Brüntruper Straße 4 (Cappel)
Ev.-ref. Kirche Cappel
| Brüntruper Straße 4 (Cappel) | |
|---|---|
| Ortsteil | Cappel |
| Straße | Brüntruper Straße (Cappel) |
| Hausnummer | 4 |
| Karte | |
| Adressbuch von 1901 | |
Kirche der ev.-ref. Kirchengemeinde Cappel, seit 2020 Cappel-Istrup.
Geschichte

Die Kirche in Cappel wird erstmals 1231 in einem Archidiakonatsverzeichnis des Archidiakonats Steinheim erwähnt. Vermutlich entstand sie aus einer Filialkapelle der älteren Kirche in Reelkirchen.
1538 wurde auf dem Landtag von Ritterschaft und Städten, der unter einer Linde bei der Kirche in Cappel tagte, die Einführung einer lutherischen Kirchenordnung in der Grafschaft Lippe beschlossen. Das reformierte Bekenntnis wurde nach 1605 eingeführt.
Die Kirche wurde im Dreißigjährigen Krieg schwer beschädigt und danach nur notdürftig wiederaufgebaut. Am 22. Juli 1827, kurz nach dem Gottesdienst, stürzten Gewölbe und Dach der Kirche ein und zerstörten Altar, Kanzel und Orgel. 1828 wurde die Kirche neu errichtet, der mittelalterliche Westturm blieb erhalten.
Gebäude
Einziger Kirchenbau des Klassizismus in Lippe, erbaut 1828 nach Entwurf des Bückeburger Landbaumeisters Heinrich Julius Weissich (1794–1837). Rechteckiger protestantischer Predigtsaal mit seitlichen Emporen auf dorischen Säulen, Kanzel und Abendmahlstisch in der Mitte der Nordseite.

Die Kirche steht auf einem erhöhten Kirchplatz im Ortskern von Cappel, umgeben von einer Bruchsteinmauer mit einigen Treppenaufgängen.
Der längsrechteckige Baukörper des Kirchenschiffes mit einer Länge von ca. 25 m und einer Breite von ca. 14 m besteht aus verputztem Bruchsteinmauerwerk mit einem hohen, mit Tonpfannen gedecktem Walmdach. Die Längsseiten mit fünf Fensterachsen, östliche Schmalseite mit drei Achsen. Putzbau mit Eckaquaderung und hohen Rundbogenfenstern. Rustizierter Mittelrisalit an der Südseite mit Mitteleingang ("Brüntruper Tür"), darüber Halbkreisfenster und abschließender Dreiecksgiebel. Über dem Eingang an der Ostseite ("Großenmärper Tür") ein weiteres Halbhkreisfenster.
Mittelalterlicher Westturm mit weit über die Landschaft ragendem spitzem Turmhelm. Der Turm hat eine Kantenlänge von 7 m und besteht aus verputztem Bruchsteinmauerwerk. Höhe des Turmschaftes ca. 20 m, mit dem achtseitigen, schiefergedeckten Turmhelm beträt die Gesamthöhe ca. 56 m.
Innentraum und Ausstattung:Klassizistischer Predigtsaal mit glatter Muldendecke, seitliche Emporen auf jeweils sechs dorischen Säulen. Zentrale Kanzel mit seitlichem Aufgang hinter vergitterter Wand, sechseckiger Kanzelkorb mit Ecksäulchen und klassizistischen Malereien. Gestühl aus dem 19. Jahrhundert. Orgel mit neuromaischem Prospekt von 1865. Abendmahlsgeräte von 1888, zwei Kronleuchter von 1892, eine undatierter Opferstock aus Eichenholz am östlichen Eingang und ein Inschriftenstein von 1694 der Familie von Donop.


Glocken: Nach Ablieferung der ursprünglichen Glocken im Ersten Weltkrieg besaß die Kirche drei Stahlglocken von 1921. Diese wurden 2024 durch ein neues Bronzegeläut der Gießerei Bachert in Neunkirchen/Baden ersetzt.

Inschriften
Datierung auf dem Fries des südlichen Giebels: 1828
Eigentümer
Ev.-ref. Kirchengemeinde Cappel-Istrup
Pastoren
bis 1926 [1]
- JJJJ
Literatur
- Burkhard Meier, Lippische Kirchen, 2004
Quellen
Weblinks
- Internetseite der Kirchengemeinde: https://kirche-cappel-istrup.de
- Archiv der Lippischen Landeskirche: Archivseite
- Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Evangelische_Kirche_Cappel
Einzelnachweise
- ↑ Wilhelm Butterweck, Die Geschichte der Lippischen Landeskirche, Schötmar 1926, Seite 354 ff
Autor*innen
Heinrich Stiewe, Lothar Kaup, Wolfgang Kramer
Seitenhistorie
Seite erstellt am 17.02.2026 von Wolfgang Kramer
Letzte Änderung am: 26.07.2026 von Heinrich Stiewe