Am Gelskamp 16a (Detmold)
| Am Gelskamp 16a (Detmold) | |
|---|---|
| Ortsteil | Detmold (Kernstadt) |
| Straße | Am Gelskamp (Detmold) |
| Hausnummer | 16a |
| Karte | |
| Adressbuch von 1901 | Ja |
| Gemeinde | Jerxen und Orbke |
| Wohnplatz | Orbke |
| Hausnummer | 007 |
Großer Halbmeier nördlich des Hofs Meierrikus, vor 1781 gegründet, ehem. Jerxen-Orbke Nr. 7, 1862 Dismembration und Aussiedlung zum Gelskamp.
Geschichte
Die Vorfahren von Niemeier stammten wohl aus Greste bei Leopoldshöhe; in Orbke wurde er "der neue Meier" (Niggemeier). Er siedelte sich unmittelbar nördlich des Hofs Nr. 6 Meier Rikus an.[1]
Laut Salbuch 1781 war Niemeyer ein großer Halbmeyer und herrschaftlich eigenbehörig. An Gebäuden besaß er Wohnhaus, Leibzucht, Pferdehaus mit Schoppen, Backhaus und ein Schweinehäusgen,[2] desgleichen 1829.[3]
1822 schloss Kolon Niemeyer Nr. 7 zu Orbke einen Erbpachtkontrakt mit dem Einlieger Adolph Heistermann von Pivitsheide über eine Breite Landes auf der Oetternbrede und eine daselbst gelegene Wiese.[4] 1844 siedelte der Einlieger August Pollei ebenfalls auf einer Parzelle des Niemeierschen Kolonats,[5] und im Jahr darauf der Einlieger Brinkmann auf einer weiteren Parzelle Niemeiers.[6] Nach der Teilung der Orbker Gemeinheit 1850 legte Niemeier eine Kotten auf einer ihm durch die Teilung zugefallenen Parzelle an.[7] So verzeichnete 1855 das Salbuch neben Wohnhaus und Leibzucht noch 2 Kotten als Wohngebäude.[8] 1858 kam es zum Verkauf einer Parzelle vom Niemeierschen Kolonate an den Einlieger Fr. Strate zu Orbke.[9]
1862 Dismembration des Niemeierschen Kolonats, Verkauf dieser Stätte an den Kolon Diekmann Nr. 24 zu Jerxen und Abtretung von Teilen dieses Kolonats durch den Kolon Diekmann an den Kolon Meierrieks Nr. 6 zu Orbke, Windmeier Nr. 5, Kaup Nr. 8 und Kampmann Nr. 11 zu Orbke sowie 1864Verkauf einer Parzelle vom Kolonat Diekmann Nr. 24 zu Jerxen an den Kolon Niemeier Nr. 7 in Orbke.[10] Der Niemeierhof "wurde ausgedorft" und lag nun östlich inmitten seiner Felder auf Detmolder Gemarkung am Gelskamp.[11]
1880 brannte das Meierhaus ab, zwischen 1890 und 1895 verstarben 3 Kinder der Familie Niemeier, Paul, Anna und Rudolf. Sie sind auf dem Alten Friedhof Nienhagen begraben.[12] [13]
Friedrich und Auguste Niemeier verkauften Anfang des 20. Jh. als erste Orbker Bauern an die Stadt Detmold Land und dann auch ihren Hof; die Stadt entwickelte hier das Gewerbegebiet Detmold-West.[14]
Gebäude
Inschriften
Eigentümer*innen, Bewohner*innen
1901 Friedrich Niemeier, Landwirt; Heinrich Holtmann, Knecht; Heinrich Multhaup, Ziegelmeister.[15]
1919 (Volkszählung) Friedrich Niemeier, Landwirt (* 23.1.1873), Ehefrau Auguste (* 19.5.1876), Sohn Friedrich (* 31.1.1905), Heinrich Schierenberg, ledig, Verwalter (* 30.11.1897), Fritz Beckmann, ledig, zur Arbeit zugewiesen (27.9.1903), Wilhelm Rethmeier, ledig, zur Arbeit zugewiesen (21.8.1905), Martha Budde, ledig, zur Arbeit zugewiesen (27.8.1896), Helene Reuter, ledig, zur Arbeit zugewiesen (10.11.1901).[16]
1926 Friedrich Niemeier, Landwirt; Wilhelm Holtkämper, Fabrikarbeiter.[17]
Literatur
Annette Heuwinkel-Otter/Wolfgang Schwesig, Ein Dorf schreibt Geschichte. Jerxen-Orbke in Lippe, Detmold 2014.
Quellen
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Annette Heuwinkel-Otter/Wolfgang Schwesig, Ein Dorf schreibt Geschichte. Jerxen-Orbke in Lippe, Detmold 2014, S. 104 f.
- ↑ LAV NRW OWL, L 101 C I / Lippische Salbücher und Katasterbücher, Nr. 108: Salbuch der Vogtei Heiden von 1781 (bis ca. 1835), S. 1164
- ↑ LAV NRW OWL, L 101 C I / Lippische Salbücher und Katasterbücher, Nr. 122: Salbuch der Vogtei Heiden von 1829, Bd. 2, 1829-1855 (1771) S. 1497.
- ↑ LAV NRW OWL, L 108 Lage / Amt Lage, Nr. Fach 2 Nr. 28 - Band 2: Kolonatssachen in der Bauerschaft Jerxen-Orbke, 1822-1837, Nr. 1.
- ↑ LAV NRW OWL, L 108 Lage / Amt Lage, Nr. Fach 2 Nr. 28 - Band 4: Kolonatssachen in der Bauerschaft Jerxen-Orbke, 1843-1846, Nr. 4.
- ↑ LAV NRW OWL, L 108 Lage / Amt Lage, Nr. Fach 2 Nr. 28 - Band 4: Kolonatssachen in der Bauerschaft Jerxen-Orbke, 1843-1846, Nr. 7.
- ↑ LAV NRW OWL, L 108 Lage / Amt Lage, Nr. Fach 2 Nr. 28 - Band 5: Kolonatssachen in der Bauerschaft Jerxen-Orbke, 1846-1854, Nr. 7.
- ↑ LAV NRW OWL, L 101 C I / Lippische Salbücher und Katasterbücher, Nr. 139: Salbuch der ehem. Vogtei Heiden von 1855, Bd. 3, 1855-1886/1888 (1771), S. 4074.
- ↑ LAV NRW OWL, L 108 Lage / Amt Lage, Nr. Fach 2 Nr. 28 - Band 6: Kolonatssachen in der Bauerschaft Jerxen-Orbke, 1855-1859, Nr. 14.
- ↑ LAV NRW OWL, L 108 Lage / Amt Lage, Nr. Fach 2 Nr. 28 - Band 7: Kolonatssachen in der Bauerschaft Jerxen-Orbke, 1860-1867, Nr. 9 f.
- ↑ Annette Heuwinkel-Otter/Wolfgang Schwesig, Ein Dorf schreibt Geschichte. Jerxen-Orbke in Lippe, Detmold 2014, S. 104 f.
- ↑ Annette Heuwinkel-Otter/Wolfgang Schwesig, Ein Dorf schreibt Geschichte. Jerxen-Orbke in Lippe, Detmold 2014, S. 105.
- ↑ LAV NRW OWL, L 101 C I / Lippische Salbücher und Katasterbücher, Nr. 139: Salbuch der ehem. Vogtei Heiden von 1855, Bd. 3, 1855-1886/1888 (1771), S. 4074.
- ↑ Annette Heuwinkel-Otter/Wolfgang Schwesig, Ein Dorf schreibt Geschichte. Jerxen-Orbke in Lippe, Detmold 2014, S. 105.
- ↑ Adressbuch für das Fürstenthum Lippe, Detmold 1901 Digitalisat, S. 264.
- ↑ Annette Heuwinkel-Otter/Wolfgang Schwesig, Ein Dorf schreibt Geschichte. Jerxen-Orbke in Lippe, Detmold 2014, S. 105.
- ↑ Adreßbuch des Landes Lippe, Detmold 1926 Digitalisat, S. 742.
Autor*innen
Seitenhistorie
Seite erstellt am 11.07.2026 von Joachim Kleinmanns
Letzte Änderung am: 11.07.2026 von Joachim Kleinmanns