Holzstraße 4 (Brokhausen)
| Holzstraße 4 (Brokhausen) | |
|---|---|
| Ortsteil | Brokhausen |
| Straße | Holzstraße (Brokhausen) |
| Hausnummer | 4 |
| Karte | |
| Adressbuch von 1901 | Ja |
| Gemeinde | Brokhausen |
| Hausnummer | 004 |
Hof Holzmeyer, spätestens im 15. Jh. gegründeter Vollspännerhof, ehemalige Kolonatsnummer Brokhausen Nr. 4.
Geschichte
Im Landschatz 1467: Holthencke 3 g, Holthans 5 m, 1507 Holthans 2 g.[1]
Im Salbuch der Vogtei Detmold um 1614:[2] "242. Holtz Hermen. Pferde 5, 2 Stoten, Vahlen 1; das Land zu 2 F. 1 Mt.; Wiesewachs zu 4 F.; zu vollr Mastung 8 Schweine; Kühe 9, Rinder 3, Kalbr 4, Schweine 13. M. G. H. jahrlichs 1 feist Schwein; der Aigentumb M. G. H. Floreken zu Lemgo den Zehenden 20 Schfl. Hermen Seylr zu Horn die Schulde 3 Mt., auch zu Grasweide 2 TIr. M. G. H. den Zehenden. Heer Heinrich bei die Kirchen 6 Schfl. Den Dienst und Burgfest M. G. H. <Volspenner.> Gibt auch jahrlichs in die Rentcammer; zum halben Landschatze 2 Gfl. Hat noch ausstehenden Brautschatz 100 Tlr., dajegen schuldig 371 Tlr."
Im Salbuch der Vogtei Detmold 1614:[3] "97. Holtz Herman I. G. eigen; dienet alle Wochen mit der Pflug 2 Tage, mit dem Wagen 1 Tag des Sommers, des Winters 1 Tag".
Im Salbuch der Vogtei Detmold um 1617:[4] "189. Holtz Herman M. G. H. eigen; I. G. ein Malschwein, 6 Schfl. Schweinhabern; das Stendig in die Rentcamern; Burgvestgelt 2 Rtl.; Landschatz 2 Gfl.; 2 Huner, 15 Eyer, dabey 1 Gr. Von einer Hove Landes im Hackedahler Velde den Zehenden und wochentlich mit den Pferden 1 Tag zu dienen. <Malzgelt 1 Tlr.> Berendt von der Lippe zu Horn 1½ Mt. Hartkorns, 1½ Mt. Habern und zwey Tlr. Grasgelt, wie auch 2 Huner und 60 Eyer. Den Zehenden den Floreken zu Lembgow oder dafur 10 Schfl. Hartkorns, 10 Schfl. Habern und 2 Huner."
Im Salbuch der Vogtei Detmold von 1782:[5] Nr. 4 Holtzmeyer, ein großer Halbmeyer, ist gnädigster Landesherrschaft leibeigen, besitzt des Kolonat von dieser meierstättisch, entrichtet derselben Weinkauf und Sterbfall, besitzt an Gebäuden: Wohnhaus, Leibzucht, Pferdehaus, Schoppen, Backhaus.
Gebäude
Ende des 18. Jh. standen auf dem Hof: Wohnhaus, Leibzucht, Pferdehaus, Schoppen, Backhaus.
Schoppen, Doppeldurchfahrtsscheune von 1717.
Speicher mit Bruchsteinuntergeschoss, Fachwerk-Oberstock und Krüppelwalmdach, 1. Hälfte 19. Jahrhundert.
Inschriften
Inschrift am Schoppen, Torbogen an der Südseite:[6]
WO DER HERR NICHT DAS HAUS BAUET SO ARBEITEN UM / SONST DIE DARAN BAUEN . WO DER HERR NICHT DIE / STDT BEHÜTET SO WACHET DER WÄCHTER UMSONST
Inschrift am Schoppen, an der Nordseite, über der linken Einfahrt:
HERMAN CHRISTOFFEL HOLTMEIER UND KATRIENE MARIE EGERS / HABEN DIS HAUS BAUEN LASSEN D. 4. AUGUST ANNO 1717
Inschrift am Schoppen, an der Nordseite, über der rechten Einfahrt:
WIR WISSEN ABER SO UNSER IRDISCH HAUS DIESER HÜTTEN / ZERBROCHEN WIRD DAS WIR EINEN BAU HABEN VON GOTT
ERBAUET IST EIN HAUS NICHT MIT HÄNDEN GEMACHT DAS / EWIG IST IM HIMMEL. MEISTER CORD HENRICH OBERKROME
Eigentümer*innen, Bewohner*innen
1467 Holthencke.
1507 Holthans.
1614 Herman Holtz.
1617 Herman Holtz.
1782 Holtzmeyer.
1901 Wilhelmine Holzmeier, Witwe, Landwirtin; Bernhard Berghahn, Knecht.[7]
1926 Emma Holzmeier, Gutsbesitzerin; Julius Krome, Holzhändler; Gustav Holzmeier, Verwalter; Moshage, Arbeiter; Ludwig Edler, Zimmermeister.[8]
Literatur
Herbert Stöwer und Fritz Verdenhalven, Salbücher der Grafschaft Lippe von 1614 bis etwa 1620, Münster/Westf. 1969, S. 18 u. 39.
Herbert Stöwer (Bearb.), Die ältesten lippischen Landschatzregister von 1467, 1488, 1497 und 1507 (Westfälische Schatzungs- und Steuerregister; 7), Münster 2001.
Quellen
LLB, Wilhelm Süvern, Friedrich Pahmeier, Sammlung Lippischer Hausinschriften.
LAV NRW OWL, L 101 C I (Lippische Salbücher und Katasterbücher), Nr. 37, Salbuch der Vogtei Detmold von 1782, S. 1628.
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Herbert Stöwer (Bearb.), Die ältesten lippischen Landschatzregister von 1467, 1488, 1497 und 1507 (Westfälische Schatzungs- und Steuerregister; 7), Münster 2001, S. 108 f.
- ↑ Herbert Stöwer und Fritz Verdenhalven, Salbücher der Grafschaft Lippe von 1614 bis etwa 1620, Münster/Westf. 1969, S. 18 u. 39, S. 28-30.
- ↑ Herbert Stöwer und Fritz Verdenhalven, Salbücher der Grafschaft Lippe von 1614 bis etwa 1620, Münster/Westf. 1969, S. 18 u. 39, S. 9 f.
- ↑ Herbert Stöwer und Fritz Verdenhalven, Salbücher der Grafschaft Lippe von 1614 bis etwa 1620, Münster/Westf. 1969, S. 18 u. 39, S. 21 f.
- ↑ LAV NRW OWL, L 101 C I (Lippische Salbücher und Katasterbücher), Nr. 37, Salbuch der Vogtei Detmold von 1782, S. 1628.
- ↑ LLB, Wilhelm Süvern, Friedrich Pahmeier, Sammlung Lippischer Hausinschriften.
- ↑ Adressbuch für das Fürstenthum Lippe, Detmold 1901 Digitalisat, S. 205.
- ↑ Adreßbuch des Landes Lippe, Detmold 1926 Digitalisat, S. 671.
Autor*innen
Seitenhistorie
Seite erstellt am 24.07.2026 von Joachim Kleinmanns
Letzte Änderung am: 26.07.2026 von Heinrich Stiewe