Engelbert-Kämpfer-Straße 18/20 (Lemgo)
| Engelbert-Kämpfer-Straße 18/20 (Lemgo) | |
|---|---|
| Ortsteil | Lemgo (Kernstadt) |
| Straße | Engelbert-Kämpfer-Straße (Lemgo) |
| Hausnummer | 18/20 |
| Karte | |
| Adressbuch von 1901 | Nein |
Ein Amtsgebäude errichtet für das Finanz und Zollamt in den Jahren 1928/29. Eintragung als Baudenkmal in die Denkmalakte der Stadt Lemgo im Jahr 2017.
Geschichte
Das Amtsgebäude wurde 1928/29 als dreigeschossiger, massiver Traufenbau von 35,30 m Länge und 13,60 m Tiefe mit zehn Fensterachsen in der Straßenfassade und drei Achsen an den Giebelseiten erbaut.
Von 1954 bis 1958 wurde das Gebäude nach Norden um 19,33 m bei gleicher Tiefe mit straßenseitig neun enggestellten Fensterachsen erweitert. Im Zuge dieser Maßnahme wurden der Portikus vor dem Haupteingang des Altbaus abgebrochen, die Dachgauben durch Dachflächenfenster ersetzt. Material und Ausführung des Erweiterungsbaus wurden an den Bestandsbau angepasst.
Nach wie vor beherbergt das Gebäude das Finanzamt Lemgo.
Gebäude
Über dem auf verfüllten Brunnenringen und einer ca. 60 cm dicken Betonsohle liegenden Kellergeschoss aus rustizierten Main-Sandsteinquadern (Altbau-Fenster rundbogig mit trapezförmigen Sandsteinquadern betont) erheben sich drei Obergeschosse mit rau verputzten Wandflächen, die durch Fensterachsen vertikal und durch wulstförmige Sohlbankgesimse (erstes und zweites Obergeschoss) horizontal gegliedert sind. Die Giebel des pfannengedeckten Satteldaches weisen Fußstaffeln auf. Der Haupteingang liegt in der siebten Achse von Süden und ist zugänglich über eine breite, zweiläufige Freitreppe mit Wangen aus Bossenquadern und großen Steinkugeln am Antritt.
Über dem Eingang befand sich ursprünglich ein Balkon, dessen Brüstung die Inschrift FINANZAMT / ZOLLAMT trug. Über dem schlicht gerahmten Eingang befindet sich heute ein Mosaik mit dem Landeswappen von Nordrhein-Westfalen. In den beiden Obergeschossen über bzw. vor der zweiten und dritten Fensterachse von Süden sitzt auf einer wuchtigen Profilkonsole ein großer Erker unter Walmdach und mit drei schmalen Fenster an der Front und jeweils einem an den Seiten; deren Sohlbankgesimse sind verkröpft.
In der gefelderten Brüstung weist die plastische Darstellung eines streng stilisierten Reichsadlers darauf hin, dass es sich bei diesem Bauwerk um ein Amtsgebäude handelt. Die Wandflächen des Erkers sind durch Putzstreifen gebändert; diese Dekoration setzt sich an der Wand des Hauptbaues ein Stück weit fort. An der südlichen Giebelseite im Hochparterre liegt ein Nebeneingang mit gerader einläufiger Freitreppe; die nördliche Giebelfassade verfügt über einen jüngeren Nebeneingang mit einer Rampe. - Alle Fenstergewände, die Erkerbrüstung und die Putzstreifen des Erkers sind scharriert. Die originalen Holzfenster der 1920er Jahre mit ursprünglicher Sprossenteilung sind lediglich im Keller erhalten. 1954 wurden alle Fensteröffnungen mit durch Mittelkämpfer unterteilte Metallrahmenfenster ausgestattet.
Das Gebäudeinnere ist charakterisiert durch Mittellängsflure mit Belichtung jeweils durch die Stirnseiten. Die Erschließung der Obergeschosse erfolgt über das hinter dem Hauptportal liegende Treppenhaus mit zweiläufigen, massiven Treppen, die neben hölzernen Antrittspfosten schlichte, zeittypische Geländer aus eisernen Stäben und Bändern mit hölzernen Handläufen haben, sowie ein südlich angeordnetes Nebentreppenhaus mit ähnlich ausgeführter Treppe.
Im Altbau sind die Wandöffnungen zu den Zimmertüren hin außen und innen gerundet; Türrahmen und -blätter aus beiden Bauphasen sind erhalten. Im ersten Obergeschoss befand sich ursprünglich die großzügige Wohnung des Amtsvorstehers; hier weisen einige Räume Deckenstuck in expressionistischer Formgebung auf, u.a. im Erkerraum. Im zweiten Obergeschoss lag die ebenfalls geräumige Wohnung des Zollamtsvorstehers.
In einem Zeitungsartikel anlässlich der Einweihung am 22.6.1929 wird die besonders freundliche farbige Gestaltung des Äußeren – u.a. wird ein „lichtes Grün“ der Fensterkreuze erwähnt – und der Diensträume besonders betont; auch die freundliche Wandfarbe des Erweiterungsbaues wird in der entsprechenden Berichterstattung gewürdigt; hiervon sind jedoch keine Belege am Bestand erhalten.
Inschriften
Eigentümer*innen, Bewohner*innen
Literatur
Quellen
Denkmalliste der Stadt Lemgo, Nr. A 432.
Weblinks
Einzelnachweise
Autor*innen
Seitenhistorie
Seite erstellt am 12.03.2026 von Nils Lienenlüke
Letzte Änderung am: 12.03.2026 von Nils Lienenlüke