Plaßstraße 1 (Lage)
| Plaßstraße 1 (Lage) | |
|---|---|
| Ortsteil | Lage (Kernstadt) |
| Straße | Plaßstraße (Lage) |
| Hausnummer | 1 |
| Karte | |
| Adressbuch von 1901 | Ja |
| Gemeinde | Lage |
| Straße | Plaßstraße |
| Hausnummer | 001 |
Früheres Spritzenhaus, erbaut 1787, angeblich zeitweilig als "Gefangenenhaus" genutzt, später Wohnhaus.
Das Haus Plaßstraße 2 mit der Gebäudesteuernummer 180b wurde 1893/1894 zu Plaßstraße 1 und erhielt die Gebäudesteuernummer 423.
Das Haus Plaßstraße 1 wurde 1986 unter der Nr. 26 in der Denkmalliste der Stadt Lage eingetragen.[1]


Geschichte
Das kleine Fachwerkhaus wurde 1787 als "Lager Spritzenhaus" (Inschrift) auf dem "Plass", einem öffentlichen Platz im Kern des Fleckens Lage errichtet.[2] Wie bei Spritzenhäusern üblich, soll das Gebäude zeitweilig auch als "Gefangenenhaus" gedient haben.
Später gehörte das Gebäude als Nebenhaus zur Stätte Lage Nr. 180 (Plaßstraße 1a). 1885 wurde diese an den Schmied Hermann Kespohl verkauft. Das bisherige Nebenhaus erwarb Heinrich Kroos (1853-1934) aus Hagen und baute es in den folgenden Jahren zu seinem Wohnhaus um.[3] In dem Haus wurde ein gesticktes Wandbild mit Porträts von Gründern der SPD gefunden, das sich heute im LWL-Freilchtmuseum Detmold befindet (Inv. -Nr. 1992:1304).
Gebäude
Kleiner Wandständerbau mit eingehälsten Deckenbalken von 5 Fachen (6 Gebinden) Länge, erbaut Ende 1787 auf dem "Plass" (Platz) als "Lager Spritzenhaus" (Inschrift).
Um 1895 wurde das Gebäude verkauft und zu einem privaten Wohnhaus umgebaut. Das Haus wurde unterkellert und erhielt die erhaltene Haustür im Stil der Neorenaissance mit Diamantquadern und einer hölzernen Bekleidung mit gerader, profilierter Verdachung.
1986 Erwerb und Umbau zum Vereinshaus durch den Ortsverein Lage im Lippischen Heimatbund.
Inschriften
Inschrift auf dem früheren Sturz des Tores:
LAGER SPRITZENHAUS
Seit dem Umbau zum Wohnhaus ist dieser Sturz sekundär als Ständer im Fachwerk des Rückgiebels verbaut.
Eigentümer*innen, Bewohner*innen
Literatur
Heinrich Graf, Das Fachwerkhaus in der Stadt Lage, 1967.
Christian Mühldorfer-Vogt/Annegret Tegtmeier-Breit, Ein Stickbild als Zeugnis für das Selbstverständnis lippischer Arbeiter am Ende des Ersten Weltkrieges? In: Stefan Baumeier/Jan Carstensen (Hgg.), Beiträge zur Volkskunde und Hausforschung 6, Detmold 1994, S. 191-200.
Quellen
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Denkmalliste der Stadt Lage
- ↑ August Wilhem Peter, Pflug im Wappen: Lage in Lippe. Kirchdorf, Weichbild, Stadt. Eine siedlungskundliche Untersuchung (Sonderveröffentlichungen des Naturwissenschaftlichen und Historischen Vereins für das Land Lippe; Bd. 14), Detmold 1960 , S. 236.
- ↑ Christian Mühldorfer-Vogt/Annegret Tegtmeier-Breit, Ein Stickbild als Zeugnis für das Selbstverständnis lippischer Arbeiter am Ende des Ersten Weltkrieges? In: Stefan Baumeier/Jan Carstensen (Hgg.), Beiträge zur Volkskunde und Hausforschung 6, Detmold 1994, S. 191-200.
- ↑ Adressbuch für das Fürstenthum Lippe, Detmold 1901 Digitalisat
- ↑ Adreßbuch des Landes Lippe, Detmold 1926 Digitalisat
Autor*innen
Seitenhistorie
Seite erstellt am 05.12.2024 von Wolfgang Kramer
Letzte Änderung am: 20.07.2026 von Heinrich Stiewe