Orbker Straße 69 (Jerxen-Orbke)
| Orbker Straße 69 (Jerxen-Orbke) | |
|---|---|
| Ortsteil | Jerxen-Orbke |
| Straße | Orbker Straße (Jerxen-Orbke) |
| Hausnummer | 69 |
| Karte | |
| Adressbuch von 1901 | Ja |
| Gemeinde | Jerxen und Orbke |
| Wohnplatz | Orbke |
| Hausnummer | 005 |
1488 erstmals erwähnt als "Wynthmegger", im Salbuch 1523 "Wgntmeiger". Haupthaus von 1692 [i].[1] Ehemals Orbke Nr. 5.
Geschichte
1781 war Windmeyer zu Orbke, ein gemeiner Vollmeyer und herrschaftlich Leibeigen; er entrichtete Weinkauf und Sterbfall.[2] Daran änderte sich bis zum Salbuch von 1829 nichts.[3]
1835 erbaute Windmeier einen Kotten auf der geteilten Orbker Gemeinheit.[4] 1846 konnte er bei der Zerschlagung der Bükerschen Straßenkötterstätte Nr. 10 in Orbke einen weiteren Kotten erwerben und zur Gründung einer Neuwohnerstätte an den Einlieger H. Steuer zu Orbke verkaufen.[5]
1692 [i] Erbauung des noch vorhandenen Haupthauses, als Baudenkmal am 6.3.2013 in die Denkmalliste der Stadt Detmold eingetragen, Nr. A693.
Gebäude
1781 bestehen Wohnhaus, Leibzucht, Schoppen, Scheuer, Backs,[6] ebenso 1829.[7] 1855 sind im Salbuch nur noch Wohngebäude erfasst, bei Windmeier sind es das Wohnhaus und die Leibzucht.[8]
1692 [i] erbautes und in der ersten Hälfte des 19. Jh. um ein Kammerfach erweiterter Vierständer-Fachwerkbau, Längsdielenhaus von 12 Fachen Länge, 3 Riegelketten, gegenläufige Schwelle-Ständer-Streben an Längs- und Giebelwänden. Giebeldreiecke über stark profilierten Stichköpfen zweifach vorkragend, dazwischen schlichte Füllhölzer. Giebelschwelle an der Unterkante mit Rundstab. Unter der Faserzementplatten-Verkleidung der Giebeldreieck originale Verbretterung. Satteldach mit roten Doppelmuldenfalzziegeln. Diele 8 Fach tief mit bauzeitlichem Backsteinboden und 6 Kuhnackenriegeln (Kopfbänder abgängig). Kammerfach unterkellert (Balkendecke). Über Kopfriegelkette ein Oberrähm, darin eingezapfte Sparrenfüße, eingehälste Dachbalken. Sparrendach mit Kehlbalken- und Hahnenbalkenlage, Hochsäulen, einfach stehender Stuhl (3 Kehlbalkenunterzüge mit Kopfbändern). An der linken Traufseite Stallanbau. Dazu die östliche Traufseite des Hauses im Erdgeschoss entfernt und die Obergeschosswand durch einen Stahlunterzug abgefangen.[9]
1642 ist außerdem eine "Burg" (massiver Speicher) erwähnt.[10]
Inschriften
Torriegel mit Inschrift in Flachschnitt:
HER ICH TRAVE AUF DICH LAS MICH NIMMERMER ZV SCHANDEN WERDEN ERRETTE
MICH DVRCH DEINE GERECHTIGKEIT VND HILF MIR AVS NEIGE DEINE OHREN ZV MIR VND
HILF MIR SEI MIR EIN STARCKER HORT DAHIN ICH IMMER FLIHEN MOGE DER DV ZVGE
SAGET HAST MIR ZV HELFN DEN DEN DV BIST MEIN FELS VND MEIN BVRG. PSALM LXXI
Auf dem linken Torständer oben:
ANNO 1692
HAT HEN
RICH WIND
MER VND CATR
INA HELWEGS
DIS LASSEN BAWEN
Auf dem rechten Torständer:
AVFGERICHT
DVRCH M.
HANS PLAS
MAN DEN
I.JVLLII
Unter den Inschriften der Torständer jeweils ein Sonnenrad.
Eigentümer*innen, Bewohner*innen
1488 Wynthmegger.[11]
1523 Wgntmeiger.[12]
1692 Henrich Windmeier und Catrina Helwegs [i].
1781 Windmeyer.[13]
1829 Windmeier.[14]
1855 Windmeier.[15]
1901 Henriette Windmeier, Witwe; Conrad Windmeier, Landwirt; Adam Gerlach, Schweizer; Friedrich Klöpper, Ziegelmeister; Minna Schäfer, Witwe.[16]
1926 Konrad Windmeier, Landwirt; Ernst Lüke, Fabrikarbeiter; Heinrich Niewald, Arbeiter; Heinrich Holtmann, Arbeiter.[17]
Literatur
Annette Heuwinkel-Otter/Wolfgang Schwesig, Ein Dorf schreibt Geschichte. Jerxen-Orbke in Lippe, Detmold 2014.
Quellen
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Annette Heuwinkel-Otter/Wolfgang Schwesig, Ein Dorf schreibt Geschichte. Jerxen-Orbke in Lippe, Detmold 2014, S. 197.
- ↑ LAV NRW OWL, L 101 C I / Lippische Salbücher und Katasterbücher, Nr. 108: Salbuch der Vogtei Heiden von 1781 (bis ca. 1835), S. 1156. Digitalisat.
- ↑ LAV NRW OWL, L 101 C I / Lippische Salbücher und Katasterbücher, Nr. 122: Salbuch der Vogtei Heiden von 1829, Bd. 2, 1829-1855 (1771), S. 1481 Digitalisat.
- ↑ LAV NRW OWL, L 108 Lage / Amt Lage, Nr. Fach 2 Nr. 28 - Band 2: Kolonatssachen in der Bauerschaft Jerxen-Orbke, 1822-1837, Nr. 6.
- ↑ LAV NRW OWL, L 108 Lage / Amt Lage, Nr. Fach 2 Nr. 28 - Band 4: Kolonatssachen in der Bauerschaft Jerxen-Orbke, 1843-1846, Nr. 9.
- ↑ LAV NRW OWL, L 101 C I / Lippische Salbücher und Katasterbücher, Nr. 108: Salbuch der Vogtei Heiden von 1781 (bis ca. 1835), S. 1156. Digitalisat.
- ↑ LAV NRW OWL, L 101 C I / Lippische Salbücher und Katasterbücher, Nr. 122: Salbuch der Vogtei Heiden von 1829, Bd. 2, 1829-1855 (1771), S. 1481 Digitalisat.
- ↑ LAV NRW OWL, L 101 C I / Lippische Salbücher und Katasterbücher, Nr. 139: Salbuch der ehem. Vogtei Heiden von 1855, Bd. 3, 1855-1886/1888 (1771), S. 4063.
- ↑ Stadt Detmold, Untere Denkmalbehörde, Denkmalkartei.
- ↑ Annette Heuwinkel-Otter/Wolfgang Schwesig, Ein Dorf schreibt Geschichte. Jerxen-Orbke in Lippe, Detmold 2014, S. 197.
- ↑ Annette Heuwinkel-Otter/Wolfgang Schwesig, Ein Dorf schreibt Geschichte. Jerxen-Orbke in Lippe, Detmold 2014, S. 197.
- ↑ Annette Heuwinkel-Otter/Wolfgang Schwesig, Ein Dorf schreibt Geschichte. Jerxen-Orbke in Lippe, Detmold 2014, S. 197.
- ↑ LAV NRW OWL, L 101 C I / Lippische Salbücher und Katasterbücher, Nr. 108: Salbuch der Vogtei Heiden von 1781 (bis ca. 1835), S. 1156.
- ↑ LAV NRW OWL, L 101 C I / Lippische Salbücher und Katasterbücher, Nr. 122: Salbuch der Vogtei Heiden von 1829, Bd. 2, 1829-1855 (1771), S. 1481.
- ↑ LAV NRW OWL, L 101 C I / Lippische Salbücher und Katasterbücher, Nr. 139: Salbuch der ehem. Vogtei Heiden von 1855, Bd. 3, 1855-1886/1888 (1771), S. 4063.
- ↑ Adressbuch für das Fürstenthum Lippe, Detmold 1901 Digitalisat, S. 264.
- ↑ Adreßbuch des Landes Lippe, Detmold 1926 Digitalisat, S. 742.
Autor*innen
Seitenhistorie
Seite erstellt am 23.06.2026 von Joachim Kleinmanns
Letzte Änderung am: 23.06.2026 von Joachim Kleinmanns