Im Haspel 7 (Blomberg)
OrtsteilBlomberg (Kernstadt)
StraßeIm Haspel (Blomberg)
Hausnummer7
Karte
Adressbuch von 1901Ja
Hausnummer117

Alte Hausnummer 117. Kleines giebelständiges Dielenhaus eines Tischlers, umgebaut 1774 (i). Im Dach ältere Sparren von 1545/46 (d) und 1731/32 (d).

Blomberg, Im Haspel 7, Ansicht. Foto: Stiewe 2008
Im Haspel 7, Firstdreieck mit Zange und Hammer als Zeichen eines Schmiedes (?). Foto: Stiewe 2008
Blomberg, Im Haspel 7. Dielentor, "repariret im Jahr 1774. Links Hobel, Winkel und Zirkel als Zunftzeichen eines Tischlers. Foto um 1910, Sammlung Stiewe

Geschichte

Das Haus reicht möglicherweise bis in die Mitte des 16. Jahrhunderts zurück; ein Sparren aus dem Dach datiert 1545/46 (d); zwei weitere erbrachten Fälldaten 1528 und 1542 + x (ohne Splint und Waldkante). Ein weiterer Sparren datiert 1731/32 (d), möglicherweise ein Hinweis auf einen weiteren Umbau.[1]

1774 Umbau und Einbau eines neuen Torbogens durch Tischler Franz Wilhelm Rose. Dieser Tischler war möglicherweise ein Stuhlbauer, der in größerem Umfang Stühle exportierte. 1783, 1785, 1791 und 1795 lieferte ein Blomberger Tischlermeister Rose insgesamt 11 Dutzend Stühle an das Gräfliche Bad in Driburg zur Ausstattung der dortigen neuen Badelogierhäuser.[2]

Gebäude

Kleines giebelständiges Fachwerkhaus, ehemaliges Dielenhaus mit linksseitiger Diele, Fassade heute massiv erneuert und verputzt, Giebel verbrettert. Torbogen mit Umbauinschrift "...REPARIRET IM IAHR 1774", linker Torständer mit Hobel, Winkel und Zirkel als Zunftzeichen eines Tischlers und lippischer Rose, drei Toroberlichter mit neugotischen Kreuzsprossen (nicht erhalten). Firstdreieck des Giebels mit Zange, Herz und Hammer (Zeichen eines Schmiedes?).

Im Dach ältere Dendro-Datierungen mit Fälldaten 1528 + x (6. Gebinde ab Rückgiebel, östlicher Sparren, kein Splint), 1542 + x (5. Gebinde, östlicher Sparren), 1545/46 (7. Gebinde, östlicher Sparren) und 1731/32 (10. Gebinde, westlicher Sparren).[3] Demnach besitzt das Haus möglicherweise einen älteren Kernbau von 1545/46 (d) und ein weiterer Umbau erfolgte 1731/32 (d).

Inschriften

Torbogen mit Umbauinschrift von 1774:

FRANTZ.WILHELM.ROSE.UND.MARGRETA.EHLESABETH. / KORING.REPARIRET.IM IAHR.1774.

Linker Torständer mit lippischer Rose und Hobel, Winkel und Zirkel als Zunftzeichen eines Tischlers; rechter Torständer mit vierteiligem Kreuz und rechts davon älterer rechter Torständer mit Stern.

Eigentümer*innen, Bewohner*innen

1648 Peiter Vesting mit 1 Sohn und 1 Gesellen.[4]

1650 Johann Cörding "uff der Rennen" (Bürgerrecht 1650).[5]

1687 Sohn Peter Cörding (Köhring) "uff der Rennen" (Bürger 1687).

1736 Sohn J. Ernst Köhring (Bürger 1736), Schuhmacher, Camerarius.

1765 Franz Wilhelm Rose (Bürger 1765), Schreiner. Er ließ das Haus 1774 umbauen und einen neuen Torbogen mit der Umbauinschrift REPARIRET IM IAHR 1774 einbauen.

1799 Georg Friedrich Philipp Klemme aus Alverdissen (Bürger 1799), Schreiner.

1824 Sohn Heinrich Friedrich Wilhelm Klemme (Bürger 1824), Schreiner, Ratsherr.

1869 Sohn Heinrich Friedrich August Klemme (Bürger 1869), Tischler.

Literatur

  • Fred Kaspar, Gräflicher Park Bad Driburg. Tradition und Moderne 1782-2007 (3. Arbeitsheft des LWL-Amtes für Denkmalpflege in Westfalen), Petersberg 2007.
  • Heinz-Walter Rolf, Die Bürger der Stadt Blomberg. Namen - Daten - Berufe - Häuser. 1525–1910, Blomberg 1996.
  • Ulrich Meier, Heinrich Stiewe, Blomberg (Historischer Atlas westfälischer Städte, 13), Münster 2022.

Quellen

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Dendrochronololgisches Gutachten von Hans Tije, Neu-Isenburg, vom 24.6.2011 im Auftrag der Stadt Blomberg. Probenentnahme durch Nadine Behrmann.
  2. Gräfliches Archiv Driburg Nr. 924 und 944 (Rechnungen), vgl. Fred Kaspar, Gräflicher Park Bad Driburg. Tradition und Moderne 1782-2007 (3. Arbeitsheft des LWL-Amtes für Denkmalpflege in Westfalen), Petersberg 2007, S. 89f., 180, 193 und 281. Leider wird der Vorname des Tischlermeisters Rose in den Rechnungen nicht genannt; zu den in Frage kommenden Tischlern dieses Namens s. Ulrich Meier, Heinrich Stiewe, Blomberg (Historischer Atlas westfälischer Städte, 13), Münster 2022, Textheft S. 36, Anm. 307.
  3. Dendrochronololgisches Gutachten von Hans Tije, Neu-Isenburg, vom 24.6.2011.
  4. Diese und die folgenden Angaben nach Heinz-Walter Rolf, Die Bürger der Stadt Blomberg. Namen - Daten - Berufe - Häuser. 1525–1910, Blomberg 1996, S. 56ff.
  5. Angaben zum Bürgerrecht nach Wehlt, Bürgerbuch 1974.

Autor*innen

Heinrich Stiewe

Seitenhistorie

Seite erstellt am 03.09.2026 von Heinrich Stiewe

Letzte Änderung am: 03.09.2026 von Heinrich Stiewe