Paderborner Straße 32 (Schlangen)
OrtsteilSchlangen (Ortskern)
StraßePaderborner Straße (Schlangen)
Hausnummer32
Karte
Adressbuch von 1901Ja
GemeindeSchlangen
Hausnummer086
Zuletzt bekannt als Haus Richtermeier, frühere Hausstätte Schlangen Nr. 86.[1]

Geschichte

1663 erwarb der Schlänger Pastor Martin Hausmann oder Heusemann das Grundstück nahe der Grenze nach Lippspringe, um dort ein privates Wohnhaus zu errichten, nachdem die Kirchengemeinde nicht in der Lage war, das im Dreißigjährigen Krieg zerstörte Pfarrhaus wiederaufzubauen. Die Hausstätte mit der späteren Nummer 86 wurde für Hausmann auf Lebenszeit von allen Lasten befreit.

Gebäude

 
Hausstätte Schlangen ehem. Nr. 86; Foto: Heinz Wiemann, 1960; Kreisarchiv Lippe – Nachlaß Heinz Wiemann, Nr. 330_01
 
Paderborner Strasse 32, erbaut 1663. Foto: Hans-Christian Schall, 2013

Ältestes erhaltenes Fachwerkhaus in Schlangen, erbaut 1663 von Pastor Martin Hausmann auf neu gegründeter Stätte. Kleiner Vierständerbau von vier Fachen (fünf Gebinden) mit hohen Außenwänden und zweistöckiger Utlucht rechts neben dem Dielentor.[2] Zweifach auf Stichbalken vorkragender Fachwerkgiebel, obere Hälfte verbrettert. Sparrendach mit mittiger Hochständerkonstruktion, Bodenluke mit Aufzugrolle im zweiten Fach. Durchgangsdiele mit barock profilierten Kopfbändern, am Ende der Diele rechts hohe Küchenlucht als früherer Herdraum. Das kleine Haus enthielt insgesamt drei heizbare Wohnstuben, eine davon war vermutlich die Studierstube des Pfarrers, aber keine Stallungen.

Inschriften

 
Torbogen Paderborner Strasse 32, Foto: Hans-Christian Schall, 2009

Inschrift auf dem Torbogen:

MARTINVS HEVSEMAN ZT PASTOR ZV SCHLANGEN
VND ANNA ELISABET SCHOMERS
HABEN DIS HAVS LASSEN BAVEN
CHRISTI 1663

Inschrift auf dem Rähm:

WIR WISSEN SO VNSER JRV. HAVS ZERBROCHEN WIRD DANACH EINEN BAV HABEN VON GOTT ERBAWET EIN HAVS NICHT MIT HÄNDEN.. DAS EWIG IST IM HIMMEL VND AVF ERDEN

Eigentümer*innen, Bewohner*innen

Hausbesitzer[3] 1663 Gründung der Stätte und Bau des Hauses durch Pastor Martin Hausmann.
1769 (AESTIMATIONSBUCH): Bartold Schonlau olim (einst) Martin Hausmann, frei, jetziger Besitzer Lohrmann. Ist seiner Profession ein Tischler und gibt davon kein Handwerksgeld. Es haben zu dieser Stätte noch 5 Morgen Landes gehört, es sind aber diese zu Friederich Schönlauen Stätte gezogen worden. Pastor Hausmann erhielt auf dieses sein zu erbauendes Haus anno 1667 die Freiheit AD dies vitae (auf Lebenszeit)
1776 (VOLKSZÄHLUNG): Lohrmann, Tischler
1782 (SALBUCH): Barth. Schönlau, Straßenkötter, frei
1823 (VERMESSUNGSREGISTER): Bartold Schönlau, ein Wohnhaus
  • Adressbuch 1901: Hermann Richtermeier, Ziegelmeister[4]
  • Adressbuch 1926: Heinrich Richtermeier, Ziegler[5]

Literatur

Heinz Wiemann (Hg.), Geschichte der Dörfer Schlangen, Kohlstädt, Oesterholz und Haustenbeck, Bd. 2, Bielefeld 2011.

Quellen

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Heinz Wiemann (Hg.), Lanchel-Colstidi-Astanholte, 1969, S. 144ff.
  2. Heinz Wiemann (Hg.), Geschichte der Dörfer Schlangen, Kohlstädt, Oesterholz und Haustenbeck, Bd. 2, Bielefeld 2011, S. 598ff.
  3. Heinz Wiemann (Hg.), Geschichte der Dörfer Schlangen, Kohlstädt, Oesterholz und Haustenbeck, Bd. 2, Bielefeld 2011, S. 544ff.
  4. Adressbuch für das Fürstenthum Lippe, Detmold 1901 Digitalisat, S. 236.ff.
  5. Adreßbuch des Landes Lippe, Detmold 1926 Digitalisat, S. 784.ff.

Autor

Hans-Christian Schall, Heinrich Stiewe

Seitenhistorie

Seite erstellt am 12.11.2024 von Hans-Christian Schall

Letzte Änderung am: 13.08.2026 von Heinrich Stiewe