Langer Steinweg 8 (Blomberg)

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Langer Steinweg 8 (Blomberg)
OrtsteilBlomberg (Kernstadt)
StraßeLanger Steinweg (Blomberg)
Hausnummer8
Karte
Adressbuch von 1901Ja
GemeindeBlomberg
StraßeLanger Steinweg
Hausnummer8
Ergänzte Hausnummer269

Alte Hausnummer Blomberg Nr. 269. Große bürgerliche Hausstätte, Fachwerk-Dielenhaus mit Saal des späten 16. Jahrhunderts, 1912 abgebrochen und durch historistischen Neubau ersetzt.

Geschichte

Gebäude

Heutiger Bau von 1912: Zweigeschossiges, giebelständiges Wohn- und Geschäftshaus, historistischer Putzbau mit Werksteingliederung, zweifach vorkragender Fachwerkgiebel, im 1. OG links Fachwerkerker, reiche Zierschnitzereien der Neorenaissance. Ladeneinbau im Erdgescchoss, Mitteleingang undd zwei große Schaufenster mit Werksteingewänden.

Altbau, spätes 16. Jahrhundert, abgebrochen 1912: Rekonstruktion der ursprünglichen Bau- und Raumstruktur nach rekonstruierender Fassadenansicht von Charton und Stiehl (1883) und schematischem Aufmaß von Hugo Ebinghaus (1912): Fachwerk-Giebelhaus, ursprünglich zweischiffiges Dielenhaus (Dreiständerbau) mit rückwärtigem Saal. Dreifach auf Stichbalken vorkragender Giebel aus kräftigen Hölzern, Vorkragungen mit reicher Zahnschnittdekoration, nach oben abnehmend. Im unteren Giebelstockwerk Brüstungsgefache mit Andreaskreuzen, unter dem Rähm des Dielen-Untergeschosses breite vorgenagelte Bohle mit Inschrift in Fraktur. Leicht außermittiger Torbogen aus sehr breiten Hölzern, Inschrift verwittert (auf hist. Fotos nicht erkennbar), umlaufendes breites Zierband mit Taubändern und mittlerer Perlschnur, unten in Schlingen auslaufend. Obere Flügel des Dielentores bauzeitlich, mit Lilienbeschlägen. Links Sturzriegel über den beiden Fenstern der Stube (ursprünglich Fensterband mit Bleiverglasung), mit Tauband und Resten weiterer Zierschnitzereien. Rechts vom Torbogen Rest einer langen Fußstrebe, Fenster im EG jünger.

Zweischiffiges Dielen-Vorderhaus von sieben Fachen (8 Gebinden), rechts eingezogenes unterkellertes Saal-Hinterhaus von vier Fachen. Zweites, schmaleres Seitenschiff rechts wohl im 19. Jahrhundert eingebaut.

Das 1912 abgebrochene Gebäude war das bedeutendste Fachwerk-Bürgerhaus der Spätrenaissance in Blomberg,reiche Zahschnittdekoration der Fassade in enger Abhängigkeit vom Rathaus (1587). Auch in seiner inneren Raumstruktur und Ausstattung (Dielen- und Saalkamin, Saalfenster mit alter Bleiverglasung) war das Haus vorzüglich erhalten.

Inschriften

Torbogen: Inschrift vermutlich verwittert, auf historischen Fotos nicht erkennbar. Umlaufendes breites Zierband mit zwei Taubändern und mittiger Perlschnur, unten in Schlingen auslaufend.

Giebelinschrift auf breiter, vorgenagelter Bohle mit Zahnschnittkanten, unterhalb des Rähms:

Erkenne Gott undt rufe in an In allem waß du begehrst zu thun So wirdt Ehr dein anschläge und fleiß regiern daß du erlangest preiß. Gal. 3. ca. Gots Gnad hilft fro und spat.

Eigentümer*innen, Bewohner*innen

Literatur

Hugo Ebinghaus, Das Ackerbürgerhaus der Städte Westfalens und des Wesertales, Dresden 1912.

Heinz-Walter Rolf, Blomberg. Geschichte - Bürger - Bauwerke, Blomberg 1981.

Heinz-Walter Rolf, Die Bürger der Stadt Blomberg. Namen - Daten - Berufe - Häuser. 1525–1910, Blomberg 1996.

Heinrich Stiewe, Hausbau und Sozialstruktur in einer niederdeutschen Kleinstadt. Blomberg zwischen 1450 und 1870 (Schriften des Westfälischen Freilichtmuseums Detmold – Landesmuseum für Volkskunde; 13), Detmold 1996.

Quellen

Weblinks

Einzelnachweise


Autor*innen

Heinrich Stiewe

Seitenhistorie

Seite erstellt am 08.08.2026 von Heinrich Stiewe

Letzte Änderung am: 08.08.2026 von Heinrich Stiewe