Kirchweg 3 (Leopoldshöhe)

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Ev.-ref. Kirche Leopoldshöhe

Kirchweg 3 (Leopoldshöhe)
OrtsteilLeopoldshöhe (Ortskern)
StraßeKirchweg (Leopoldshöhe)
Hausnummer3
Karte
Adressbuch von 1901Nein
Es wird unserer hohen Behörde wohl nicht ganz unbekannt seyn, daß die Leute unserer Gegend 4 Stunden zu machen haben und fast einen ganzen Tag - von 8 bis 3 Uhr - vom Hause abwesend seyn und kleine Kinder, Haus und Vieh fast aufs Spiel setzen müssen, um einen Kirchgang zu halten.[1]
Eingabe aus dem Jahr 1835 an das Konsistorium.

Geschichte

 
Kirche und Pfarrhaus, 1900, Friedrich Tölle, Titelblatt zum Jubiläum 1901[2]

18 Jahre nach der zitierten Eingabe wurde eine Baukommission gegründet, am 20. Mai 1850 erfolgte die Grundsteinlegung und am 12. Oktober 1851 konnte die Kirche sowie das Pfarrhaus eingeweiht werden.
Die Baupläne stammen von Baumeister Ferdinand Ludwig August Merckel.
Leopold II Fürst zur Lippe gab dem Platz den Namen Leopoldshöhe. So wurde an diesem Platz der Kern für die Bauerschaft Leopoldshöhe gelegt. Ausgehend von diesem Zentrum entstanden entlang der Wege nach Oerlinghausen, Schötmar und Bielefeld Geschäfte, Wohnhäuser, Handwerksbetriebe, ... 1921 wurde Leopoldshöhe "Politische Gemeinde" und 1969 Zentrum der Großgemeinde Leopoldshöhe.

Gebäude

 
Kirche Leopoldshöhe, um 1920, Kirchengemeinde Leopoldshöhe [2]

Die Kirche besteht aus einem dreischiffigen gewölbten Hallenraum, dessen Mittelschiff deutlich höher als die Seitenschiffe ist. Die Gewölbe sind nicht gemauert, sondern aus geputztem Spalierwerk und hölzernen Rippen in Leichtbauweise erstellt. Dadurch konnten die das Gewölbe tragenden Stützen mit geringem Durchmesser ausgeführt werden, so dass der Kirchenraum lichtdurchlässig wirkt. Die verputzen Außenwände zeigen in der mit Wandvorlagen gegliederten Fassade neogotische Fenster. Der schlanke quadratische Turm mit Giebelabdeckungen wird von einem achtseitigen, schiefergedeckten Pyramidenhelm überragt.[3] Im Turm befinden sich drei Glocken. An allen vier Seiten (früher nur an der Seite zum Marktplatz) befinden sich Zifferblätter der Kirchenuhr.

 
Kirche Leopoldshöhe, Foto L. Kaup 2012
 
Kirche in Leopoldshöhe, Foto L. Kaup 2012

Glocken

1851 wurden zwei Kirchenglocken aus Bronze eingebaut. Die große Glocke musste jedoch (1917) abgeliefert werden.[2]

Schlagton Gussjahr Gießer m in kg Inschrift
?? 1851 Lohmeier 650 Gott allein die Ehre
?? 1851 Lohmeier 375 Eintracht und Liebe

1924 wurden die jetzigen drei Stahlglocken eingebaut.[4]

Schlagton Gussjahr ⌀ in cm m in kg Inschrift
e1 1922 - 24 138,7 1128,5 Die alte Glocke zog in die Schlacht,
wir neuen entstanden in Deutschlands dunkelster Nacht
g1 1924 117 626,5 Liebe
a1 1924 101,6 451 Eintracht

Orgel

Die erste Orgel wurde 1851 vom Orgelbauer Kummer aus Minden gebaut. Bereits nach kurzer Zeit bemerkte man, dass die Orgel für die Kirche zu klein sei. 1901 wurde eine Vergrößerung der Orgel durch den Hoforgelbauer Klaßmeier aus Kirchheide vorgenommen. Kriegsbedingt mussten die Prospektpfeifen aus Zinn abgeliefert werden. 1926 wurden von Klaßmeier neue Prospektpfeifen eingebaut. Seit 1938 wird der Wind durch ein elektrisches Orgelgebläse erzeugt. Der letzte Umbau der Orgelm durch die Orgelbau-Anstalt Steinmann aus Vlotho fand 1954/55 statt. Kirchengemeinde[5] 150 Jahre Leopoldshöhe [2]
Disposition

Hauptwerk
C-g3
Brustwerk
C-g3
Pedal
C-f1
Koppeln

Quintade 16' Holzgedackt 8' Subbass 16' HW/BW
Prinzipal 8' Blockflöte 4' Offenbass 8' HW/P
Rohrflöte 8' Prinzipal 2' Quinte 4' BW/P
Oktave 4' Sifflöte 1⅓' Oktavkornett 2'+1'
Holzpfeife Oktave 1' Dulzian 16'
Gemshorn 2' Scharf III
Quinte 2⅔ Krummhorn 8'
Mixtur IV Tremulant

Inschriften

Über dem Altarraum befand sich bis in die 1950er Jahre eine Inschrift.

Eigentümer

Ev.-ref. Kirchengemeinde Leopoldshöhe

Pastoren

bis 1926 [6]

  • JJJJ

Literatur

  • Burkhard Meier, Lippische Kirchen, 2004
  • Burkhard Meier, 150 Jahre Leopoldshöhe Aus der Geschichte einer lippischen Kirchengemeinde, 2001

Quellen

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Burkhard Meier, Lippische Kirchen, 2004, S. 143
  2. 2,0 2,1 2,2 2,3 Burkhard Meier, 150 Jahre Leopoldshöhe Aus der Geschichte einer lippischen Kirchengemeinde, 2001
  3. Kreis Lippe, Denkmalbehörde, 20 Jahre Tag des offenen Denkmals in Lippe, 100 Baudenkmale, Veröffentlichung 2012, S.130-131
  4. Theolog. Bibliothek der Lippischen Landeskirche: "Die Glocken des Lipperlandes"
  5. Website der Kirchengemeinde.
  6. Wilhelm Butterweck, Die Geschichte der Lippischen Landeskirche, Schötmar 1926, Seite 503 ff

Autor*innen

Wolfgang Kramer

Seitenhistorie

Seite erstellt am 08.01.2026 von Wolfgang Kramer

Letzte Änderung am: 20.06.2026 von Wolfgang Kramer