Pivitsheider Straße 46a (Augustdorf)

Alte Dorfkirche Augustdorf

Pivitsheider Straße 46a (Augustdorf)
OrtsteilAugustdorf
StraßePivitsheider Straße (Augustdorf)
Hausnummer46a
Karte
Adressbuch von 1901
Der 7. September 1800 gilt als Gründungsdatum der Kirchengemeinde Augustdorf. An diesem Tag wurde ihr erstes Gotteshaus, eine kleine Fachwerkkapelle mit Dachreiter, in Gebruch genommen.[1]

Geschichte

 
Alte Dorfkirche, Quelle: Kirchengemeinde Augustdorf[2]

1797 ging eine Bittschrift an Fürst Leopold mit der Bitte in Augustdorf eine Kapelle zu errichten. Der Fürst erteilte die Genehmigung, Baubeginn war 1789. Die Einweihung der Kapelle erfolgte am 7. September 1800.
Aufgrund von Baumängeln wurde bereits 25 Jahre später über den Bau einer Kirche gesprochen.
Die seit 1800 genutzte Fachwerkkapelle wurde 1875 abgebrochen.
Nachdem mehrere Jahre verhandelt worden war, beschloss die Dorfversammlung 1874 einen Neubau der Kirche in Augustdorf.

Bekanntmachung[3]
Der Bau einer neuen Kirche zu Augustdorf soll am Mittwoch, den 24. d. M. Morgens 10 Uhr im Küsterhause daselbst, an den Mindestfordernden verdungen werden.
Riß und Kostenanschlag können im Küsterhause zu Augustdorf von jetzt an, jeden Tag eingesehen werden.
Detmold, den 18. März 1875.
Im Auftrage des Kirchenvorstandes
der Domainen-Baurath Merckel
 
Ansichten der Fachwerkkapelle, LAV NRW L 69[4]

Die Kirche wurde am 1.6.1876 feierlich eingeweiht.

Gebäude

Ab 1800 besteht in der damals relativ jungen Gemeinde Augustdorf (1775) eine evangelische Kirche, zuerst nur als Fachwerkkapelle. Die heute bestehende Kirche entstand 1875 als Massivbau nach Plänen des lippischen Domänenbaurates Merckel. Sie wurde als Bruchsteinsaalbau mit 3-achsigem Langhaus, erhöhtem Querhaus und Rechteckchor in neugotischen Stil errichtet. Vor dem straßenseitigen Giebel steht ein Turm mit Pyramidendach.

 
Kirche in Augustdorf, Foto Lothar Kaup, 2012

Das Kirchengebäude bildet mit dem Gasthof zur Linde und der ehem. Schule, dem Haus Funkenflug (HOT), als Gebäudegruppe ein ortstypisches Ensemble von Bauten in öffentlicher und gemeindlicher Funktion. Dieses ist für das sonst neuzeitliche Ortsbild der Gemeinde ein besonderer geschichtlicher Wert.

Zum Kirchenjubiläum im Jahr 2000 ist die evangelische Dorfkirche von Grund auf renoviert worden. Der Innenanstrich erfolgte in Anlehnung an den historischen Befund, und so wurden auch die Zwickelornamente und der umlaufende Fries, die historische Beleuchtung, die Vierpassfenster im Querschiff und im Chor, die Rundbogentüren im Chorraum und der vergoldete Turmhahn erneuert bzw. wiederhergestellt. Die Ornamente der Gewölbekappen wurden nach alten Fotoaufnahmen rekonstruiert. Die Ornamentbänder sind Vorlagebüchern des 19. Jahrhunderts entnommen worden. [5]

 
Kirche Augustdorf, innen, Foto Lothar Kaup 2011
 
Kirche Augustdorf Fenster, Foto Lothar Kaup 2011
 
Kirche in Augustdorf, Grundriss, Zeichnung L. Kaup 2011

Inschriften

Eigentümer

Kirchengemeinde Augustdorf

Pastoren

bis 1926 [6]

Literatur

  • Olaf Biere, Augustdorf. Stätten und ihre Besitzer 1775-1900, mit einem Beitrag von Annette Fischer, Bielefeld 2024, Seite 60
  • Burkhard Meier, Lippische Kirchen, 2004

Quellen

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Burkhard Meier, Lippische Kirchen, 2004, S. 7
  2. Internetseite: https://www.dorfkirche-augustdorf.de
  3. Fürstlich Lippisches Regierungs- und Anzeigeblatt, Jg. 1875, Nr. 66 vom 19. März
  4. LAV NRW L 69 Nr. 307 Seite 32 (44 im Digitalisat)
  5. Kreis Lippe, Denkmalbehörde, 20 Jahre Tag des offenen Denkmals in Lippe, 100 Baudenkmale, Veröffentlichung 2012
  6. Wilhelm Butterweck, Die Geschichte der Lippischen Landeskirche, Schötmar 1926, Seite 307 ff

Autor*innen


Wolfgang Kramer, Lothar Kaup

Seitenhistorie

Seite erstellt am 13.01.2026 von Wolfgang Kramer

Letzte Änderung am: 01.06.2026 von Justus Hillebrand