Im Haspel 2 (Blomberg)
OrtsteilBlomberg (Kernstadt)
StraßeIm Haspel (Blomberg)
Hausnummer2
Karte
Adressbuch von 1901Nein

Kleines Traufenhaus von 1786 in der Gasse Im Haspel, ehemals Blomberg Nr. 113. 1987 abgebrochen und durch Neubau ersetzt.

Blomberg, Im Haspel 2. Kleines Traufenhaus eines Schneiders, 1786. Isometrie über Grundriss, Rekonstruktion. Zeichnung: Stiewe 1995, aus Stiewe 1996, 133.
Im Haspel 2. Ansichten, Grundriss und Schnitte, Zustand zur Bauzeit 1786, Rekonstruktion. Aufmaß und Zeichnung: Stiewe, nach Stiewe 1996, 262.

Geschichte

Die kleine Hausstätte hinter dem Haus Neue Torstraße 17 (alte Nr. 79) ist erstmals 1702 nachweisbar.[1]

Das bis 1987 bestehende Haus wurde 1780-1786 (a) von dem Schneider Johann Jürgen Meyer aus Brakelsiek erbaut.[2]

Gebäude

Sehr kleiner, zweigeswchossiger Traufenbau von drei Fachen mit verkämmten Deckenbalken und langen Fußstreben, erbaut 1786 (a), abgebrochen 1987. Dachsparren in Balkenenden gezapft, ein Kehlbalken, Pfannendach. Eingang im linken Fach, ehemals rundbogig mit kleinen Kopfbändern, darüber vermutlich Oberlicht. Rechts anschließend zwei Stubenfenster im EG. An der Hoftraufe Reste eines zweiflügeligen Fensters mit profiliertem Mittelpfosten, Flügel mit Bleiverglasung und Windeisen.

Im linken Fach schmaler, zweigeschosshoher Kochflur (Flurdiele) mit starker Verrußung, ehemalige Herdstelle im der hinteren Ecke neben dem Hinterausgang zum Hof (später Zwischendecke und Schornstein eingebaut). Rechts unterkellerte Stube mit zwei Fenstern zur Straße (Schneiderwerkstatt) und rückwärtiger Schlafkammer (dort später Treppe eingebaut). Stube mit ehem. Hinterladerofen vom Flur aus beheizbar. Darüber durchgehende Bühne (weitere Kammer?) mit Mittelunterzug.

Räume 1879 (GV): Wohnstube, Schlafkammer und Keller, im II. Stock weitere Kammer. Stallung für 2 Ziegen und 1 Schwein hinter dem Wohnhause angebaut, dort enger Hofraum.

Inschriften

Keine Inschrift überliefert.

Eigentümer*innen, Bewohner*innen

Die kleine Hausstätte ist erstmals 1702 nachweisbar; damals gehörte sie einem Brosius Niemann.[3] 1708 vermachte Henrich Rose (Nr. 112, Petersilienstraße 18) das Haus an seinen Schwiegersohn Johann Cord Bracht (Bürgerrecht 1709, 1680-1745), Heirat mit 24.9.1709 Anna Ilsabein Bracht alias Rose (1608-1746).

1746 Sohn Anton Christoph Bracht (Bürger 1746, 1713-1763), Heirat 1770 mit Sophie Juliane Elisabeth Wulfs aus Schwalenberg (1747-1771).

Schneider Johann Jürgen Meyer aus Brakelsiek (Bürger 1770), 2. Heirat 1772 mit Florentine Elisabeth Drüner au Barntrup. 1776 lebte er mit Frau und Tochter in dem Häuschen und hielt eine Kuh (VZ).

1780 riss er das Haus ab und baute es bis 1786 wieder auf (Nachtrag im Salbuch von 1775).

1801 (VZ): Wollspinner Conrad Reuter aus Brakelsiek (Bürger 1781) mit Frau und Kind, 2 Ziegen.

1818 (Bürgerrecht): Sohn Friedrich Reuter, Zeugmacher, 1835 und 1841 (VZ) Tagelöhner, mit Familie.

1879 (GV): Witwe Friedrich Reuter.

Literatur

  • Heinz-Walter Rolf, Die Bürger der Stadt Blomberg. Namen - Daten - Berufe - Häuser. 1525–1910, Blomberg 1996.
  • Heinrich Stiewe, Hausbau und Sozialstruktur in einer niederdeutschen Kleinstadt. Blomberg zwischen 1450 und 1870 (Schriften des Westfälischen Freilichtmuseums Detmold – Landesmuseum für Volkskunde; 13), Detmold 1996.

Quellen

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Heinz-Walter Rolf, Die Bürger der Stadt Blomberg. Namen - Daten - Berufe - Häuser. 1525–1910, Blomberg 1996, S. 55f.
  2. Heinrich Stiewe, Hausbau und Sozialstruktur in einer niederdeutschen Kleinstadt. Blomberg zwischen 1450 und 1870 (Schriften des Westfälischen Freilichtmuseums Detmold – Landesmuseum für Volkskunde; 13), Detmold 1996, S. 262.
  3. Heinz-Walter Rolf, Die Bürger der Stadt Blomberg. Namen - Daten - Berufe - Häuser. 1525–1910, Blomberg 1996, S. 55f.

Autor*innen

Heinrich Stiewe

Seitenhistorie

Seite erstellt am 31.08.2026 von Heinrich Stiewe

Letzte Änderung am: 31.08.2026 von Heinrich Stiewe