Jüdischer Friedhof I (Detmold)

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Jüdischer Friedhof I (Detmold)
OrtsteilDetmold (Kernstadt)
Karte
StraßeRichthofenstraße (Detmold)


Geschichte

"Der genaue Zeitpunkt der Anlegung des ersten jüd. Friedhofs in Detmold lässt sich nicht ermitteln, muss aber nach 1650/52 erfolgt sein, da in diesem Zeitraum die im Raum Detmold ansässigen Juden die Bitte äußerten, ihnen die Anlage eines eigenen Begräbnisplatzes zu gestatten. Dieser Friedhof (früher Lemgoer Str., heute Richthofenstr.) befand sich nahe beim Friedhof der ev.-ref. Gemeinde, der 1625 zunächst als Pestfriedhof vor dem Lemgoer Tor angelegt worden war. Da der jüd. Friedhof 1724 nur noch wenig freien Platz bot, kaufte die Judenschaft 1726 einen angrenzenden Garten. Auf dem alten Areal fanden bis 1770 noch vereinzelt Bestattungen verarmter Juden statt. 1829/30 wurden Teile beider Parzellen überbaut, die Überreste der Verstorbenen unter Aufsicht von Gemeindemitgliedern geborgen und erneut auf dem verbleibenden Teil des Friedhofs bestattet. Als dieser Friedhof vollständig belegt war, bemühte sich die Gemeinde um ein neues Gelände. Die Regierung stimmte dem Gesuch trotz Widerstreben des Magistrates zu. Die letzte Bestattung fand dort 1880 statt. 1936 beschloss der Vorstand, nachdem die Stadt Detmold „die Abtretung verlangt und die Enteignung angedroht“ hatte, 'den von der Stadt Detmold zu Strassenzwecken in Anspruch genommenen Teil des alten jüdischen Friedhofes zu veräussern'. 1939 musste die RV dieses Gelände an die Stadt Detmold veräußern. Noch brauchbare Steine sollten 1948 auf einem Gedenkfeld auf dem neuen Friedhof an der Spitzenkamptwete zusammengefasst werden. 1950 verzichtete die Gemeinde auf die Rückgabe des Geländes an der Richthofenstraße."[1]

Beschreibung

Blick von der Richthofenstraße auf die Mauer des jüdischen Friedhofs, Foto: Wilhelm Pecher, um 1925 (LLB, BA SP-DT-8-26)

Der Friedhof lag östlich vom Pestfriedhof der Stadt Detmold in der Gabelung zwischen heuitger Richthofenstraße und Spitzenkamptwete. Die zur Straße hohe Mauer diente zugleich als Stützmauer für das ansteigende Gelände dahinter.

Eigentümer:innen

Jüdische Gemeinde Detmold.

ab 1939 Stadt Detmold.

Literatur

Dina van Faassen, Detmold, in: Historisches Handbuch der jüdischen Gemeinschaften in Westfalen und Lippe. Die Ortschaften und Territorien im heutigen Regierungsbezirk Detmold, hg. von Karl Hengst in Zusammenarbeit mit Ursula Olschewski, Münster 2013, S. 353–371 Digitalisat, hier S. 368 f.

Quellen

Weblinks

https://www.lwl.org/hiko-download/OA_DT/Detmold_(van_Faassen)_353-371.pdf

Einzelnachweise

  1. Dina van Faassen, Detmold, in: Historisches Handbuch der jüdischen Gemeinschaften in Westfalen und Lippe. Die Ortschaften und Territorien im heutigen Regierungsbezirk Detmold, hg. von Karl Hengst in Zusammenarbeit mit Ursula Olschewski, Münster 2013, S. 353–371 Digitalisat, S. 368 f.


Joachim Kleinmanns

Seitenhistorie

Seite erstellt am 23.05.2026 von Joachim Kleinmanns

Letzte Änderung am: 23.05.2026 von Joachim Kleinmanns