In der Tränke Jüdischer Friedhof (Schwalenberg)

Version vom 26. Juni 2026, 21:28 Uhr von Joachim Kleinmanns (Diskussion | Beiträge)
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
In der Tränke Jüdischer Friedhof (Schwalenberg)
OrtsteilSchwalenberg
Karte
StraßeIn der Tränke (Schwalenberg)

Mitte des 18. Jh. angelegt (erster Beleg 1761).

Geschichte

Der unterhalb der Burg am östlichen Abhang des Burgbergs gelegene jüdische Friedhof wurde wahrscheinlich seit 1761 und bis 1922 belegt, möglicherweise auch mit Juden aus Wöbbel. 1921 suchte der Vorsitzende der jüdischen Gemeinde Schwalenbergs, Gustav Bachrach, bei der Lippische Direktion der Domänen und Forsten um eine Einzäunung des Friedhofs nach, um einerseits Menschen von Grabschändungen als auch Schafe fernzuhalten. Die Direktion lehnte den Antrag aber mit der Begründung ab, der Platz sei dem Domänenpächter zur Hude mitverpachtet. Zwar wurde das Friedhofsgelände 1926 aus der Hauptpacht herausgenommen, doch sollte die jüdische Gemeinde selbst für die Einzäunung sorgen. Ab 1938 wurde der Friedhof mehrfach verwüstet und sollte 1940 eingeebnet werden, was jedoch nicht geschah. Ab 1945 ließ die Stadt Schwalenberg die umgeworfenen und verschleppten Grabsteine wieder aufstellen, die Reste der alten Einfriedung beseitigen. Die Beweidung der Fläche wurde verboten. Als sich 1949 der Vertreter der Detmolder jüdischen Gemeinde, Wilhelm Ehrmann, über den ungepflegten Zustand des Friedhofs beklagte, übernahm die Stadt die regelmäßige Pflege der noch vorhandenen 55 Grabstätten. 1992 wurde der Friedhof unter Denkmalschutz gestellt.[1]

Beschreibung

Auf dem Friedhof sind mindestens 170 Personen beigesetzt worden. Die meisten der 47 erhaltenen Grabsteine sind hebräisch beschriftet. Sie wurden nach 1945 neu aufgestellt.

Inschriften

Eigentümer*innen

Literatur

Hartmut Stratmann, und Günter Birkmann, Jüdische Friedhöfe in Westfalen und Lippe, Düsseldorf 1987.

Hans Liedtke, Zur Geschichte der Juden in Schwalenberg, Detmold 1993.

Elfi Pracht-Jörns, Kulturerbe in Nordrhein-Westfalen, 3. Regierungsbezirk Detmold. Köln 1998.

Karl Hengst, Ursula Olschewski (Hg.), Historisches Handbuch der jüdischen Gemeinschaften in Westfalen und Lippe. Die Ortschaften und Territorien im heutigen Regierungsbezirk Detmold, Münster 2013, S. 693-700.

Joachim Kleinmanns, Zeichen vielfältiger Kultur. Jüdische Friedhöfe in Lippe, in: Heimatland Lippe, 112. Jg. (2019), S. 276-277.

Quellen

Weblinks

Steinheim-Institut

Einzelnachweise

  1. Willy Gerking, Ortsartikel Schwalenberg, in: Karl Hengst, Ursula Olschewski (Hg.), Historisches Handbuch der jüdischen Gemeinschaften in Westfalen und Lippe. Die Ortschaften und Territorien im heutigen Regierungsbezirk Detmold, Münster 2013, S. 693-700, hier S. 699.

Autor*innen

Joachim Kleinmanns

Seitenhistorie

Seite erstellt am 26.06.2026 von Joachim Kleinmanns

Letzte Änderung am: 26.06.2026 von Joachim Kleinmanns