Bergstraße 23 (Lage)
| Bergstraße 23 (Lage) | |
|---|---|
| Ortsteil | Lage (Kernstadt) |
| Straße | Bergstraße (Lage) |
| Hausnummer | 23 |
| Karte | |
| Adressbuch von 1901 | Ja |
| Gemeinde | Lage |
| Straße | Bergstraße |
| Hausnummer | 023 |
Das sog. Seppmannsche Haus wurde 1648 erbaut und gilt als ältestes erhaltenes Fachwerkhaus in Lage.
Bergstraße 23 | Bergstraße Nr. 23 (nach 1894) | Bergstraße Nr. 27 (1877 bis 1893) | Lage Nr. 66 (zwischen 1852 und 1877) | Lage Nr. 73 (1852) | Lage Nr. 36 (1822) || Gebäudesteuernummer: 66
Das Haus Bergstraße 23 wurde 1983 unter der Nr. 2 in die Denkmalliste der Stadt Lage eingetragen.[1]
Geschichte
Das Fachwerkhaus wurde 1648 errichtet und war u. a. in Besitz der Familien Brettschneider, Bröffel, Haarland und Kramer.
In den 1920-er Jahren erwarb der Möbelfabrikant Fritz Seppmann das Haus und ließ es durch den bekannten Architekten Gustav Meßmann umbauen. Dabei wurden die Schnitzereien an der Vorderfront restauriert und farblich gestaltet. Das nun "Seppmann'sches Haus" genannte Gebäude wurde in der Folge zu einem beliebten Lagenser Postkartenmotiv.



Gebäude
Fachwerk-Giebelhaus von 1648 auf gemauertem Kellersockel, zurückliegend von der Straße mit Vorgarten. Dreifach auf Stichbalken vorkragender Giebel, Vorkragungen und Füllhölzer mit reicher Beschlagwerk-Schnitzerei der Spätrenaissance, Abschlussdreieck des Giebels mit einzelner Fächerrosette, Wandfachwerk mit gekehlten Kopfbändern.
1923 durch Architekt Gustav Messmann im Auftrag des Möbelfabrikanten Fritz Seppmann umfassend renoviert und im "Heimatstil" umgebaut.[2] Neubarocke Haustür mit Oberlicht und Sprossenfenster sowie Teile der Innenausstattung von 1923 erhalten. Vorgartengestaltung von 1923, Einfassung mit niedriger Mauer, Pfeilern, Eisengeländer und Sandsteinkugeln.


Inschriften
Jahreszahl 1648 und Handwerkerzeichen auf dem Sturz eines Kellerfensters rechts vom Eingang.

Inschrift auf dem Rähm des Vordergiebels:
1648 ERBAUT . ERNEUERT 1923
Eigentümer*innen, Bewohner*innen
- 1901 Louis Kramer; Louis Nolte, Rentner; Auguste Pölkemann, Plätterin; Wilhelm Ulrich, Sattler.[3]
- 1926 Fritz Seppmann, Fabrikant; Friedrich Krips, Arbeiter; Heinrich Büker, Maurer.[4]
Erinnerungen
Clara-Arabin Welchert schilderte in ihren Jugenderinnerungen, den Lagenser Straßenzügen folgend, zahlreiche Häuser und Menschen der Kernstadt; ihre lebhaften Beschreibungen umfassen i.d.R. einen Zeitraum zwischen 1890 und 1920:
"Neben der Kramer'schen Besitzung stand ein stolzes altes Bürgerhaus mit farbenfrohen Schnitzereien. Es lehnte sich an die Kramer'sche Besitzung in würdiger Weise an. Dieses Haus war ursprünglich Eigentum der Familie Harland, von der es L. W. Kramer Sohn käuflich erwarb, um es dann Jahrzehnte später an den Möbelfabrikanten Fritz Seppmann zu verkaufen. Fritz Seppmann ließ die alten schönen Schnitzereien wieder neu erstehen. Das Haus bildet heute noch eine Zierde unserer Stadt und ist im Besitz der Erben Seppmann's geblieben."[5]
Literatur
Merret Sievers, Modernes Bauen und Heimatschutz. Der lippische Architekt Gustav Messmann (1879–1944), Frankfurt/Main 1998.
Quellen
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Denkmalliste der Stadt Lage
- ↑ Merret Sievers, Modernes Bauen und Heimatschutz. Der lippische Architekt Gustav Messmann (1879–1944), Frankfurt/Main 1998, S. 432ff.
- ↑ Adressbuch für das Fürstenthum Lippe, Detmold 1901 Digitalisat
- ↑ Adreßbuch des Landes Lippe, Detmold 1926 Digitalisat
- ↑ Clara Arabin-Welchert, Ich schrieb es auf. Erinnerungen aus der Stadt Lage, Lage 1962, S. 183
Autor*innen
Seitenhistorie
Seite erstellt am 12.11.2024 von Wolfgang Kramer
Letzte Änderung am: 25.07.2026 von Heinrich Stiewe