapelle der älteren Kirche in Reelkirchen.

1538 wurde auf dem Landtag von Ritterschaft und Städten, der unter einer Linde bei der Kirche in Cappel tagte, die Einführung einer lutherischen Kirchenordnung in der Grafschaft Lippe beschlossen. Das reformierte Bekenntnis wurde nach 1605 eingeführt.

Die Kirche wurde im Dreißigjährigen Krieg schwer beschädigt und danach nur notdürftig wiederaufgebaut. Am 22. Juli 1827, kurz nach dem Gottesdienst, stürzten Gewölbe und Dach der Kirche ein und zerstörten Altar, Kanzel und Orgel. Bereits 1828/1829 war die Kirche neu errichtet.

Gebäude

Einziger Kirchenbau des Klassizismus in Lippe, erbaut 1828 nach Entwurf des Bückeburger Landbaumeisters Heinrich Julius Weissich (1794–1837). Rechteckiger protestantischer Predigtsaal mit seitlichen Emporen auf dorischen Säulen, Kanzel und Abendmahlstisch in der Mitte der Nordseite.

Kirche in Cappel. Foto: L. Kaup 2011

Die Kirche steht auf einem erhöhten Kirchplatz im Ortskern von Cappel, umgeben von einer Bruchsteinmauer mit einigen Treppenaufgängen.

Der längsrechteckige Baukörper des Kirchenschiffes mit einer Länge von ca. 25 m und einer Breite von ca. 14 m besteht aus verputztem Bruchsteinmauerwerk mit einem hohen, mit Tonpfannen gedecktem Walmdach. Die Längsseiten mit fünf Fensterachsen, östliche Schmalseite mit drei Achsen. Putzbau mit Eckaquaderung und hohen Rundbogenfenstern. Rustizierter Mittelrisalit an der Südseite mit Mitteleingang ("Brüntruper Tür"), darüber Halbkreisfenster und abschließender Dreiecksgiebel. Über dem Eingang an der Ostseite ("Großenmärper Tür") ein weiteres Halbhkreisfenster.

Mittelalterlicher Westturm mit weit über die Landschaft ragendem spitzem Turmhelm. Der Turm hat eine Kantenlänge von 7 m und besteht aus verputztem Bruchsteinmauerwerk. Höhe des Turmschaftes ca. 20 m, mit dem achtseitigen, schiefergedeckten Turmhelm beträt die Gesamthöhe ca. 56 m.

Klassizistischer Predigtsaal mit glatter Muldendecke, seitliche Emporen auf jeweils sechs dorischen Säulen. Zentrale Kanzel mit seitlichem Aufgang hinter vergitterter Wand, sechseckiger Kanzelkorb mit Ecksäulchen und klassizistischen Malereien. Orgel mit neuromaischem Prospekt von 1865, Abendmahlsgeräte von 1888, zwei Kronleuchter von 1892, eine undatierter Opferstock aus schwerem Eichenholz am östlichen Eingang und ein Inschriftenstein von 1694 der Familie von Donop.

Glocken: Nach Ablieferung der ursprünglichen Glocken im Ersten Weltkrieg besaß die Kirche drei Stahlglocken von 1921. Diese wurden 2024 durch ein neues Bronzegeläut der Gießerei Bachert in Neunkirchen/Baden ersetzt.

Kirche in Cappel, Innenraum mit Kanzel. Foto: L. Kaup 2011
Kirche in Cappel, östliche Empore. Foto: L. Kaup 2011

Inschriften

Datierung auf dem Fries des südlichen Giebels: 1828

Eigentümer

Ev.-ref. Kirchengemeinde Cappel-Istrup

Pastoren

bis 1926 [1]

  • JJJJ

Literatur

  • Burkhard Meier, Lippische Kirchen, 2004

Quellen

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Wilhelm Butterweck, Die Geschichte der Lippischen Landeskirche, Schötmar 1926, Seite 354 ff

Autor*innen

Heinrich Stiewe, Lothar Kaup, Wolfgang Kramer

Seitenhistorie

Seite erstellt am 17.02.2026 von Wolfgang Kramer

Letzte Änderung am: 26.07.2026 von Heinrich Stiewe