Haustenbeck
Großgemeinde
Karte

Der ehemalige Ort Haustenbeck lag dort, wo sich seit Ende des 19. Jh. der Truppenübungsplatz Senne befindet.
Einige wesentliche (Lippe-Häuser-Wiki konforme) Informationen zu Haustenbeck sollen hier zusammengestellt werden.

Lage

 
Haustenbeck um 1800, Kartenausschnitt
Carte vom Fürstenthum Lippe
Archive NRW Karten A 11725

Verwaltungszugehörigkeit

Geschichte

Haustenbeck wurde 1659 gegründet. Die politische Gemeinde Haustenbeck wurde zum 01.12.1939 aufgelöst.

Der Pastor in Heiligenkirchen hatte Sonntags von der Kanzel bekanntgegeben, der Graf gedächte in seiner Senne etliche Häuser aufzurichten; wer da Lust hätte sich anzubauen, dem sollten für sechs Jahre alle Lasten erlassen werden.
Der erste, der den Mut hatte, diesem Ruf zu folgen, hieß Arend Wommel. Er war Maurer von Beruf und wohnte bis dahin in Berlebeck.[1]

Hans Sprenger, ehemals Lehrer in Haustenbeck, erhielt 1937 den Auftrag für eine Fotodokumentation des Ortes.

In Haustenbeck gab es eine Kirche, eine Schule, eine Mühle, eine Gaststätte, mehrere Krüge, ...

 
Kirche in Haustenbeck, um 1930, LLB SP-SCHL-1-21

Kirche
Der erste Pfarrer in Haustenbeck, Joachim Wienand aus Berlebeck, versah seinen Dienst von 1671 bis 1703. Da noch keine Kirche existierte, hielt seine Predigten im Krug von Elgershausen. Die Kirche am Tötgen-Wege, deren Errichtung mehrere Jahre dauerte, wurde am 27.09.1685 eingeweiht.[1] 1685 lieferte Claudius Bricon, Glockengießer aus Steinheim, die erste Glocke. 1707 wurde eine Uhr angelegt, 1747 ein Positiv.[2] Die Orgel aus dem Jahr 1899 stammt von Orgelbauer Ernst Klußmann aus Kirchheide. Die Kanzel stammt aus Heiden, sie befindet sich seit 1965 in der Kirche in Donop. Die Glocken wurden nach Heiligenkirchen abgegeben und kriegsbedingt kurz darauf eingeschmolzen.
Die Ruine der Kirche steht unter Denkmalschutz.
Pfarrhaus
Der Entwurf für den Neubau stammt von Ferdinand Merckel.

 
Schule Haustenbeck, 1937, LLB HSA 2,50a
Foto: Hans Sprenger

Schule
In Haustenbeck gab es mehrere Schule, die sich jedoch immer als zu klein geplant darstellten. Der erste Schulbau war 1723 fertig; in Haustenbeck gab es 41 Kinder. Von Salinenbaumeister Culemann aus Bad Salzuflen stammt der Entwurf aus dem Jahr 1820. Dieser Schulbau wurde von 1821 bis 1907 genutzt. Bereits 1846 wurde ein Nebenschulgebäude nach Plänen von Ferdinand Merckel errichtet. Am 23.04.1908 wurde die nach den Plänen von Architekt Korf aus Detmold entworfene neue Schule eingeweiht und am 20.11.1939 endgültig geschlossen. Die Kinder aus der Randsiedlung Haustenbeck besuchten (wg. Raummangel) ab 1910 die Schule in Oesterholz.

 
Mühle Poppe, 1937
Sammlung Wiemann

Mühle
Der Haustenbach wurde 1659 durch einen Damm gestaut und dort eine Mühle errichtet.
1765 erwarb Ernst Henrich Poppe die Mühle in Erbpacht. Mit dem Namen Poppe sind in Haustenbeck die Hausstätten Poppen Hof, Poppen Krug, Poppen Mühle verbunden.[1]

 
Gaststätte Dreimann, 1938

Gaststätte

Siedlungscharakteristik

Pläne, Ortsansichten

Ortsname

Haustenbeck wurde auch als Lippisch Neudorf bezeichnet.

Bevölkerung

1901 lebten in Haustenbeck 974 (+38) Einwohner. Adressbuch für das Fürstenthum Lippe, Detmold 1901 Digitalisat

Wohnstätten

Die Wohnstätten in der Randsiedlung Haustenbeck wurden bei der Platzerweiterung in Jahre 1939 der Bauerschaft Oesterhaus zugeordnet und erhielten neue Hausnummern.

  • Haustenbeck Nr. 6 wird zu: Oesterholz Nr. 85 - Röhrmann
  • Haustenbeck Nr. 46 wird zu: Oesterholz Nr. 86 - Sprenger
  • Haustenbeck Nr. 62 wird zu: Oesterholz Nr. 87 - Schneider
  • Haustenbeck Nr. 64 wird zu: Oesterholz Nr. 88 - Bierwirth
  • Haustenbeck Nr. 66 wird zu: Oesterholz Nr. 89 - Walter
  • Haustenbeck Nr. 67 wird zu: Oesterholz Nr. 90 - Voß
  • Haustenbeck Nr. 68 wird zu: Oesterholz Nr. 91 - Nolte
  • Haustenbeck Nr. 71 wird zu: Oesterholz Nr. 92 - Kalkreuter
  • Haustenbeck Nr. 72 wird zu: Oesterholz Nr. 93 - Bierwirth
  • Haustenbeck Nr. 77 wird zu: Oesterholz Nr. 94 - Koch
  • Haustenbeck Nr. 84 wird zu: Oesterholz Nr. 95 - Wille
  • Haustenbeck Nr. 96 wird zu: Oesterholz Nr. 96 - Hagemeier
  • Haustenbeck Nr. 112 wird zu: Oesterholz Nr. 97 - Hagemeier
  • Haustenbeck Nr. 117 wird zu: Oesterholz Nr. 98 - Biere
  • Haustenbeck Nr. 131 wird zu: Oesterholz Nr. 99 - Schildmann
  • Haustenbeck Nr. 137 wird zu: Oesterholz Nr. 100 - Linnemann
  • Haustenbeck Nr. 140 wird zu: Oesterholz Nr. 101 - Kalkreuter
  • Haustenbeck Nr. 141 wird zu: Oesterholz Nr. 102 - Mehrmann
  • Haustenbeck Nr. 142 wird zu: Oesterholz Nr. 119 - Hagemeier
  • Haustenbeck Nr. 143 wird zu: Oesterholz Nr. 103 - Wächter
  • Haustenbeck Nr. 144 wird zu: Oesterholz Nr. 104 - Linnemann
  • Haustenbeck Nr. 145 wird zu: Oesterholz Nr. 105 - Büker
  • Haustenbeck Nr. 146 wird zu: Oesterholz Nr. 106 - Sprenger
  • Haustenbeck Nr. 148 wird zu: Oesterholz Nr. 107 - Voß
  • Haustenbeck Nr. 150 wird zu: Oesterholz Nr. 108 - Heißenberg
  • Haustenbeck Nr. 151 wird zu: Oesterholz Nr. 109 - Walter
  • Haustenbeck Nr. 159 wird zu: Oesterholz Nr. 110 - Kehne

Im Zuge der (zweiten) Platzerweiterung im Jahre 1957 mussten diese Wohnstätten aufgegeben werden.

Verkehrswege

Durch Haustenbeck führte die Verbindungsstraße von Augustdorf nach Oesterholz.

Truppenübungsplatz

Der Truppenübungsplatz sollte nach ersten Plänen bis zur Fürstenallee erweitert werden und den gesamten Ort Oesterholz umfassen. Gegen diesen Plan erhob Heinrich Himmler Einspruch, da sich auf diesem Gebiet germanische Kultstätten befänden.[3]

Literatur

  • Hans Sprenger, Haustenbeck - Ein Buch der Erinnerungen, Detmold 1939
  • Annette Fischer (Hg.), Geschichte der Dörfer Schlangen, Kohlstädt, Oesterholz und Haustenbeck, Bd. 3, Bielefeld 2020
  • Uwe Piesczek (Hg.), Truppenübungsplatz Senne, Paderborn 1992

Quellen

Weblinks

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 Hans Sprenger, Haustenbeck - Ein Buch der Erinnerungen, Detmold 1939
  2. Wilhelm Butterweck, Die Geschichte der Lippischen Landeskirche, Schötmar 1926,Seite 402
  3. Uwe Piesczek (Hg.), Truppenübungsplatz Senne, Paderborn 1992, Seite 37

Autor*innen

Wolfgang Kramer

Seitenhistorie

Seite erstellt am 07.05.2026 von Wolfgang Kramer

Letzte Änderung am: 13.05.2026 von Wolfgang Kramer