Neue Torstraße 10 (Blomberg)
| Neue Torstraße 10 (Blomberg) | |
|---|---|
| Ortsteil | Blomberg (Kernstadt) |
| Straße | Neue Torstraße (Blomberg) |
| Hausnummer | 10 |
| Karte | |
| Adressbuch von 1901 | Ja |
| Gemeinde | Blomberg |
| Hausnummer | 040 |
1450-54 [d] auf wohl älterer Parzelle errichtet, Wiederaufbau nach der Zerstörung von 1447. Alte Hausnummer Blomberg Nr. 40.





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Geschichte
Ein Vorgängerbau war am 16. Juni 1447 im Verlauf der Soester Fehde von sächsischen und böhmischen Söldnern im Auftrag des Erzbischofs von Köln niedergebrannt worden. Der Wiederaufbau erfolgte nur wenige Jahre später, Bauhölzer im Dachwerk datieren von 1450 (d) bis 1454 (d). Erste Reparaturen um 1554 (d). 1609 bis 1611 (d) wurde der gesamte Wandkasten einschließlich der Fassade neu gebaut, das Seitenschiff verbreitert. Balkenlage und Dachwerkb von 1450-54 (d) blieben jedoch erhalten.[1]
1966 Verkauf an den Nachbarn Neue Torstraße 12 zur Vergrößerung seiner Gastwirtschaft "Zum Scholli", wegen Versagen der Genehmigung dazu kam es jedoch jedoch 1968 zum Ankauf und Abbau durch das Westfälische Freilichtmuseum Detmold (jetzt: LWL-Freilichtmuseum), ohne das Hinterhaus. 1986 bis 1989 Wiederaufbau im "Paderborner Dord" auf dem Museumsgelände in Detmold, dabei das Hinterhaus rekonstruiert.
Anschließend bis 1979 Neubau der Deutschen Bank auf der Parzelle Neue Torstraße 10.
Gebäude
Giebelständiger zweieinhalbgeschossiger Stahlbeton-Fachwerkbau mit Ausmauerung, fünf Fensterachsen breit, Satteldach.
Der Vorgänger steht seit 1986 im LWL-Freilichtmuseum Detmold: Ein zweischiffiges zweigeschossiges Fachwerkhaus, Dreiständerbau mit hoher Diele rechts. 9 Fache lang, davon 6 Fache der Kernbau aus der Mitte des 15. Jh. 18 x 8,60 m.
Giebel mit Dekor der Spätrenaissance, breites Fensterband der Stube unter hohem Sturzriegel. Toröffnung in der ersten Hälfte des 19. Jh. in Richtung Gebäudemitte verschoben und Kopfbänder beschnitten, um einen flachen Segmentbogen zu erhalten.
Höheres Hinterhaus 1745 [d] von 2 Fachen Tiefe über älterem Gewölbekeller, ersetzt ein bereits 1611 bestehendes Hinterhaus. 1913 Einbau eines Schornsteins für den Stubenofen.
Inschriften
Inschriftrest unterhalb des Rähms neben dem linken Torständer: "ER", beim Abbau 1968 verloren gegangen.[2]
Eigentümer*innen, Bewohner*innen
1668 (Salbuch) Simon Tiemann, im Bürgerbuch 1635 als "Simon Tihman oder Schlinck" verzeichnet, † 1668.[3] [4]
1671 Tochter Anna Elsabein Tiemann und Ehemann Lucas Schröder, Schneider, Bürgerrecht 1671.
1709 Tochter Anna Catrina Schröder, Hochzeit 12.11.1709 (Kirchenbuch) mit Johan Cordt Wennekamp, Bürgerrecht 1709.
1727 Johann Henrich Pustkoke, 1721 Erbauer von Kuhstraße 24.[5] 12.9.1708 Hochzeit mit Maria Juliana Schröder (Kirchenbuch).
1742 Einheirat von Anton Casimir Rose, Tischler, Hochzeit mit Anne Dorothe Marlene Pustkoke am 25.9.1742 (Kirchenbuch). 1776 (Volkszählung) mit Familie, einem Gesellen und einer Nichte, ohne Vieh.[6]
1782 (Volkszählung) Georg Wilhelm Plöger, Ziegelmeister und Kaufmann, Bürgerrecht 1778, † 1824. Das Haus war die ersten Jahre an 5 Einlieger vermietet.[7]
1801 (Volkszählung) wohnte Plöger selbst mit seiner Frau Cathrine Elisabeth Stohlmann (Hochzeit 24.3.1778 [Kirchenbuch]) und Magd im Haus. Das Ehepaar war kinderlos.[8]
1824 Rudolf Theophilus Reuter, Zeugmacher und Camerarius, und Ehefrau Anna Maria Christina Nolte (Hochzeit 5.10.1793, + 5.1.1829, Kirchenbuch), 2. Ehefrau Margretha Catrine Kuckuck.[9] Reuter besaß außerdem die Häuser Kirchhofstraße 5 und Braugasse 2.[10]
1833 an den ältesten von 5 Söhnen, Johann Christoph Georg Reuter, Zeugmacher, Bürgerrecht 1819, † 1871, und dessen Ehefrau Caroline Charlotte Amalie Holste.[11] 1835 wohnten sie mit zwei Töchtern (ein Sohn kurz nach der Geburt verstorben), dem Vater Rudolf Theophilus († vor 1841) und einer Magd im Haus.[12]
1871 an Karl August Friedrich Philipp Schmidt, Tischler, † 1884, und Ehefrau Karoline Louise Henriette Meier.[13]
1901 (Adressbuch) Henriette Schmidt, Witwe.
1912 Sohn Karl Schmidt und Ehefrau Luise Brautlecht.[14]
1926 (Adressbuch) Karl Schmidt, Tischlermeister; Frl. Luise Schmidt.
Literatur
Joachim Kleinmanns/Ira Spieker, Das Handwerkerhaus aus Blomberg, Detmold 1991.
Heinrich Stiewe, Hausbau und Sozialstruktur in einer niederdeutschen Kleinstadt. Blomberg zwischen 1450 und 1870 (Schriften des Westfälischen Freilichtmuseums Detmold – Landesmuseum für Volkskunde; 13), Detmold 1996.
Quellen
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Joachim Kleinmanns/Ira Spieker, Das Handwerkerhaus aus Blomberg, Detmold 1991, S. 21–23; Heinrich Stiewe, Hausbau und Sozialstruktur in einer niederdeutschen Kleinstadt. Blomberg zwischen 1450 und 1870 (Schriften des Westfälischen Freilichtmuseums Detmold – Landesmuseum für Volkskunde; 13), Detmold 1996, S. 310.
- ↑ Joachim Kleinmanns/Ira Spieker, Das Handwerkerhaus aus Blomberg, Detmold 1991, S. 25.
- ↑ Joachim Kleinmanns/Ira Spieker, Das Handwerkerhaus aus Blomberg, Detmold 1991, S. 10, auch die folgenden Eigentümer.
- ↑ Heinrich Stiewe, Hausbau und Sozialstruktur in einer niederdeutschen Kleinstadt. Blomberg zwischen 1450 und 1870 (Schriften des Westfälischen Freilichtmuseums Detmold – Landesmuseum für Volkskunde; 13), Detmold 1996, S. 310.
- ↑ Heinrich Stiewe, Hausbau und Sozialstruktur in einer niederdeutschen Kleinstadt. Blomberg zwischen 1450 und 1870 (Schriften des Westfälischen Freilichtmuseums Detmold – Landesmuseum für Volkskunde; 13), Detmold 1996, S. 310.
- ↑ Heinrich Stiewe, Hausbau und Sozialstruktur in einer niederdeutschen Kleinstadt. Blomberg zwischen 1450 und 1870 (Schriften des Westfälischen Freilichtmuseums Detmold – Landesmuseum für Volkskunde; 13), Detmold 1996, S. 310.
- ↑ Heinrich Stiewe, Hausbau und Sozialstruktur in einer niederdeutschen Kleinstadt. Blomberg zwischen 1450 und 1870 (Schriften des Westfälischen Freilichtmuseums Detmold – Landesmuseum für Volkskunde; 13), Detmold 1996, S. 310.
- ↑ Joachim Kleinmanns/Ira Spieker, Das Handwerkerhaus aus Blomberg, Detmold 1991, S. 11 f.
- ↑ Joachim Kleinmanns/Ira Spieker, Das Handwerkerhaus aus Blomberg, Detmold 1991, S. 12.
- ↑ Heinrich Stiewe, Hausbau und Sozialstruktur in einer niederdeutschen Kleinstadt. Blomberg zwischen 1450 und 1870 (Schriften des Westfälischen Freilichtmuseums Detmold – Landesmuseum für Volkskunde; 13), Detmold 1996, S. 310.
- ↑ Joachim Kleinmanns/Ira Spieker, Das Handwerkerhaus aus Blomberg, Detmold 1991, S. 12.
- ↑ Joachim Kleinmanns/Ira Spieker, Das Handwerkerhaus aus Blomberg, Detmold 1991, S. 12.
- ↑ Joachim Kleinmanns/Ira Spieker, Das Handwerkerhaus aus Blomberg, Detmold 1991, S. 12 f.
- ↑ Joachim Kleinmanns/Ira Spieker, Das Handwerkerhaus aus Blomberg, Detmold 1991, S. 13.
Autor*innen
Seitenhistorie
Seite erstellt am 13.08.2024 von Joachim Kleinmanns
Letzte Änderung am: 06.08.2026 von Heinrich Stiewe