Brokhauser Straße 80 (Brokhausen)
OrtsteilBrokhausen
StraßeBrokhauser Straße (Brokhausen)
Hausnummer80
Karte
Adressbuch von 1901Ja
GemeindeBrokhausen
Hausnummer006

Im frühen 17. Jh. belegte Hausstätte, ehemalige Kolonatsnummer Brokhausen Nr. 6.

Geschichte

Das Salbuch der Vogtei Detmold hält um 1614 fest: "246. Goßker. Pferde 3, 1 Stoten; das Land zu 5 Mt. Habern; zu vollr Mastung 3 Schweine; Kühe 4, Rinder 2, Kälbr 2, Schweine, klein und große 8. Der Aigentumb Raba von Karßenbrock; Raba von Karßenbrock die Schulde ½ F. Korn. Der Florschen zu Lemgow den Zehenden 22 Schfl. M. G. H. ins Ampt Brede 1 Sack Habern. Starcken zu Brockhaußen 8 Schfl. Den Dienst Raba von Karßenbrock. Zum halben Landschatz 2 Gfl.; <Schatz und Burgfest dem Landhern>."[1]

Außerdem hatte Gosker Abgaben an das Haus Breda zu leisten. 1614/15 wurde vermerkt: "Goßker daselbest gibt nach Brede 6 Schfl. Habern. Mehr nicht."[2]

Das Salbuch der Vogtei Detmold um 1617 verzeichnet:[3] "188. Gosker. Seinem Bericht nach den von Kaßenbruch eigen. I. G. ins Ampt Brede 6 Schfl. Habern; Burgvestgelt 1 Rtl. 33 9 Gr.; Landschatz 2 Gfl. Den von Kaßenbruch 1 Mt. Rogken, 1 Mt. Gersten. Wochentlich mit dem Liebe zu dienen 1 Tag oder dafur 2 TIr.; 4 Huner. Den Zehenden Pauell Bißmarck (auch: Wißmarck) zu Lembgow oder dafur 5 Schfl. Rogken, 6 Schfl. Gersten, 11 Schfl. Habern und 2 Huner. <Malzgelt 9 Gr.>"

1782 ist Gosker weiterhin den von Kerssenbrock leibeigen: Nr. 6 Gosker, ein Großkötter, ist dem Herrn von Kerssenbrock zu Barntrup leibeigen, besitzt des Kolonat von diesem meierstättisch, entrichtet demselben Weinkauf und Sterbfall, besitzt an Gebäuden: Wohnhaus, Leibzucht, Backhaus.[4]

Gebäude

 
Torgiebel das Hauses Gosker, Foto: Friedrich-Wilhelm Pahmeier, 1970 (LLB, BA TB-9-57)

1782 besaß Gosker an Gebäuden 1 Wohnhaus, 1 Leibzucht und 1 Backhaus.[5]

Inschriften

Auf dem Torbogen:
Der Segen Gottes hat gemacht das dieses Haus zustande gebracht. Drum
laß mich Herr zu deinem Ruhm mit Friede und Freude hier wohnen als
dein Eigenthum | Nr. 6 | Aufgerichtet den 23ten Mai 1854
H. Gosker in Brokhausen | Zimmermeister Bornemeier

Inschrift auf der Giebelschwelle des Torgiebels:
Wer recht thut und Gott fürchtet, in dessen Haus wird Segen sein.
Rufe Gott an, so wird er dir helfen aus aller Noth.
Auf Gott allein setz dein Vertraun, auf Menschenhülf sollst du nicht baun.
Gott ist allein, der Hülfe schafft, der Menschen Thun ist zweifelhaft. Amen.

Inschrift auf der Giebelschwelle der Rückseite:
Wenn Reiz und Jugend dir entfliehn, so ist noch Gott, der auf dich sieht.
Wenn dich der beste Freund verläßt, hält dich doch Gottes Liebe fest.
Nun danket alle Gott mit Herzen, Mund und Händen,
der große Dinge thut hier und an allen Enden. Amen.[6]

Eigentümer*innen, Bewohner*innen

1614–1617 Gosker.

1782 Gosker.

1854 [i] Simon Henrich Gosker (* 22.7.1778 in Brokhausen, † 13.11.1835 in Brokhausen, ∞ 2.11.1814 in Detmold mit Sophie Caroline Richtermeyer (* 24.5.1796 in Billerbeck, † 24.3.1883 in Brokhausen).

1901 August Gosker, Landwirt.[7]

1926 Heinrich Gosker, Landwirt; Hermann Friedrichs, Ziegler.[8]

Literatur

Herbert Stöwer und Fritz Verdenhalven, Salbücher der Grafschaft Lippe von 1614 bis etwa 1620, Münster/Westf. 1969, S. 18 u. 39.

Quellen

LAV NRW OWL, L 101 C I (Lippische Salbücher und Katasterbücher), Nr. 37, Salbuch der Vogtei Detmold von 1782, S. 1636.

Weblinks

NHV-Inschriftensammlung

Einzelnachweise

  1. Herbert Stöwer und Fritz Verdenhalven, Salbücher der Grafschaft Lippe von 1614 bis etwa 1620, Münster/Westf. 1969, S. 18 u. 39, S. 28-30.
  2. >Herbert Stöwer und Fritz Verdenhalven, Salbücher der Grafschaft Lippe von 1614 bis etwa 1620, Münster/Westf. 1969, S. 18 u. 39, S. 419.
  3. Herbert Stöwer und Fritz Verdenhalven, Salbücher der Grafschaft Lippe von 1614 bis etwa 1620, Münster/Westf. 1969, S. 18 u. 39, S. 21 f.
  4. LAV NRW OWL, L 101 C I (Lippische Salbücher und Katasterbücher), Nr. 37, Salbuch der Vogtei Detmold von 1782, S. 1636.
  5. LAV NRW OWL, L 101 C I (Lippische Salbücher und Katasterbücher), Nr. 37, Salbuch der Vogtei Detmold von 1782, S. 1636.
  6. NHV-Inschriftensammlung
  7. Adressbuch für das Fürstenthum Lippe, Detmold 1901 Digitalisat, S. 205.
  8. Adreßbuch des Landes Lippe, Detmold 1926 Digitalisat, S. 671.

Autor*innen

Joachim Kleinmanns

Seitenhistorie

Seite erstellt am 24.07.2026 von Joachim Kleinmanns

Letzte Änderung am: 24.07.2026 von Joachim Kleinmanns