Braker Straße 144 (Brokhausen)

Braker Straße 144 (Brokhausen)
OrtsteilBrokhausen
StraßeBraker Straße (Brokhausen)
Hausnummer144
Karte
Adressbuch von 1901Ja
GemeindeBrokhausen
Hausnummer020

Apenkrug, ehemalige Kolonatsnummer Brokhausen Nr. 20. 1710 angelegter Krug, ursprünglich zur Vogtei Heiden gehörend.[1] Ehemalige Kolonatsnummer Brokhausen Nr. 20.

Geschichte

Der Apenkrug ist benannt nach dem Apenberg, wo er 1710 an der Landstraße von Detmold nach Brake angelegt wurde.[2]

Im Salbuch von 1782 ist die Stätte als Hoppenplöckerstätte eingetragen: Nr. 20 Plöger, Apenkrüger, ein Hoppenplöcker, besitzt an Gebäuden: Wohnhaus.[3] 1848 war J. Kanne der Apenkrüger, er inserierte: "Am Sonnabend, den 22sten d. M., werde ich zum Erstenmal von meinem dießjährigen Lagerbiere ausschenken. In der Hoffnung, daß dasselbe allgemeinen Beifall finden wird, bittet um zahlreichen Zuspruch J. Kanne.[4] 1860 war er bereits verstorben; seine Witwe zeigte in diesem Jahr an, dass in ihr Wohnhaus eingebrochen worden war.[5]

Der Apenkrug war auch Chausseegeld-Hebestelle auf der Chaussee Detmold - Brake.[6] [7] [8] [9] 1874 wurde diese Wegegelderhebungsstelle neu verpachtet.[10] Sie bliebt beim Apenkrug und wurde nach Ende der Pachtzeit am 29.10.1886 wieder ausgeschrieben.[11]

1886/87 verkaufte Kanne den Krug. Rechtsanwalt O. Asemissen inserierte im Juli 1886: "Kanne im Apenkruge beabsichtigt, seine 4 Kilometer von Detmold an der Barrière der Chaussee von Detmold nach Lemgo belegene Besitzung, bestehend aus einem zur Gast- und Schenkwirthschaft eingerichteten Hause nebst Stallung, Scheune, Kegelbahn, Gärten, Hofraum und Ländereien zu im Ganzen 5 ha 67 a 65 qm, ca. 33 Scheffelsaat, im Ganzen oder in Theilen zu verkaufen und hat mir Auftrag dazu ertheilt. Es können je nach Vereinbarung die Gebäude mit und ohne Inventar und Grundbesitz und 2 sich besonders zu Neuwohnerstätten eignende Kämpe zu ca. 10 bezw. 11 Scheffelsaat verkauft werden. Letztere liegen an der Chaussee."[12] Neuer Eigentümer wurde der Gastwirt Leopold Kruelkordt. Er erbaute 1896 (?) oder 1898/99 etwa 300 m nördlich, ebenfalls auf der westlichen Straßenseite, ein neues Gasthaus, 1903 um einen Tanzsaal erweitert.

Gebäude

Laut Inschrift (s. u.) 1735 erbautes Wohnhaus.

Inschriften

Nach einer Aufzeichnung von Carl Dewitz, 10.11.1880:[13]

DER HER SEY GEDANCKET
O DIE ARGE FALSCHE WELT GOT
DER LEBET NOCH DER HERR.
HAT DURCH MICH DIESES WOHN
[... durch die Tür verdeckt]AN 1735

Eigentümer*innen, Bewohner*innen

1710 ...

1782 Plöger.

1827 Apenkrüger Plöger.

1854 Apenkrüger Kanne.

1868 wurde der Apenkrüger Kanne Mitglied des Naturwissenschaftlichen Vereins.[14]

1886/87 Verkauf an Leopold Kruelkord.[15]

1901 (Apenberg) Friedrich Krug, Landwirt; August Brandt, Ziegler; Konrad Sprick, Rentenempfänger.[16] Zu Konrad Sprick und seiner Frau berichtete die Lippische Landes-Zeitung 1899: "Eine seltene Feier wird am 9. April d. J. auf dem Apenberge stattfinden. An diesem Tage feiern die Eheleute Sprick das Fest der goldenen Hochzeit. Die Ehefrau Wilmine Sprick, geborene Watermann aus Großenmarpe, erblickte am 15. Mai 1826 das Licht der Welt. Ihr Gatte Konrad Sprick wurde am 26. April 1822 in Barkhausen geboren. Seit seiner Verheirathung wohnte das Paar in unserem Dorfe. Erst Zieglergeselle, dann Meister, hat Konrad Sprick ein großes Stück unserer Erde kennen gelernt. Acht Jahre lang machte er zu Fuß die Reise nach und von Dänemark. Später arbeitete er im Münsterlande, in Rußland und Baiern. Hierbei fand er Gelegenheit, sich die Kenntniß der dänischen, polnischen, wie russischen Sprache anzueignen. Im Winter legte er sich keineswegs auf die Bärenhaut. Früher beschäftigte er sich als Dachdecker mit dem Bessern der Strohdächer. Daneben band er Hecken. Als wahrer Tausendkünstler versteht er zu mauern, zu zimmern, zu schmieden. Er schmiedet kalt und warm, wie sich's grad trifft. Bezieht er auch schon seit 7 Jahren die Altersrente, so ist er doch noch fleißig und treu bei der Arbeit. 59 lange Jahre als Ziegler thätig, muß er nun in diesem Sommer daheim bleiben. Das heißt ein Leben voll Mühe und reich an viel saurem Schweiß. Aus der Ehe sind 2 Mädchen und 3 Knaben entsprossen, 2 Knaben sind an der Halsentzündung gestorben.“[17]

1926 (Apenberg) August Kruelkord, Landwirt; Philipp Krug, Maurer.[18]

Literatur

Quellen

LAV NRW OWL, L 20 / Klüt.

LAV NRW OWL, L 17 / Vogtei Detmold, Nr. 15: Anlegung und Betrieb des Apenkrugs, Ländereien und Abgaben(-freiheit), 1710-1789.

LAV NRW OWL, L 101 C I (Lippische Salbücher und Katasterbücher), Nr. 37, Salbuch der Vogtei Detmold von 1782.

LAV NRW OWL, L 92 A / Lippische Rentkammer - Allgemeine Kammersachen, Nr. 3089: Wegegeld beim Apenkrug, [1751- ].

LAV NRW OWL, L 92 A / Lippische Rentkammer - Allgemeine Kammersachen, Nr. 3101: Wegegeld beim Apenkrug, 1798.

LAV NRW OWL, L 77 A / Lippische Regierung (Ältere Registratur) - Allgemeine und innere Verwaltung, Nr. 8420:: Wege-(Chaussee-)gelderhebung im Apenkrug, Bd. 1, 1804-1816.

LAV NRW OWL, L 77 A / Lippische Regierung (Ältere Registratur) - Allgemeine und innere Verwaltung, Nr. 8421: Wege-(Chaussee-)gelderhebung im Apenkrug, Bd. 2, 1816-1892.

Weblinks

NHV-Inschriftensammlung.

Einzelnachweise

  1. LAV NRW OWL, L 20 / Klüt.
  2. LAV NRW OWL, L 17 / Vogtei Detmold, Nr. 15: Anlegung und Betrieb des Apenkrugs, Ländereien und Abgaben(-freiheit), 1710-1789.
  3. LAV NRW OWL, L 101 C I (Lippische Salbücher und Katasterbücher), Nr. 37, Salbuch der Vogtei Detmold von 1782, S. 1685.
  4. Fürstlich-Lippisches Regierungs- und Anzeigeblatt (15.4.1848) 16.
  5. Fürstlich-Lippisches Regierungs- und Anzeigeblatt (5.5.1874) 104.
  6. LAV NRW OWL, L 92 A / Lippische Rentkammer - Allgemeine Kammersachen, Nr. 3089: Wegegeld beim Apenkrug, [1751- ].
  7. LAV NRW OWL, L 92 A / Lippische Rentkammer - Allgemeine Kammersachen, Nr. 3101: Wegegeld beim Apenkrug, 1798.
  8. LAV NRW OWL, L 77 A / Lippische Regierung (Ältere Registratur) - Allgemeine und innere Verwaltung, Nr. 8420:: Wege-(Chaussee-)gelderhebung im Apenkrug, Bd. 1, 1804-1816.
  9. LAV NRW OWL, L 77 A / Lippische Regierung (Ältere Registratur) - Allgemeine und innere Verwaltung, Nr. 8421: Wege-(Chaussee-)gelderhebung im Apenkrug, Bd. 2, 1816-1892.
  10. Fürstlich-Lippisches Regierungs- und Anzeigeblatt (1.4.1868) 27.
  11. Lippische Landes-Zeitung 18.10.1886, Nr. 243.
  12. Lippische Landes-Zeitung 24.7.1886 Nr. 171.
  13. NHV-Inschriftensammlung.
  14. Fürstlich-Lippisches Regierungs- und Anzeigeblatt (1.4.1868) 27.
  15. LAV NRW OWL, L 101 C IV, Nr. 29: Gebäudesteuerrolle des Bauerschaftsbezirks Brokhausen, 1887.
  16. Adressbuch für das Fürstenthum Lippe, Detmold 1901 Digitalisat, S. 205.
  17. Lippische Landeszeitung, 132. Jg. Nr. 76 (30.3.1899).
  18. Adreßbuch des Landes Lippe, Detmold 1926 Digitalisat, S. 671.

Autor*innen

Joachim Kleinmanns

Seitenhistorie

Seite erstellt am 27.07.2026 von Joachim Kleinmanns

Letzte Änderung am: 27.07.2026 von Joachim Kleinmanns