Hedderhagener Straße 16 (Hedderhagen)

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Hedderhagener Straße 16 (Hedderhagen)
OrtsteilHedderhagen
StraßeHedderhagener Straße (Hedderhagen)
Hausnummer16
Karte
Adressbuch von 1901Ja
GemeindeHedderhagen
Hausnummer002

Das Gebäude hatte ehemals die Nr. 2 in Hedderhagen

Geschichte

Bei der Hofstelle Hedderhagener Straße 16 / vor 1970 Hedderhagen Nr. 2 handeltes sich um den Hof Otto, der südlich der Hedderhagener Straße liegt. Östlich des Haupthauses liegt die Hofzufahrt und hier befinden sich weitere ehemals landwirtschaftlich genutzten Gebäude. Die Ackerflächen des Hofes liegen sich nördlich der Straße.

Gebäude

 
Hedderhagen 16, Foto Lothar Kaup 2025
 
Hedderhagen 16, Ostgiebel, Foto Lothar Kaup 2025

Das Hauptgebäude der Hofstelle Otto ist eine großes eingeschossiges Bruchsteingebäude mit einem ausgebauten Dachgeschoss bei ca. 1,0 m Drempel. Der Bau steht auf einem ca. 1,20 m hohem Sockel traufenständig zur Straße, die Dachneigung des Satteldaches ist mit ca. 38° relativ gering. Der Giebel zur Westseite zeigt in beiden Geschossen eine symmetrische Gliederung der hochformatigen Fenster in acht Achsen. Das Podest vor der Haustür wird über eine Treppe mit sechs Stufen erreicht.

Im Giebel an der Ostseite ist das Deelentor mit der großen Deele dahinter vorhanden, das darauf hinweist, dass der Grundriss des Gebäudes sich noch an das Prinzip des Hallenhauses anlehnt. Das Deelentor ist mit einem Sandsteingewände eingefasst. Darin ist im Schlussstein des Korbbogen die Eintragung eingemeißelt: Aug. Otto, Joh. Otto, 1882 Links neben dem Deelentor befinden sich zwei Stalltüren, die in den ehemaligen Kuh- und Pferdestall führen. Der große Hofraum wird vom ehemaligen Schweinestall und Scheunen bzw. Wagenremisen, überwiegend aus Bruchsteinmauerwerk umfasst.

Nach Aufgabe der Landwirtschaft sind vor wenigen Jahren die nördlich des Hofes gelegenen, zugehörigen landwirtschaftlichen Flächen verpachtet worden.

Inschriften

Aug. Otto

Joh. Otto

1882

Eigentümer*innen, Bewohner*innen

  • 1781[1] Nr. 2 Otto, ein Mittelhalbmeier
  • 1829[2] Nr. 2 Otto, ein Mittelhalbmeier
  • 1855[3] Nr. 2 Otto
  • 1901[4] August Otto, Landwirth
  • 1926[5] August Otto, Landwirt; Johanne Diekmann, Wirtschafterin

Literatur

Auf dem Hof Otto in Hedderhagen lebte August Otto (1845-1930), der als Soldat am Krieg gegen Frankreich 1870-71 teilnahm. Über seine Veröffentlichung: „Meine Erlebnisse in Frankreich 1870/71“ wird in dem Buch von Frank Meier, „Lipper unterwegs, Reisende zwischen 1800 und 1918“, 2013, ausschnittweise auf den Seiten 90-95 berichtet.

In seinem Aufsatz: „Es ist ganz anders gekommen“, Anmerkungen zu den Kriegserinnerungen des August Otto setzt sich Andreas Ruppert in Rosenland, Zeitschrift für Zeitgeschichte, Nr. 25, 2021 mit dem Text von August Otto auseinander. Auszug:

Der lippische Füsilier August Otto ist am 24. November 1845 geboren und am 26. Februar 1930 gestorben. Er war der Sohn eines Landwirts der Bauerschaft Hedderhagen bei Heiden, übernahm später den Hof und gab ihn 1910 an seinen gleichnamigen ältesten Sohn weiter. Er war zeitweilig Vorsteher der Bauerschaft, hatte aber auch darüber hinaus ein hohes Ansehen in Lippe, so war er zur Verlobung des Fürsten Leopold mit seiner zweiten Gemahlin Anne eingeladen, die am 18. März 1922 in Rotenburg an der Fulda gefeiert wurde, und der Fürst besuchte Otto auf dessen Einladung hin mit Frau und zwei Kindern drei Monate später in seiner Leibzucht.

Leibzucht: Hedderhagener Straße 7

Quellen

LAV NRW OWL, L 101 C I Nr. 109: Salbuch Vogtei Heiden 1781 Digitalisat.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. ↑ LAV NRW OWL, L 101 C I Nr. 109: Salbuch Vogtei Heiden 1781, S.445
  2. ↑ LAV NRW OWL, L 101 C I Nr. 122: Salbuch Vogtei Heiden 1829, S.135
  3. ↑ LAV NRW OWL, L 101 C I Nr. 128: Salbuch Vogtei Heiden 1855, S. 82
  4. ↑ Adressbuch für das Fürstenthum Lippe, Detmold 1901 Digitalisat
  5. ↑ Adreßbuch des Landes Lippe, Detmold 1926 Digitalisat

Autor*innen

Lothar Kaup

Seitenhistorie

Seite erstellt am 12.02.2025 von Wolfgang Kramer

Letzte Änderung am: 18.09.2026 von Lothar Kaup