Am Bergkamp 9 (Hörstmar)
| Am Bergkamp 9 (Hörstmar) | |
|---|---|
| Ortsteil | Hörstmar |
| Straße | Am Bergkamp (Hörstmar) |
| Hausnummer | 9 |
| Karte | |
| Adressbuch von 1901 | Ja |
| Gemeinde | Hörstmar |
| Hausnummer | 002 |
Der sogenannte Kuchenhof besteht aus Leibzucht und Backhaus des alten Hofes Riekehof, Hörstmar Nr. 2.
Geschichte
Seit dem Neubau des Hofes Riekehof nördlich der Lemgoer Chaussee (heute B 66) wurde die Leibzucht des alten Hofes, der sogenannte Kuchenof, als Landarbeiterwohnung genutzt. Um 1985 Sanierung und Ausbau zu zwei Wohnungen durch Familie Polzer.
Gebäude
Vierständerbau von sieben Fachen (acht Gebinden), verbretterte Giebel auf profilierten Stich- und Rähmköpfen vorkragend. Prächtiger Torbogen mit zwei Oberlichtern, sechszeiliger Inschrift und Tulpenranken auf den Ständern. Geknickte und oben lang auslaufende Fußstreben.
Durchgangsdiele mit ehemaligem Hinterausgang ("Hekedür"), im linken Seitenschiff Kuhstall mit zwei Stallöffnungen mit Kuhnackenriegeln und früheren Sandsteinkrippen, anschließend zwei Kammern und vorspringende Küche mit früherer Lucht, in der sich das offene Herdfeuer befand. Im rechten Seitenschiff ehemaliger Pferdestall (?), anschließend unterkellerte Kammer und Stube, letztere ebenfalls zur Diele vorspringend. Im hinteren Bereich der Diele zwei wiederverwendete Kopfbänder mit Kerbschnittmustern aus einem Vorgängerbau des 16. Jahrhunderts (um 1570).
Seit 1865 Nutzung für Landarbeiterwohnungen, 1985 von Familie Polzer saniert und durch moderne Querwand in zwei Wohnungnen aufgeteilt. Die modernen Galerien an der Querwand zwischen den beiden Hälften wurde von der zweiten Frau des Architekten Egon Eiermann entworfen, einer Freundin der Familie.
Rechts vom Torgiebel Backhaus des 19. Jahrhunderts, fünf Fache mit Bruchsteinausfachung (um 1985 erneuert), angebauter Backofen aus Bruchsteinmaeuerwerk.
Inschrift
Inschrift am Torbogen:[1]
M.S.F.B. (Meister Simon Friedrich Bucker/Büker) / ANNO 1763 DEN 7 YUNIUS HAT FRANS HENRICH SPRVTEN AVS / DER MOSBECK UND MARIA ELISABETH HACKAMACKS DIS HAVS / DVRCH GOTTES HVLFE LASSEN BAVEN GOTT DV HAST MICH VON / IVGEND AVF GELEHRET DARVM VERKUNDIGE ICH DEINE WVNDER / AVCH VERLAS MICH NICHT GOTT IM ALTER WAN ICH GRAV WERDE / PSAL 71 V 17 UND 18
Eigentümer*innen, Bewohner*innen
Literatur
Günter Rhiemeier, Hörstmar - Vom Urdorf zur ländlichen Wohngemeinde, 1989
Quellen
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Hausinschriftensammlung des Genealogischen Arbeitskreises im NHV
- ↑ Adressbuch für das Fürstenthum Lippe, Detmold 1901 Digitalisat, S. 263.ff.
- ↑ Adreßbuch des Landes Lippe, Detmold 1926 Digitalisat, S. 739.ff.
Autor
Seitenhistorie
Seite erstellt am 28.02.2025 von Hans-Christian Schall
Letzte Änderung am: 04.08.2026 von Heinrich Stiewe