Kolonat 74 (Haustenbeck)
| Kolonat 74 (Haustenbeck) | |
|---|---|
| Ortsteil | Haustenbeck |
| Straße | - |
| Hausnummer | - |
| Karte | |
| Adressbuch von 1901 | Ja |
| Gemeinde | Haustenbeck |
| Hausnummer | 074 |
Gegründet 1794 von Barthold Biere..[1]
Geschichte

Johann Friedrich Barthold Biere, der zweitgeborene Sohn des Hoppenplöckers Johann Christoph Biere von der Stätte Nr. 16 in Haustenbeck, gründete die Stätte Nr. 74. Sie lag weit vor dem ehemaligen Dorfkern von Haustenbeck, von der damaligen Kohlstädter Heide kommend das erste Haus auf der linken Seite.
Beim Bau besondere Schwierigkeiten bei Anlegung des Brunnens.[2]
Im folgenden Jahr 1795 heiratete Barthold Biere. Es war in dieser Generation die erste von insgesamt vier Ehen. Dann übernahm der Anerbe Wilhelm Konrad das Kolonat.[3] Um die verschiedenen Stätten von Besitzern mit dem Namen Biere unterscheiden zu können, gab man ihnen Beinamen, in diesem Fall „Bartholds Kunrod“[4] nach Konrad, dem Sohn von Barthold. Nach dem frühen Tod Konrad Bieres verheiratete sich die Witwe erneut. Als auch der zweite Ehemann verstorben war, verwaltete sie die Stätte zunächst für ihren noch nicht volljährigen Sohn Heinrich Ludwig Conrad.[5] Die Volkszählung von 1828 listet nur die beiden Ehepartner auf, Kinder hatten sie noch nicht. Außerdem lebten noch die Leibzüchter, das Ehepaar Beckmeier/Hofschlag (s.u.) mit einem Sohn unter 14 Jahren auf der Stätte. Weiter aufgeführt wird die Einliegerin Retmeier mit zwei Söhnen und einer Tochter (alle unter 14 Jahren).[6]
Der Erbe Heinrich Biere (* 1839) bewirtschaftete das Kolonat nach seiner Eheschließung 1863 nur wenige Jahre und verkaufte es dann und wanderte mit Frau und zwei Kindern nach Amerika aus.
1867 ist Colon Heinrich Biere (* 1843/44) mit Frau, zwei Kindern und seiner Mutter ausgewandert.[7] Am 5. Oktober 1867 kam er mit der Weser in Amerika an.[8]
Das Kolonat erwarb Heinrich Konrad August Voß von Nr. 67 in Haustenbeck im Jahre (7.8.1867). Mit der Übernahme des Kolonates trug er, wie damals üblich, zunächst den Hofnamen Biere. Auch einige Kinder des Paares wurden unter diesem Namen eingetragen. Als dann die Standesamtsregister eingeführt und die Namen festgeschrieben wurden, setzte sich der Name Voß wieder durch. Die Stätte hieß dann Voß.[9] Eine der Töchter Voß verheiratete sich 1892 auf das Kolonat Kästing auf der Kohlstädter Heide Nr. 57.
Kolonat blieb bis 1939 in Besitz der Familie Voß. Letzter Besitzer war Wilhelm Voß, der nach Augustdorf umgesiedelt wurde.[10] Danach erfuhr das Gebäude eine militärische Nutzung zu Übungszwecken. Dadurch litt die Statik und das Gebäude musste abgestützt werden (s. Abb.). Trotzdem haben sich die Türpfeiler für den Zugang zum Grundstück und die Obst- und Fliederbäume im Garten noch lange erhalten.
Gebäude
Der Gründungsbau existiert nicht mehr. Über ihn ist nichts bekannt. Der um 1920 errichtete Neubau (Backsteinbau) stand noch in den 1990er Jahren.
1863 gen.: Leibzuchthaus[11]
Inschriften
Inschriften sind nicht bekannt.
Eigentümer*innen, Bewohner*innen
- 1794 Barthold Biere (* 1763, † 1817) I ⚭ 23.8.1795 Anna Margrete Ilsabein Dreimann (* 1773, † 1803;
II ⚭ 1804 Henriette Dreimann (+ 1812); III ⚭ 1812 Anna Maria Ilsabein Hofschlag aus Schlangen († 1855) sie II ⚭ 1818 Johann Bernhard Beckmieer (+ 1780, †1853)
- 1827 Wilhelm Konrad Biere (*1798, Sohn von Barthold, † 1835) ⚭ 20.4.1827 Friederike Henriette Kalkreuter (* 1805 in Haustenbeck Nr. 88);
sie ⚭ II 1836 mit Hermann Heinrich Adolph Milberg Nr. 69
- 1863 bis 1867: Colon Heinrich Biere (* 1839, Sohn von Hermann Heinrich Adolph geb. Milberg) ⚭ 12.4.1863 Hanne Wilhelmine Elisabeth Brinkmann aus Haustenbeck Nr. 86 (* 1843)
durch Kauf an:
- 1867 Heinrich Konrad August Voß, von Haustenbeck Nr. 67 ⚭ 1860 Hanna Wilhelmine Dorothea Hagemeier, von Haustenbeck Nr. 36 (* 1833, † 16.10.1867)
II ⚭ 1868 Maria Sophie Auguste Hagemeier (* 1845, † 1910); (11 Kinder aus beiden Ehen)
Literatur
- Hans Sprenger, Haustenbeck - Ein Buch der Erinnerungen, Detmold 1939
- Heimat- und Verkehrsverein Oesterholz-Haustenbeck (Hg.): Haustenbeck 1659 - 1939 - 1989. Schlangen 1989
- Hildegard Mehrmann (Hg.): Das ehemalige Haustenbeck in der Senne. Lage 1993
- Uwe Piesczek (Hg.): Truppenübungsplatz Senne. Zeitzeuge einer hundertjährigen Militärgeschichte. Chronik. Bilder. Dokumente. Paderborn 1994
Quellen
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Hans Sprenger, Haustenbeck - Ein Buch der Erinnerungen, Detmold 1939, S. 200 ff.
- ↑ Hans Sprenger, Haustenbeck - Ein Buch der Erinnerungen, Detmold 1939, S. 115, 153
- ↑ Kirchenbuch Haustenbeck
- ↑ Hans Sprenger, Haustenbeck - Ein Buch der Erinnerungen, Detmold 1939, S. 135.
- ↑ L 108 A Nr. 155, S. 42f.
- ↑ L 92 Z Nr. 1451, S. 211.
- ↑ Verdenhalven, Auswanderer, XI 1810, vgl. auch V 806)
- ↑ Forschungen Dietmar Willer.
- ↑ Forschungen Margit Lenniger.
- ↑ Walter Göbel in Uwe Piesczek (Hg.): Truppenübungsplatz Senne. Zeitzeuge einer hundertjährigen Militärgeschichte. Chronik. Bilder. Dokumente. Paderborn 1994 , S. 54 ff
- ↑ L 108 A Nr. 155, S. 42f.
- ↑ Adressbuch für das Fürstenthum Lippe, Detmold 1901 Digitalisat, S. 206 ff.
- ↑ Adreßbuch des Landes Lippe, Detmold 1926 Digitalisat, S. 673 ff.
Autor*innen
Seitenhistorie
Seite erstellt am 08.07.2026 von Olaf Biere
Letzte Änderung am: 16.07.2026 von Margit Lenniger