Wilbasen, Wohnplatz in Siebenhöfen

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Wilbasen, Wohnplatz in Siebenhöfen
GroßgemeindeBlomberg
Karte

Wilbasen ist ein Wohnplatz an der Bundesstraße 1 zwischen Siebenhöfen und Blomberg. Er besteht aus dem früheren Meierhof Stork, Siebenhöfen Nr. 10 (heute Wilbaser Straße 5) und dem weiter westlich an der B 1 gelegenen Festplatz. Hier findet alljährlich am zweiten Wochenende im September der "Wilbaser Markt", eine große Stoppelkirmes vor den Toren der Stadt Blomberg, statt. Auf dem Meierhof Stork tagte unter einer Linde der Freistuhl von Wilbasen, ein mittelalterliches Freigericht, und hier lag die 1398 urkundlich erwähnte Kapelle von Wilbasen, eine Wallfahrtskapelle, die zeitweilig auch als Grablege der Edelherren zur Lippe genutzt wurde.

Lage

Der frühere Meierhof Stork liegt als Einzelhof an der heutigen Bundesstraße 1, der früheren "Cöllnischen Landstraße", etwa 1,5 km westlich der Stadt Blomberg. Östlich verläuft das "Talsystem des Königsbaches" (auch: Hainbach, früher "Wilbaser Beke"), westlich führt ein alter Hohlweg in nord-südlicher Richtung an der Hofstelle vorbei. Nordöstlich des heutigen Hofes hat Willy Gerking durch archäologische Streufunde mit Keramikscherben des 9. bis 14. Jahrhunderts eine Wüstung lokalisiert.[1]

Verwaltungszugehörigkeit

Der Wohnplatz Wilbasen mit dem früheren Meierhof Stork gehörte mit der alten Kolonatsnummer 10 zur Bauerschaft (Gemeinde) Siebenhöfen, die seit dem 1.1.1970 ein Ortsteil der Stadt Blomberg ist.

Geschichte

Siedlungscharakteristik

Großer Einzelhof westlich der Stadt Blomberg.

Pläne, Ortsansichten

Flurkarte der Gemarkung Blomberg des Geometers Johann Christoph Friemel, 1750

Ortsname

Älteste Erwähnungen: 1036-1051 (Fälschung des 12. Jh.): in Wigodessun 1146: decimam in Wilbodessun 1183: decimam in Wilbod 1271: de decima in Wilbodessen 1400: Kapelle zu Wyllebadesen 1400: Marienkapelle zu Wilbodessen 1440: in Wilbadessen 1480: in Wilbasen Birgit Meineke deutet den Ortsnamen als eine Bildung aus dem Personennamen Wil(le)bod mit dem Grundwort husen, "bei den Häusern des Wil(le)bod".[2]

Bevölkerung

Hausstätten

Meierhof Stork, Siebenhöfen Nr. 1 = Wilbaser Straße 5

Verkehrswege

An Wilbasen vorbei führt die Bundesstraße 1, die frühere "Cöllnische Landstraße", eine alte Handelsstraße, die als ein Zweig des westfälischen Hellwegs von Paderborn über die Egge bei Horn nach Blomberg führt und von dort weiter über Hameln in Richtung Braunschweig und Magdeburg verläuft.

Straßen

Wilbaser Straße (Blomberg)

Literatur

Ulrich Meier/Heinrich Stiewe, Blomberg (Historischer Atlas westfälischer Städte, 13), Münster 2022.

Birgit Meineke, Die Ortsnamen des Kreises Lippe (Westfälisches Ortsnamenbuch, 2), Bielefeld 2010.

Heinrich und Berta Plöger, 16 Hofgeschichten aus dem Kirchspiel Reelkirchen (Beiträge zur Familiengeschichte Theopold), Masch.-schr. Manuskript Reelkirchen 1972.

Heinrich Stiewe, "Bernhardiner-Bauten". Häuser und Höfe von Nachfahren Bernhards VII. zur Lippe aus dem 16. bis frühen 18. Jahrhundert, in: Wolfgang Bechtel, Margit Lenniger, Roland Linde u. a., Bäuerliche und bürgerliche Nachkommen Bernhards VII. zur Lippe (1428-1511) bis zum Beginn des 18. Jahrhunderts (Beiträge zur westfälischen Familienforschung 69, 2011), Münster 2013, S. 40-73.

Quellen

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Willy Gerking, Die Wüstungen des Kreises Lippe (...), ..., S. ...
  2. Birgit Meineke: Die Ortsnamen des Kreises Lippe, Bielefeld 2010 PDF, S. 523f.

Autor*innen

Heinrich Stiewe

Seitenhistorie

Seite erstellt am 12.09.2026 von Heinrich Stiewe

Letzte Änderung am: 12.09.2026 von Heinrich Stiewe