Lakeweg 9 (Belle)

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Lakeweg 9 (Belle)
OrtsteilBelle
StraßeLakeweg (Belle)
Hausnummer9
Karte
Adressbuch von 1901Ja
GemeindeBelle
WohnplatzLakehof
Hausnummer001

Der Lakehof ist ein großer Einzelhof nordöstlich des Dorfes Belle. Vollspännerhof, früher Belle Nr. 1 (heute Lakeweg 9).

Geschichte

Der Lakehof ist ein großer, vermutlich hochmittelalterlicher Einzelhof mit umgebender Kampflur. Von der alten Hofstelle am Hang eines Höhenrückens zwischen dem Molkenberg im Westen und dem Nessenberg im Osten hat man einen weiten Blick in die fruchtbare Lössbörde des Steinheimer Beckens.

Der Hof ist seit Jahrhunderten in Familienbesitz; die Hof- und Familiengeschichte lässt sich bis in das 15. Jahrhundert nahezu lückenlos zurückverfolgen. Der Familienname "Lakemeyer" ist im 16. Jahrhundert aus der Ortsbezeichnung des Hofes "upper Lake", d. h. oberhalb eines Teiches oder Feuchtgebietes gelegen, in Verbindung mit der bäuerlichen Berufsbezeichnung "Meier" entstanden. Im Landschatzregister von 1488 wird "der junge Brughenne" genannt; 1497 heißt er "Brughenne upper Lake". Der heutige Name "Lakemeyer" erscheint erstmals 1557.[1]

Der Hof ist vermutlich ein alter Haupthof der "Herrentruper Mark", der ursprünglich zum Tafelgut der Paderborner Bischöfe gehörte. 1036 hatte Bischof Meinwerk von Paderborn 17 Haupthöfe und 71 Vorwerke aus diesem Tafelgut dem neugegründeten Busdorfstift in Paderborn geschenkt. Die "curia Hardinctorp" war eines dieser Vorwerke und gehörte zum Haupthof Oeynhausen (bei Steinheim), sie hatte 1036 60 Scheffel Roggen, 84 Scheffel Hafer, 6 Denare (Pfennige), eine Gans und zwei Hühner an das Busdorfstift zu liefern.[2] Unklar ist der Zusammenhang zwischen der "curia Hardinctorp" und dem heutigen Lakehof, der als Einzelhof sicherlich schon im Hoch- oder beginnenden Spätmittelalter entstanden ist.

Seit dem Spätmittelalter war der Hof den drei "Markjunkern" von Donop, von Mengersen und von Friesenhausen, die vom Stift Busdorf mit der "Herrentruper Mark" belehnt worden waren, als Grundherren abgabe- und dienstpflichtig. Als Vollspänner musste der Lakemeyer mit einem vollen Gespann, also vier Pferden, Spanndienste leisten. Lakemeyer war dem lippischen Landesherrn eigenbehörig, doch gelang es Johann Wilhelm Lakemeyer (1727-1799) um die Mitte des 18. Jahrhunderts, sich aus der Leibeigenschaft freizukaufen. In der Volkszählung von 1766 wird er als "Freimeier" bezeichnet. Dennoch musste der Hof weiterhin umfangreiche Abgaben und Spanndienste an die Landesherrschaft leisten.

Der Landbesitz des Lakehofes betrug nach dem Salbuch von 1643/44 290 Scheffelsaat (ca. 49 Hektar) Ackerland, 6 "Dreißkämpe" (Dauerweiden) von etwa 20 Morgen (5 ha) und vier Wiesen, die je 1 Fuder Heu einbrachten. Außerdem besaß der Hof Nutzungsrechte an der Beller Gemeinheit und umfangreiche Hudeberechtigungen in der "Herrentruper Mark". Im Salbauch von 1721 werden nur ca. 32 ha Ackerland, 7 Weiden und 4 Fuder Wiesewachs angegeben. 1829 war der Besitz auf 60 ha Äcker und Weiden angestiegen und vergrößerte sich durch die Gemeinheitsteilung und Zukäufe auf 90,6 ha im Jahre 1953.[3]

Gebäude

Inschriften

Eigentümer*innen, Bewohner*innen

Literatur

Eduard Schulte, Der Lakehof und seine Erbmeier, Wattenscheid 1954.

Heinrich Stiewe, Lippische Bauernhöfe des 16.–19. Jahrhunderts (Schriften des Lippischen Landesmuseum, hg. v. Friedrich Hohenschwert; 1), Detmold 1985

Quellen

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Eduard Schulte, Der Lakehof und seine Erbmeier, Wattenscheid 1954, S. 7.
  2. Schulte 1954, S. 4.
  3. Stiewe, Bauernhöfe, S. 26f.

Autor*innen

Heinrich Stiewe

Seitenhistorie

Seite erstellt am 13.09.2026 von Heinrich Stiewe

Letzte Änderung am: 13.09.2026 von Heinrich Stiewe