Orpingstraße 13 (Lemgo)

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Orpingstraße 13 (Lemgo)
OrtsteilLemgo (Kernstadt)
StraßeOrpingstraße (Lemgo)
Hausnummer13
Karte
QuartiersnummerHB 96
Adressbuch von 1901Ja
GemeindeLemgo (Kernstadt)
StraßeOrpingstraße
Hausnummer013

Ein Fachwerk-Giebelhaus aus der 1. Hälfte des 16. Jahrhunderts. Ursprünglich als Teil der Heilig-Geist-Bauerschaft (Abkürzung: H.B./H.G.B.) Nr. 96 geführt, später als Orpingstraße Nr. 13. Eintragung in die Denkmalakte der Stadt Lemgo im Jahr 1990.

Geschichte

Das Fachwerkhaus an der Orpingstraße Nr. 13 ist eines der wenigen kleinen Bürgerhäuser aus der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts die im gesamten Stadtbereich erhalten geblieben sind, im städtebaulichen Bebauungszusammenhang der Orpingstraße ist es das einzige weitgehend erhaltene kleine Bürgerhaus dieser Zeit.

Es ist bedeutend für die Geschichte der Stadt Lemgo, da es als selten erhaltenes Beispiel die Bautechnik und Nutzung kleiner Bürgerhäuser ärmerer sozialer Schichten der Stadtbevölkerung im 16. Jahrhundert belegt. Heute ist die Neustadt überwiegend von Bauten der Wiederaufsiedlung der Neustadt in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts und des 19. Jahrhunderts geprägt.

Während die wohlhabenden Bürger der Stadt Lemgo bis weit in das 16. Jahrhundert ihre großen Häuser überwiegend und bevorzugt als Steinbauten errichteten, war die Fachwerkbauweise zu dieser Zeit die vorherrschende Konstruktionsform der kleineren Häuser ärmerer Bürger der Stadt. Nach dem wirtschaftlichen Niedergang der Stadt und dem enormen Bevölkerungsverlust im Verlauf des 30-jähri-gen Krieges fielen weite Teile der Neustadt wüst, wobei insbesondere der Kleinhausbestand unterging. Die verbliebenen Bürger der Stadt bevorzugten die Nutzung des größeren, komfortableren Bürgerhausbestandes.

Gebäude

Bei dem Gebäude handelt es sich um ein kleines Fachwerk-Giebelhaus aus der 1.Hälfte des 16. Jahrhunderts von 7m Breite und 10,30m Länge. Das als Dielenhaus gehaltene Gebäude bestand ursprünglich im rechten Hausteil aus einem Fachwerkeinbau mit Erd- und Zwischengeschoss, wovon nur Teile des Einbaus erhalten sind. Das Zwischengeschoss war zwischenzeitlich aufgegeben worden und die Decke zwischen Erd- und Zwischengeschoss entfernt worden.

Der Dachstuhl besteht aus sechs Sparrengebinden, einer doppelten Kehlbalkenlage und ca. 60 Grad Dachneigung. Die Kehlbalkenlagen im 2 – 4 Gebinde wurden ca. 1965 durch höhergelegte neue, mit den Sparren verbolzte neue Kehlbalken ersetzt. Der zur Orpingstraße gelegene Fachwerkgiebel ist in späterer Zeit umgestaltet worden, vermutlich nach Aufgabe des Zugangs zur links angeordneten Diele. Der Rückgiebel ist zum Teil mit senkrechter Verbretterung zum Teil mit neuzeitlichen Faserzementplatten vor den Dachsparren und Kehlbalken des Dachstuhls versehen.

Die Traufseite des Gebäudes zur Hüttenstraße hin ist mit nur einer Riegelreihe versehen. Die ca. 1,80 m breiten Fachwerkfelder sind durch senkrechte Zwischenhölzer geteilt. Die Schwelle steht auf einem ca. 40 cm hohem Bruchsteinsockel. Die Dachbalkenlage ist über dem Wandrähm vorkragend, wobei die Vorkragung von tiefgekehlten spätgotischen Knaggen getragen wird, die mit gedrehten und gekerbten Wülsten versehen sind. Die beiden südlichen Knaggen an der Ostseite sind in jüngerer Zeit mit flacherer Kehlung erneuert worden und dabei den vier Originalen grob nachempfunden. Im Wandgefüge sind die Ständer mit zurückliegenden Kopfbändern beidseitig mit dem Rähm verstrebt, in den meisten Feldern jedoch von deren Außenputz überdeckt. Im Inneren sind die Wandständer beider Traufseiten mit Kopfbändern zur Dachbalkenlage versehen. Alle Fenster sind neuzeitlich erneuert und der Hauszugang an die Seite des Rückgiebels verlegt worden.

Inschriften

Eigentümer*innen, Bewohner*innen

Literatur

Quellen

"Straßenverzeichnis mit Hausnummern. Neue und alte Hausnummern -vor 1890- ermittelt aus B 2601", Lemgo 1972, S. 21.

Denkmalliste der Stadt Lemgo, Nr. A 446.

Weblinks

Einzelnachweise


Autor*innen

Nils Lienenlüke

Seitenhistorie

Seite erstellt am 10.04.2026 von Nils Lienenlüke

Letzte Änderung am: 10.04.2026 von Nils Lienenlüke