Lange Straße 70 (Lage)
| Lange Straße 70 (Lage) | |
|---|---|
| Ortsteil | Lage (Kernstadt) |
| Straße | Lange Straße (Lage) |
| Hausnummer | 70 |
| Karte | |
| Adressbuch von 1901 | Ja |
| Gemeinde | Lage |
| Straße | Langestraße |
| Hausnummer | 070 |
Marktkirche St. Johann mit Pfarrhaus (Lange Straße 70) und Gemeindehaus der ev.-ref. Kirchengemeinde Lage.
Marktkirche, Pfarrhaus und Gemeindehaus sind in der Denkmalliste der Stadt Lage eingetragen.[1]
Geschichte
Die Makrktkirche in Lage ist Johannes dem Täufer geweiht. Sie gehört zu den frühen Ur- oder Stammpfarrkirchen in Lippe, deren Anfänge archäologisch in das 9.-10. Jahrhundert datiert werden können. Die Kirche liegt auf einer hochwassersicheren Uferterrasse unweit einer früheren Furt über die Werre im Verlauf des alten "Frankfurter Weges", der von Bremen über die Dörenschlucht in Richtung Frankfurt am Main verläuft.
Gebäude
Die Marktkirche St. Johann ist eine 3-jochiger, im Kern spätromanischer Saalbau mit Westturm und gotischem Chor, der im 14. und 15. Jahrhundert zur Hallenkirche mit Quersatteldächern erweitert worden ist. An einem Strebepfeiler der Südseite befindet sich eine spätgotische Inschrift mit der Datierung 1471, die wohl die Fertigstellung dieser Erweiterung bezeichnet. Spitzbogenfenster mit Maßwerk, an der Nordseite zum Markt zwei runde Fensterrosen, ebenfalls mit Maßwerk.
Zwei ältere Kämpfersteine mit spätromanischem Laubwerk (2. Hälfte 12. Jahrhundert) blieben an den Chorpfeilern erhalten. Der Chor wurde im 14. Jahrhundert mit gotischem 5/8-Schluss erneuert. Die Längswände des romanischen Langhauses wurden bei der Erweiterung zur Hallenkirche im 14. und 15. Jahrhundert weitgehend abgebrochen und durch Achteckpfeiler ersetzt.
Ausstattung: Kanzel, ausgehendes 17. Jahrhundert; Wappentafel, sog. Stiftertafel von 1710; Epitaph der Cothmann- Kinder, 1612; Epitaph von Schack, 18. Jh.; Abendmahlskanne, 1865; Taufschale; 5 Buntglasfenster, 1925; Doppelgrabstein, bez. 1723/24.
Orgel: Prospekt von 1707 und Rückpositiv von 1947.
Glocken: Geläut mit Glocken von 1518 und 1924.
Das Pfarrhaus wurde 1845-47 nach einem Entwurf von Baumeister Ferdinand Ludwig August Merckel aus Detmold erbaut. Zweigeschossiger, massiver Traufenbau des Klassizismus mit fünfachsiger Fassade, ursprünglich mit Quaderputz (nicht erhalten) und Krüppelwalmdach. Mitteleingang mit dreistufiger Vortreppe und gerader Verdachung, zweiflügelige Haustür mit neugotischem Oberlicht.
Das westlich anschließende Gemeindehaus ist ein eingeschossiger, traufständiger Massivbau mit Sollingplattendach, erbaut 1929-30 nach Entwürfen von Architekt Gustav Meßmann, Lage. Schlichter Putzbau, Fenster mit neugotischen Werksteingewänden, links Eingang mit Kreuzgratgewölbe und Spitzbogenarkade. Südliche Erweiterunsbauten von 1958 und 1962.
Inschriften
Eigentümer*innen, Bewohner*innen
Literatur
- August Wilhem Peter, Pflug im Wappen: Lage in Lippe. Kirchdorf, Weichbild, Stadt. Eine siedlungskundliche Untersuchung (Sonderveröffentlichungen des Naturwissenschaftlichen und Historischen Vereins für das Land Lippe; Bd. 14), Detmold 1960 .
- Burkhard Meier, Die Marktkirche in Lage, Lage 1995.
Quellen
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Denkmalliste der Stadt Lage
- ↑ Adressbuch für das Fürstenthum Lippe, Detmold 1901 Digitalisat
- ↑ Adreßbuch des Landes Lippe, Detmold 1926 Digitalisat
Autor*innen
Seitenhistorie
Seite erstellt am 04.12.2024 von Wolfgang Kramer
Letzte Änderung am: 25.07.2026 von Heinrich Stiewe