Lange Straße 29 (Bad Salzuflen)

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Lange Straße 29 (Bad Salzuflen)
OrtsteilBad Salzuflen (Kernstadt)
StraßeLange Straße (Bad Salzuflen)
Hausnummer29
Karte
Adressbuch von 1901Ja
GemeindeSalzuflen
StraßeLangestraße
Hausnummer029

Die Hausstätte Lange Straße 32. Bis 1878 als Salzuflen Nr. 55 geführt.[1] Das heute unter der Adresse zu findende Gebäude stammt aus den Jahren 1778/79; das Vorgängergebäude brannte nach einem Blitzeinschlag im Juli 1776 vollständig ab.[2] Heute [Stand 2026] beherbergt das Gebäude unter anderem ein Reformhaus.

Geschichte

Das heute unter der Adresse Lange Straße 29 befindliche Gebäude geht auf einen Neubau aus den Jahren 1778/9 zurück. Nachdem das ursprüngliche Haus im Juli 1776 nach einem Blitzeinschlag vollständig abgebrannt war, überließ die Besitzerin, Witwe des früheren Bürgermeisters Otto Heinrich Barkhausen, das Grundstück ihrem Schwiegersohn, dem Richter Iohan Florens Krecke. Dieser ließ dort ein Traufenhaus mit hohem Krüppelwalmdach errichten. In den folgenden Jahrhunderten wurde der Gebäuderaum auch zur Wohnungsvermietung und für Ladengeschäfte genutzt.[3]

Gebäude

Im Laufe seiner Geschichte wurde die Hausstätte Lange Straße 29 einer Reihe von Baumaßnahmen unterzogen. Nachdem der durch Blitzschlag verursachten Brand des Jahres 1776 das ursprüngliche Gebäude samt dazugehöriger Scheune komplett zerstört hatte, errichtete der Richter Krecke 1778/9 dort ein Traufenhaus mit hohem Krüppelwalmdach sowie einer neuen Scheune. Ursprünglich verfügte das Gebäude über eine durchgehende Diele mit Toreinfahrt zum Salzhof hin, die aber im 20. Jahrhundert zugunsten von Ladenfläche im Unter- und einer Wohnung im Obergeschoß verschwand. Der mit Innenschrift versehene Torbogen wurde bei Umbauten zur Gewinnung weiterer Ladenfläche herausgebrochen, überdauerte aber und wurde eine Zeit lang im Stadt- und Bädermuseum ausgestellt. Als das Haus im Jahr 2001 denkmalgerecht saniert wurde, kehrte schließlich auch der Torbogen an seinen alten Platz zurück.[4]

Inschriften

Der seit 2001 wieder angebrachte Torbogen des Gebäudes trägt die folgende Inschrift:

„IOHAN FLORENS KRECKE VND IOHANNA OTILIA BARCKHAVSEN : HABEN DIESES HAVS BAVEN

LASSEN : ANNO 1779 den : 14 MAI

DEINE GVTE HERR SEY VBER VNS WIE WIR AVF DIC[H] HOFFEN PSALM 33 V 22.“[5]

Eigentümer*innen, Bewohner*innen

1549 Hinrich Arste.[6]

1565/67: Iggenhausen (Flammenkamp).

Ca. 1580 Bartold zu Schwavedißen.

1623 Bart. zu Schwaßen; „im Nebenhaus: Clauwes Rasche.“

1628/32 „Bartold zu Schwaßen (Schwavedißen) nur 1 Haus.“

1633 „Bewohnet jetzunt Hinrich Rennert, Cosmans Sone ([Salzuflen] Nr. 178!)“

1645/46 Der „Sälzerknecht und Weber“ Bartold Ribbentrup.

1651 „Witwe des Heinrich Barckhausen (Ilsabe Fürstenau) hat 10 Thaler Grundschuld zugunsten der Armen.“

1658/1702 Der Kramer und Weinhändler Otto Krieger, auch Otto Krüger genannt; die Witwe des Herm. Lofher sowie „im Nebenhause“ der Kramer Herm. Pegel, „Corporal der 2. Corporalschaft“.

1717 Hermann Grote, der Schwiegersohn Krügers (jur. 27.10.1657).

1723 Der Ratsherr Barckhausen; Dr. Adolf Dreckmeyer sowie Herm. Nagel mit Ehefrau und Kind „im Nebenhaus in der Sögestraße“.

1748/55 Otto Henrich Barckhausen, „Lohnherr“ und von 1760 bis 1768 Bürgermeister, geboren im Jahr 1694, gestorben am 23.09.1771; heiratete 1736 J. Cath. Vahrenholz aus Bielefeld; „Wohng., 2 Scheunen + Nebenhaus, zusätzlich 850 Thaler; zusammen mit [Salzuflen] Nr.8 u. 99 (zur Heuer: Henr. Adolph Meyer) – B. hat 1748 zwei Mägde und 1 Hausknecht ‚aus dem Brandenburgischen‘.“

1776/78 „Frau Bürgermeisterin Barkhausen (Joh. Cathrina, geb. Varenholz, Schwester des Arztes Dr. V. aus Bielefeld, geboren 1700, †20.12.79)“

1776, am 12.07.: „Das Haus der Witwe des Bürgermeisters Barkhausen brannte nebst Scheune infolge Blitzschlags völlig ab. Sie zedierte die mit 1.150 Mark versicherten Brandstätten ihrem Schwiegersohne, dem herrsch. Richter Florenz Krecke, Sohn des Pfarrers Gottschalk Kr. (oo 29.12.1762: J. Ottilia Barkhausen); Flor. Kr. wollte im Frühjahr 1777 wieder aufbauen, tat es 2 Jahre später.“

1778 „Die Barkhäusliche Brantstätte, die jetzt von dem Richter Krecke als Miterben gebaut werden will.“

1782 Der Richter Krecken; „Wohnhaus und Scheune unter einem Dach.“

1793 „Witwe Richterin Krecke (siehe [Salzuflen] Nr. 101).“

1795 Die „Witwe des Richters Florenz Krecke“.

1807/14 Der „Prediger Weihe zu Gohfeld, Schwiegersohn des Richters Florenz Krecke und der Otilia Barkhausen; (zur Miete: Rector G. Em. Wi. Arnold, 1812-17 in Salzuflen, vorher N. 47) – Prediger Weihe hat 37 Scheffel Land in Salzuflen.“

1815/48 Der Färber und Ratsherr Bernh. Kottmann (siehe Salzuflen Nr. 12 und 121) sowie der „Amtsauditor Rodewald“ als Mieter.

1851 Der „Schumacher Witte, von Kottmann gekauft; Mitbesitzerin: die Witwe des Pastors Weihe in Gohfeld (Flor. Heinr. Geb. Krecke).“

1852/61 Der Kaufmann (Sim.) Heinr. Witte von Salzuflen Nr. 54.

1866/71 Der Kaufmann Heinrich Witte (Sohn) und Simon Witte sen. (von Salzuflen Nr. 54).

1873 Der Kaufmann (Sim.) Heinr. Witte, geboren am 10.11.1821, gestorben am 6.3.1908 mit seiner Ehefrau Luise Witte geb. Müller (1841-1882) sowie der „Oeconom Simon Witte sen.“

1874/80 Der Kaufmann S.H. Witte und sein Vater, der Oeconom Simon Witte sen., geboren am 29.04.1791.

1901 Der Kaufmann S.H. Witte; „später: Spediteur Schmidt.“

Literatur

Gröppel, Inschriften alter Häuser in Salzuflen, Detmold 1909.

Otto Pölert, Alte Häuser Salzuflens. Besitzer, Bewohner. Um 1960. Stadtarchiv Bad Salzuflen Msc 13.

Stefan Wiesekopsieker, Inschriften an Bad Salzufler Häusern (Bad Salzufler Haus- und Hofgeschichten 2), Bad Salzuflen 2017 [2009].

Quellen

Adressbuch für das Fürstenthum Lippe, Detmold 1901.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Sofern nicht anders ausgewiesen, Informationen zu diesem und folgenden Einträgen entnommen aus: Otto Pölert, Alte Häuser Salzuflens. Besitzer, Bewohner. Um 1960. Stadtarchiv Bad Salzuflen Msc 13, Nr. 55.
  2. Vgl. Stefan Wiesekopsieker, Inschriften an Bad Salzufler Häusern (Bad Salzufler Haus- und Hofgeschichten 2), Bad Salzuflen 2017 [2009], S. 14-15.
  3. Vgl. Stefan Wiesekopsieker, Inschriften an Bad Salzufler Häusern (Bad Salzufler Haus- und Hofgeschichten 2), Bad Salzuflen 2017 [2009], S. 14-15 und die Rubrik „Eigentümer*innen, Bewohner*innen“.
  4. Vgl. Stefan Wiesekopsieker, Inschriften an Bad Salzufler Häusern (Bad Salzufler Haus- und Hofgeschichten 2), Bad Salzuflen 2017 [2009], S. 14-15.
  5. Stefan Wiesekopsieker, Inschriften an Bad Salzufler Häusern (Bad Salzufler Haus- und Hofgeschichten 2), Bad Salzuflen 2017 [2009], S. 15; vgl. auch Gröppel, Inschriften alter Häuser in Salzuflen, Detmold 1909, S. 13.
  6. Sofern nicht anders ausgewiesen, Informationen zu diesem und folgenden Einträgen entnommen aus: Otto Pölert, Alte Häuser Salzuflens. Besitzer, Bewohner. Um 1960. Stadtarchiv Bad Salzuflen Msc 13, Nr. 55.

Autor*innen

Lennart Stephan

Seitenhistorie

Seite erstellt am 09.02.2026 von Lennart Stephan

Letzte Änderung am: 16.02.2026 von Lennart Stephan