Bergstraße 46 (Detmold)

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Bergstraße 46 (Detmold)
OrtsteilDetmold (Kernstadt)
StraßeBergstraße (Detmold)
Hausnummer46
Karte
Adressbuch von 1901Nein

Kath. Kirche St. Marien Detmold

Geschichte

Erbaut 1960 nach Entwurf des Architekten Otto Weicken.

"Die gegliederte Baugruppe der Kirche liegt als Solitär in einem kleinteiligen Wohngebiet und ist Zeugnis für die aufgelockerte Siedlungsstruktur dieser Jahre. Durch die mittlere Stellung des Turmes entstehen zwei Kirchenplätze, die den öffentlichen Raum erweitern und den Kirchenbau in Schrägansichten inszenieren. Der hohe Turm bestimmt das Stadtviertel."[1]
St. Marien in Detmold verlässt mit dem trapezförmigen Grundriss und abgesetztem, ursprünglich offenem Turmgerüst die bis dahin im Erzbistum Paderborn üblich Rechteckform. Der Grundriss bietet einen Großraum mit konzentrischer Stellung des Gestühls. Die axiale Ordnung aus Turm mit Taufkapelle, Mittelachse und Altarzone folgt herkömmlichem Muster. Bis auf die Einkleidung des Turms ist das Gebäude im Ursprungszustand erhalten.[1]

Als Baudenkmal eingetragen in die Denkmalliste der Stadt Detmold am 11.3.2019, Nr. A 723.

Gebäude

Katholische Kirche St Marien, 2012, Wikimedia, Foto: Tsungam

Trapezförmiger Grundriss mit Turm im Osten, im Süden und Norden symmetrisch angesetzte Flügel, die zwei Höfe bilden. Altarzone im Westen, leicht erhöht in der Mittelachse, betont durch den Knick in der rückseitigen Altarwand, das dortige Wandmosaik sowie den dorthin verschobenen Hochpunkt der Decke. In der Kirche wurde unter dem Einfluss von Dechant Augustinus Reineke schon vor dem Zweiten Vatikanischen Konzil (1962-1965) eine konzentrische Ordnung des Gestühls umgesetzt, die sich aus dem Kirchengrundriss ergibt.
Ornamentale Verglasung des Chorfensters aus opalisierenden unbemalten Antikgläsern, überwiegend Blau- Weiß- und Grautöne, einzelne gelbe Scheiben. Jedes Fenster in Form und Farbe verschieden. Entwurf Hubert Spierling, Ausführung Fa. Glasmalerei Otto Peters/Paderborn.

Kirche und Nebengebäude sowie das angrenzende Pfarrhaus sind verputzt und hell gestrichen. Der Turm wurde nachträglich mit Schiefer verkleidet. Das Kirchendach ist mit Kupfer gedeckt. Die Taufkapelle ist in den Turm integriert. Hinter dem Altar befindet sich ein großes Natursteinmosaik, gestaltet von Elisabeth Lacher und Georg Hoffmann aus München. Der Entwurf für die Fenster stammt von Hubert Spierling.[2]

Ausstattung

Weitestgehend bauzeitlich erhalten.

  • Marmor-Altar, 1962 von Josef Rikus, mit Stirpes aus zwei gestürzten Pyramidenstümpfen und einer mächtigen quaderförmigen Mensa; in diese fünf Weihekreuze gemeißelt. Das Sepulcrum zur Gemeinde gerichtet, der Altar vermutlich nach den Richtlinien des Zweiten Vatikanischen Konzils gedreht. Vier Löcher auf der Mensaoberfläche weisen auf den ursprünglich hier stehenden Tabernakel hin (jetzt auf einem Wandbord).
  • Quaderförmiger Tabernakel aus Stahl, Bronze, Bergkristall, gegossen, poliert. Zweiflügelige Türen, ursprünglich auf dem Altar, nun auf einem Wandbord aus Marmor. Die Bronzeverkleidung mit Bergkristallen von Josef Baron/Unna-Hemmerde 1962: Vorder- und Rückseite mit je sechs Kreuzmotiven, seitlich je fünf.
  • Platten-Mosaik „Mariä Verkündigung“ hinter dem Altar von Elisabeth Hoffman-Lacher/München, 1962.
  • Ambo aus Bronze auf vier Füßen, an der Schauseite in Flachrelief die Darstellung des Pfingstwunders mit Maria und zwei Aposteln, Entwurf Josef Rikus.
  • Orgel mit 17 Registern, mechanischer Spieltraktur (Orgelweihe in der Pfarrkirche Hl. Kreuz zu Detmold, 1966).

Osterleuchter aus Bronzeguss auf drei Beinen. Schaft als leicht konische Rundsäule mit umlaufenden Reliefdarstellungen mit Szenen aus dem Leben Jesu. Entwurf von Egino Weinert/Köln.

  • Altarraumleuchter aus Bronzeguss von Josef Baron/Unna-Hemmerde, um 1962.[1]

Nebengebäude

Nördlich an das Kirchenschiff anschließend Sakristei und Pfarrhaus als eingeschossige, verputzte Flügelbauten, südliche der zweigeschossige Kindergarten.

Inschriften

Glocken

Die Stahlglocken wurden vom Bochumer Verein gegossen.[3]

Schlagton Gussjahr ⌀ in mm m in kg Inschrift
es1 1962 1425 1080 evangelizo vobis gaudium magnum
f1 1962 1260 780 et verbum caro factum est
as1 1962 1045 460 magnificat anima mea Dominum

Orgel

Inventar

Eigentümer

Kath. Kirchengemeinde Detmold

Pastoren

  • JJJJ

Literatur

  • Natalie Schlik, Kirchenbau in Lippe 1945-2001, Detmold 2001
  • Katholische Kirche in Lippe: 783 – 1983, Paderborn 1983

Quellen

Weblinks

Einzelnachweise

  1. ↑ a b c Stadt Detmold, Untere Denkmalbehörde, Denkmalkartei.
  2. ↑ Natalie Schlik, Kirchenbau in Lippe 1945-2001, Detmold 2001, S. 154 ff.
  3. ↑ Ernst Wiesekopsieker, Die Glocken des Lipperlandes, 1970. Unveröffentlichtes Manuskript, Archiv der Lippischen Landeskirche 02.01.01 Nr. 3237

Autor*innen

Joachim Kleinmanns, Wolfgang Kramer

Seitenhistorie

Seite erstellt am 01.06.2026 von Joachim Kleinmanns

Letzte Änderung am: 04.11.2026 von Wolfgang Kramer