An der großen Mauer 40 (Blomberg)

Aus lippe-haeuser-wiki.de
Zur Navigation springen Zur Suche springen
An der großen Mauer 40 (Blomberg)
OrtsteilBlomberg (Kernstadt)
StraßeAn der großen Mauer (Blomberg)
Hausnummer40
Karte
Adressbuch von 1901Ja
Hausnummer95b

Früheres Haus eines Schuhmachers, erbaut 1767, zuletzt "Noltes Scheune", alte Hausnummer 95b. Abgebrochen 1996.

An der Großen Mauer 40, Giebelansicht. Zustand zur Bauzeit 1767, Rekonstruktion. Aufmaß und Zeichnung: Stiewe 1985 (aus Stiewe 1996)
An der Großen Mauer 40, Torbogen mit Bauinschrift von 1767. Zeichnung: Stiewe 1985 (aus Stiewe 1996)
An der Großen Mauer 40. Querschnitt, Zustand zur Bauzeit 1767, Rekonstruktion (aus Stiewe 1996)
An der Großen Mauer 40, Längsschnitt. Zustand zur Bauzeit 1767, Rekonstruktion (nach Stiewe 1996)
An der Großen Mauer 40, Rückgiebel, Zustand 1985 (nach Stiewe 1996)
An der Großen Mauer 40, rechte Traufseite, Zustand 1985 (aus Stiewe 1996)
An der Großen Mauer 40, Schiebefenster mit Bleiverglasung (aus Stiewe 1996)

Geschichte

Das kleine Dielenhaus wurde 1767 von dem Schuhmacher Johann Arend Prasse erbaut. Nach seiner Einheirat im Haus Petersilienstraße 15 verkaufte er es 1778 an den Stadtschäfer Johann Henrich Klingenberg. Zuletzt stand das Haus leer und diente bis zu seinem Abbruch 1996 als "Noltes Scheune".

Gebäude

Kleines dreischiffiges Dielenhaus von 6 Fachen, erbaut 1767, abgerissen 1996. Zweifach auf Stichbalken mit Füllhölzern vorkragender Giebel, oberes Giebeldreieck zuletzt verbrettert, ursprünglich mit Backsteinen ausgefacht. Leicht nach rechts verschobenen Mitteldiele, links breites Seitenschiff mit unterkellerter Stube und Kammer, anschließend halbhohe Küchenlucht. In einer Taxation von 1847 werden "3 Brand Mauern und Feuerheerd", eine dreiseitig ummauerte Herdstelle ohne Schornstein, genannt. Schmaleres Seitenschiff rechts mit kleiner Stube, zwei Fach langem Kuhstall (unter Kuhnackenriegel zur Diele geöffnet) und kleiner Kammer. Dielentor mit zwei Oberlichtern mit balusterförmigen Rauchgittern, Mittelstiel mit Schuh, Hammer und Zange als Zunftzeichen eines Schuhmachers. Hochständerdachwerk mit Längsunterzügen und Aufzugschacht zwischen zwei Hochständern im 3. Fach. Fachwerk noch zum Teil mit bauzeitlicher Ausfachung mit Spaltholz-Flechtwerk und Lehmbewurf. An der linken Traufwand wr ein bauzeitliches Schiebefenster mit Bleiverglasung erhalten.

Inschriften

Torbogen mit Stern und Rose auf den Ständern; auf dem Mittelstiel zwischen den Oberlichtern Hammer, Zange und einem Schuh als Zunftzeichen der Schuhmacher; Inschrift:

JOHAN AREND PRASSE UND / ANNA MARIA ELSABET RINSCHEN / ANNO 1767

Eigentümer*innen, Bewohner*innen

Das Haus wurde laut Torbogeninschrift von Johann Arend Prasse und Anna Maria Elisabet Rinschen Anno 1767 erbaut. Prasse (Bürgerrecht 1755) war Schuhmacher, 1776 (VZ) war er verwitwet und lebte mit drei Töchtern und zwei Kühen in dem Haus.

1778 Einheirat von Johann Arend Prasse im Haus Petersilienstraße 15; Verkauf des bisherigen Hauses an der Großen Mauer an den Stadtschäfer Johann Henrich Klingenberg. Dieser lebte 1782 (VZ) mit Frau und zwei Kindern in dem Haus und hielt 2 Kühe, 1 Kalb und 2 Schweine (VZ 1801: 4 Kühe, 1 Ziege). Der "Schaaf-Hirte" Klingenberg (VZ 1776) besaß außerdem eine große Scheune vor der Stadtmauer (etwa gegenüber dem Haus).

1841 (Bürgerrecht): Sohn Simon Henrich Adolph Klingenberg (Stadtschäfer), 1841 Witwe mit zwei Kindern und Magd Dorothea Gröne.

1870 (Taxation): Fuhrmann und "Stuhlhändler" Adolph Hausmann (Bürgerrecht 1856, als Maurer).

Literatur

Heinz-Walter Rolf, Die Bürger der Stadt Blomberg. Namen - Daten - Berufe - Häuser. 1525–1910, Blomberg 1996.

Heinrich Stiewe, Hausbau und Sozialstruktur in einer niederdeutschen Kleinstadt. Blomberg zwischen 1450 und 1870 (Schriften des Westfälischen Freilichtmuseums Detmold – Landesmuseum für Volkskunde; 13), Detmold 1996.

Quellen

Weblinks

Einzelnachweise


Autor*innen

Heinrich Stiewe

Seitenhistorie

Seite erstellt am 11.09.2026 von Heinrich Stiewe

Letzte Änderung am: 11.09.2026 von Heinrich Stiewe