Kolonat 6 (Haustenbeck)
| Kolonat 6 (Haustenbeck) | |
|---|---|
| Ortsteil | Haustenbeck |
| Straße | - |
| Hausnummer | - |
| Karte | |
| Adressbuch von 1901 | Ja |
| Gemeinde | Haustenbeck |
| Hausnummer | 006 |
Ehemaliges Kolonat Nr. 6 wurde 1708 gegründet. Die Besitzer Röhrmann trugen den Beinamen „Winkels“.[1]
Geschichte
Der in der ersten Torbalkeninschrift genannte Erbauer Johann Jobst Conrad Röhrmann („Jobst Konradt Rörmann“) wurde am 3.12.1732 in Haustenbeck geboren. Am 16. November 1758 heiratete er Catharine Marie Louise Kelle. Er starb am 13. Dezember 1775, seine Frau am 30. Mai 1798.[2]
Im Jahr 1769 zählten zum Haushalt des Paares Röhrmann drei Söhnen unter 10 Jahren, eine Tochter unter zehn Jahren und eine verwandte Person. An Vieh besaßen sie zwei Pferde, vier Kühe und eine Ziege.[3]
Wenige Jahre später (1776) lebte die Witwe Röhrmann allein mit zwei Söhnen und zwei Töchter und einem Knecht(?) auf der Stätte. An Vieh besaß sie vier Kühe und ein Rind.[4]
Das in der zweiten Inschrift genannte Besitzerpaar Christoph Röhrmann (* 2.12.1793, † 19.1.1845) und Sophie Oesterhaus modo Linnemann (* 1.6.1801, † 20.3.1867) hatten das Haus kurz nach ihrer Eheschließung am 7.10.1821 erweitern lassen.[5]
Im Jahr 1828 zählten zum Haushalt der Besitzer Röhrmann ein Sohn, eine Tochter und ein Dienstbote. Auf dem Kolonat lebte ebenfalls das Leibzüchterpaar mit eine Tochter.[6]
Das Fachwerkhaus diente der Familie Röhrmann bis 1930 als Wohnhaus. Dann wurde nebenan ein massives Steinhaus (s. Foto, linker Bildrand) gebaut. Das alte Fachwerkhaus diente ab da nur noch als Viehstall oder Scheune.[7]
Letzter Besitzer war Wilhelm Röhrmann, der am 6.4.1938 mit Famile auf einen Hof nach Mose in der Umgebung von Magdeburg verzog.[8]
Gebäude
Fachwerkhaus von 1758, 1822 umgebaut oder erweitert.
Bildbeschreibung Sprenger: "An der Sandstraße. Kolonat gegründet 1708. Das Bild zeigt das zur Zeit älteste Wohnhaus in Haustenbeck. Es wurde, nachdem der Winkelbauer ein neues Wohnhaus gebaut hatte, aber nur noch zu Wirtschaftszwecken benutzt. Besitzer umgesiedelt nach Mose bei Magdeburg."[9]
Vierständerbau von 1758 mit vermutlich später angefügten Abseiten, Gebäude 1822 am Wirtschaftsgiebel verlängert (2. Inschrift). Rechts vom Dielentor Stallabseite mit langer Fußstrebe und früherer Stalltür, links zwei Fenster der Stube. Schlichtes Fachwerk, vermutlich noch mit Lehmausfachung, Brettergiebel. Gebäude nach 1939 verschwunden, Hausstätte heute wüst.
Inschriften
Im Torbogen befanden sich zwei Inschriften:
„Johann Jobst Konrath Rörmann hat dieses Haus bauen lassen“ Anno 1758 M. Prasse
„Christoph Röhrmann und Sophie Oesterhaus die haben dies vorbauen lassen“ M. Conrad Jüsken, 13. Juni 1822
Eigentümer*innen, Bewohner*innen
Literatur
- Hans Sprenger, Haustenbeck - Ein Buch der Erinnerungen, Detmold 1939
- Heimat- und Verkehrsverein Oesterholz-Haustenbeck (Hg.): Haustenbeck 1659 - 1939 - 1989. Schlangen 1989
- Hildegard Mehrmann (Hg.): Das ehemalige Haustenbeck in der Senne. Lage 1993
- Uwe Piesczek (Hg.): Truppenübungsplatz Senne. Zeitzeuge einer hundertjährigen Militärgeschichte. Chronik. Bilder. Dokumente. Paderborn 1994
Quellen
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Hans Sprenger, Haustenbeck - Ein Buch der Erinnerungen, Detmold 1939, S. 200 ff., S. 75, S. 165
- ↑ Forschungen Walter Göbel, Manuskript.
- ↑ L 92 Z Nr. 1450, S. 98f.
- ↑ L 92 Z Nr. 1448, S. 112f.
- ↑ Forschungen Walter Göbel, Manuskript.
- ↑ L 92 Z Nr. 1451, S. 205.
- ↑ Forschungen Walter Göbel, Manuskript.
- ↑ Forschungen Walter Göbel, Manuskript; Walter Göbel in Uwe Piesczek (Hg.): Truppenübungsplatz Senne. Zeitzeuge einer hundertjährigen Militärgeschichte. Chronik. Bilder. Dokumente. Paderborn 1994 , S. 54 ff.
- ↑ Lippische Landesbibliothek Album Hans Sprenger
- ↑ Adressbuch für das Fürstenthum Lippe, Detmold 1901 Digitalisat, S. 206 ff.
- ↑ Adreßbuch des Landes Lippe, Detmold 1926 Digitalisat, S. 673 ff.
Autor*innen
Seitenhistorie
Seite erstellt am 13.06.2026 von Olaf Biere
Letzte Änderung am: 19.07.2026 von Margit Lenniger