Marktstraße 22 (Heiden)

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Marktstraße 22 (Heiden)
OrtsteilHeiden
StraßeMarktstraße (Heiden)
Hausnummer22
Karte
Adressbuch von 1901Ja
GemeindeHeiden
Hausnummer039

Ehemals Heiden Nr. 39

Anzeige im Adressbuch 1901

Geschichte

Die Hausstätte Marktstraße 22 / vor 1970 Marktstraße 14 / Heiden Nr. 39 gehört zu der Gruppe von Gebäuden, die als Kirchplatzbebauung mit der Kirche ein in Westfalen fast einmaliges Ensemble historischer Bausubstanz bilden. Das Haus Marktstraße 22 steht mitten in dieser Hausgruppe.

Aus den weitergehenden Recherchen zur Errichtung des benachbarten Hauses Kirchplatz 4 lässt sich entnehmen, dass ein Vorgängerbau dieses Gebäudes, der „Neue Krug“ vor 1732 abgebrannt war, und zwar zusammen mit dem Haus des Tischlers Koch, welches danach an anderem Standort, heute Kirchplatz 4, neu errichtet wurde. Das machte es damals möglich, den „Neuen Krug“ in vergrößerter Form wieder aufzubauen.

Gebäude

Hausstätte Heiden ehem. Nr. 39, Foto: Pahmeier, 1970, LLB BA TB-18-33
Hausinschrift Heiden Nr. 39, Foto: Hans-Christian Schall, 2009

1732 wurde dieser neue „Neue Krug“ wieder errichtet. Das zweigeschossige Fachwerkhaus steht traufenständig zur Marktstraße auf einem ca. 1,20 m hohem Bruchsteinsockel, einem Satteldach mit roten Hohlpfannen und an den Giebelseiten sehr nahe an den Nachbarhäusern. Das Fachwerkhaus hat eine Länge von 14 Gefachen, ist teilweise unterkellert und zeigt im südwestlichen, nicht unterkellerten Teil noch einen Torbogen als Zufahrt zu einer ehemaligen Querdeele. Neben einem kleinen Vorbau führt eine Treppe mit sieben Stufen außen zum Eingang von der Marktstraße. Ein weiterer ebenerdiger Eingang mit einem Windfangvorbau besteht von der Kirchplatzseite.

Das Gebäude wurde offenbar seit der Wiedererrichtung durchgehend als Gaststätte genutzt, bis 1945 von der Familie Linke, zuletzt bis ca. 1980 von der Familie Nieschalk. Danach ist das Haus zu einem Wohnhaus umgebaut worden.

Marktstraße 22, Kirchplatzseite, Foto Lothar Kaup 2011

Das Gebäude wurde in die Denkmalliste der Stadt Lage eingetragen.

Gaul notierte um 1960: "Nr. 39. 1732. Meister Joh. Jost Bendt. Traufseite zur Straße mit Torbogen rechts und Auslucht links. Torbogen mit Inschr., Joh. Christofel Hunnckemeier u. Anna Mari Liesebet Glander u b."[1]

Inschriften

ANNO 1732 DEN 25 MAIUS HAT JOHAN CRISTOFEL HUENCKEMEIER
UND ANNA MARI LIESEBET GLANDERUB HABEN DIS HAVS LASEN BAVEN
PSAALM XC W13 HERR KEHRE DICH DOCH WIEDER ZU UNS VND SEY
DEINEN KNECHTEN GNÄDIG MEISTER IOHAN IOST BENDT

Eigentümer*innen, Bewohner*innen

  • 1732 Johan Cristofel Huenkemeier und Anna Mari Lisebet Glanderub
  • 1781[2] Nr. 39 Neue Krüger, Groteguth, ein Straßenkötter
  • 1829[3] Nr. 39 Neuekrüger, mode Grotegut, ein Straßenkötter
  • 1855[4] Nr. 39 Hordtriede, jetzt Linke, August, Bäcker und Wirt (1882)
  • 1901[5] Martha Linke, Witwe, Gastwirthschaft
  • 1926[6] Martha Linke, Witwe, Kaufm.

Literatur

Quellen

LAV NRW OWL, L 101 C I Nr. 109: Salbuch Vogtei Heiden 1781 Digitalisat.

LAV NRW OWL, L 101 C I Nr. 121: Salbuch Vogtei Heiden 1829 Digitalisat.

LAV NRW OWL, L 101 C I Nr. 137: Salbuch Vogtei Heiden 1855 Digitalisat.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. StadtA Lemgo, 14 L 9983: Otto Gaul, Landkreis Detmold, Typoskript, um 1960, S. 169 Digitalisat
  2. LAV NRW OWL, L 101 C I Nr. 109: Salbuch Vogtei Heiden 1781, S. 89
  3. LAV NRW OWL, L 101 C I Nr. 121: Salbuch Vogtei Heiden 1829, S.157
  4. LAV NRW OWL, L 101 C I Nr. 137: Salbuch Vogtei Heiden 1855, S. 91
  5. Adressbuch für das Fürstenthum Lippe, Detmold 1901 Digitalisat, S. 257.ff.
  6. Adreßbuch des Landes Lippe, Detmold 1926 Digitalisat, S. 731.ff.

Autor

Lothar Kaup

Seitenhistorie

Seite erstellt am 12.03.2025 von Hans-Christian Schall

Letzte Änderung am: 27.08.2026 von Lothar Kaup