Papenwinkel Kirche (Schwalenberg)

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Papenwinkel Kirche (Schwalenberg)
OrtsteilSchwalenberg
StraßePapenwinkel (Schwalenberg)
HausnummerKirche
Karte
Adressbuch von 1901

Ev.-ref. Kirche Schwalenberg

1231 erstmals erwähnt, steht am nördlichen Ende der Brauergildestraße.

Geschichte

Innenraum der ev.-ref. Pfarrkirche in Schwalenberg, Blick nach Osten, 2021, Foto: Joachim Kleinmanns
Grafenempore in der ev.-ref. Pfarrkirche in Schwalenberg, 2021, Foto: Joachim Kleinmanns
Wandmalerei des "Himmlischen Jerusalem" in der ev.-ref. Pfarrkirche in Schwalenberg, 2021, Foto: Joachim Kleinmanns
Sakramentnische in der ev.-ref. Pfarrkirche in Schwalenberg, 2021, Foto: Joachim Kleinmanns
Wandmalerei des "Himmlischen Jerusalem" in der ev.-ref. Pfarrkirche in Schwalenberg, 2021, Foto: Joachim Kleinmanns
Wandmalerei des "Himmlischen Jerusalem" in der ev.-ref. Pfarrkirche in Schwalenberg, 2021, Foto: Joachim Kleinmanns

Die Kirche ist im Zusammenhang mit der Stadtgründung entstanden. 1231 wird sie erstmals urkundlich als "ecclesia in oppidum Swalenberg" erwähnt.[1] Das ursprünglich Patrozinium lautete St. Johannes. In den 1530er Jahren wurde die Gemeinde lutherisch, 1605 schloss sich die Gemeinde der Reformation an.

1624–1626 wurde die Kirche durch eine Geweölbejoch nach Westen verlängert, um der gewachsenen Gemeinde ausreichend Platz zu bieten, und erhielt einen Dachreiter als Glockenturm. Die damals aufgehängte Glocke hatte Meister Cord Kleimann in Lemgo gegossen.

Weitere Veränderungen waren 1650 der Austausch des alten Hochaltars gegen einen schlichten Abendmahlstisch, wie er dem reformierten Bekenntnis entsprach. 1661 wurden Priechen (Emporen) im Langhaus eingebaut, 1685 im Chor, 9 Jahre später durch eine kurze Nordempore erweitert, die Brüstungen noch sehr traditionell in Formen der Spätrenaissance. 1700 wurde die neue Kanzel an der Südwestecke des Chors aufgestellt und kurz nach 1732 auf der Südostseite des Langhauses die Grafenempore.

Die Orgel auf der Südempore, 1983 von der Firma Führer in Wilhelmshaven geschaffen, ist eine Rekonstruktion der 1949 durch einen Schwelbrand zerstörten Orgel der Orgelbauer Oestreich aus Fulda von 1814.

Gebäude

Schlichter, turmloser Kirchenbau mit einschiffigem Langhaus (1624–1626 um ein Joch nach Westen erweitert). Im Osten eingezogener und niedrigerer Chor mit geradem Abschluss. Die ursprünglichen Flachdecken vermutlich nach Beschädigung beim Stadtbrand 1307 eingewölbt. Eine Lavabo-Nische, ehemals zur Aufnahme eines Handwaschgeräts, befindet sich an der Südostecke des Langhauses. In der Nordwand des Chores fällt eine Sakramentsnische von 1489 [i] auf, gegenüber eine Piscine, ein Ausguss für überschüssiges Weihwasser.

An Ausstattung sind erwähnenswert der achteckige Taufstein des 13. Jh., 1981 im Chor aufgestellt. Grabplatten für den Drosten Hermann von Mengersen († 1558) und Anna Siverdes († 1574), Ehefrau des Vogtes Tile von Mengersen, innen an der Westwand (die Grabkammer befindet sich unter dem Schiff). Ein Epitaph stellt Burkhard von Kanne zu Breitenhaupt († 1581) und seine Frau Anna von Exterde († 1629) kniend unter dem Kreuz dar.

1980/81 wurden Wandmalereien aus der Mitte des 16. Jh. aufgedeckt, u. a. eine Darstellung des Himmlischen Jerusalem an der Nordwand, 1683 aus religiösen Gründen übertüncht. Sie erinnern an die Ausmalung der Pfarrkirche in Sonneborn. Hier wie dort war wohl Graf Hermann Simon von Spiegelberg-Pyrmont aus dem haus Lippe der Auftraggeber.[2] Priechen (Emporen) des 17. Jh. in Spätrenaissance-Formen, Grafenempore kurz nach 1732 auf der Südostseite des Langhauses, von außen über eine eigene Treppe zugänglich. Emporenbrüstung ist mit gemalten Wappen der Stammfolge der Herrscherpaare von Simon VI. und Elisabeth zur Lippe bis hin zu Friedrich Carl August und Barbara Eleonore zur Lippe-Biesterfeld. Die Orgel ist eine Rekonstruktion der 1949 verbrannten Oestreich-Orgel von 1814.

Inschriften

Glocken

Die älteste Glocke aus dem Jahr 1624 trägt den Namen Festtagsglocke. Die Bet- und Bürgerglocke mit dem Schlagton f1 aus dem Jahr 1764, Umguß 1842 fiel unter die Kriegsabgabe 1942. Die Kleppglocke mit dem Schlagton g1 fiel ebenfalls unter die Kriegsabgabe 1942, konnte jedoch am 4. November 1948 von der Sammelstelle Lünen nach Schwalenberg zurück gebracht werden. Für die f-Glocke wurde 1960 bei Gebrüder Rincker in Sinn eine neue Glocke gegossen. [3], [4]

Schlagton Gussjahr ⌀ in mm m in kg Inschrift
c2 1624 690 k.A. SOLI DEO GLORIA . ANNO 1624
M. CORDT KLEIMANN, Glockengeter zu Lemgo.
g1 1851 1030 700 Ich wurde gegossen von H.L.Lohmeier in Gütersloh für die Gemeinde Schwalenberg unter dem Amtmann Overbeck, Pastor Zeiß, Bürgermeister Kreienmeier und Schlingmann, den Kirchendechen Schlingmann, Ridder, Vietmeier.
a1 1960 890 356 O Land, Land, Land, höre des Herrn Wort.
Meine Vorgängerin aus dem Jahre 1842 mußte 1942 abgeliefert werden. Seit 1960 rufe ich die Gemeinde.

Orgel

Eigentümer*innen, Bewohner*innen

Ev.-ref. Gemeinde.

Literatur

Roland Linde/Heinrich Stiewe, Schwalenberg (Lippische Kulturlandschaften; 45), Detmold 2020.

Quellen

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Roland Linde/Heinrich Stiewe, Schwalenberg (Lippische Kulturlandschaften; 45), Detmold 2020, S. 11.
  2. Roland Linde/Heinrich Stiewe, Schwalenberg (Lippische Kulturlandschaften; 45), Detmold 2020, S. 13.
  3. Lippische Landeskirche, Archivbestand 07.17, Glockensachverständiger
  4. Ernst Wiesekopsieker, Die Glocken des Lipperlandes, 1970. Unveröffentlichtes Manuskript, Archiv der Lippischen Landeskirche 02.01.01 Nr. 3237

Autor(innen)

Joachim Kleinmanns, Wolfgang Kramer

Seitenhistorie

Seite erstellt am 07.03.2024 von Joachim Kleinmanns

Letzte Änderung am: 11.09.2026 von Wolfgang Kramer