Emilienstraße 37 (Detmold)

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Emilienstraße 37 (Detmold)
OrtsteilDetmold (Kernstadt)
StraßeEmilienstraße (Detmold)
Hausnummer37
Karte
QuartiersnummerC 522
Adressbuch von 1901Nein

1902/03 erbaute Kaserne III für das 55er Regiment.

Geschichte

Nach Entwürfen von Architekt Paul Schuster errichtet.

Die Kaserne war Standort des Stabes des Infanterie-Regiments Graf Bülow von Dennewitz No. 55 (6. Westfälisches) und seines III. Bataillons. Das I. Btl. war in Höxter, das II. in Bielefeld garnisoniert.

Nach der Kaserne I von 1830/31 und dem 1871 an die Militärverwaltung verkauften Strafwerkhaus von 1827 als Kaserne II war dies die dritte in Detmold erbaute Kaserne.

Nach dem II. Weltkrieg waren hier britische Streitkräfte stationiert. Nach deren Abzug 1995 Erwerb der Kaserne durch das Land NRW und bis 1999 Umbau zur Fachhochschule Lippe (jetzt: TH OWL). Teile werden durch die Bachschule genutzt.

Als Baudenkmal eingetragen in die Denkmalliste der Stadt Detmold am 5.12.1988, Nr. A294.

Gebäude

55er-Kaserne, Mannschaftsgebäude, Emilienstraße 37, 2012, Foto: Tsungam)
55er-Kaserne, Kasernentor, Emilienstraße 37, 2012, Foto: Tsungam)
55er-Kaserne, Block II, Emilienstraße 37, 2012, Foto: Tsungam)
55er-Kaserne, Block XIV, Emilienstraße 37, 2012, Foto: Tsungam)

Die Gesamtanlage ist einheitlich konzipiert und ausgeführt; die Gebäude gruppieren sich an den vorgegebenen Straßenzügen bzw. an der Nordgrenze des Kasernengeländes um den großräumigen Kasernenhof bzw. Exerzierplatz. Die nach außen, zur Stadt gewendeten Fassaden sind dabei mit beträchtlich größerem architektonischen und gestalterischen Aufwand durchgebildet als die Hoffronten, wobei auf die städtebaulich wirksame Präsentation von Block 2 in der Über-Eck-Stellung am Straßenknick mit den dekorativen Giebeln und dem markanten Eckturm offensichtlich besonderer Wert gelegt wurde. Städtebauliches Geschick zeigt gleichfalls die Anordnung des beträchtlichen Volumens von Block 1, dessen 30-achsige Front, aufgelockert durch die kurzen Seitenflügel und die Zwerchhausgiebel, im Wesentlichen in Schrägansichten mit wirkungsvoller Gliederung der Baumasse präsentiert wird. Der Gefahr einer lediglich öden Reihung der vielen Fenster wird dem springenden Rhythmus der Dreiergruppen auf Rücklagen und Mittelrisalit und differenzierten Behandlungen der Stockwerke mit Bedacht begegnet. Die niedrigere, dreiachsige Stirnseite von Block 14 wirkt neben der langen Front von Block 1 als abschließendes Gegenstück zum übergiebelten Seitenrisalit von Block 2. Auch die deutlich untergeordneten, reinen Zweckbauten wie die Exerzierhalle (Block 12) und das Waschhaus (Block 13) zeigen in der sorgsamen Ausbildung der Details deutliche Gestaltungsabsichten, die der mit Recht berüchtigten Öde des weiten Kasernenhofes deutlich entgegenwirken sollen. Der Kasernenkomplex ist der einzige in Lippe, der aus der Kaiserzeit stammt und steht in der gestalterischen Durchformung wie im städtebaulichen Anspruch deutlich über dem Niveau der kleineren Komplexe des gleichen Regiments in Bielefeld (Kasernenbau des 18. Jh., um die Mitte des 19. Jh. erweitert) und in Höxter (erbaut 1881 ff., erweitert im 1900, z. T. wieder abgebrochen). Da das Regiment sich aus Lippe, dem Ravensburger Land und dem Kreis Höxter rekrutierte, kommt seiner Kaserne über den architektonisch-gestalterischen Rang hinaus für ganz Ostwestfalen und Lippe eine landes- und militärgeschichtliche Bedeutung zu.[1]

1934-1936 wurde auf dem Exerzierplatz die Waffenmeisterei errichtet (heute als "Bülowblock" bezeichnet).

Inschriften

Eigentümer*innen, Bewohner*innen

Stadt Detmold.

1933 Heeresstandortverwaltung.

1994 Bundesrepublik Deutschland.

seit 1995 Land NRW.

Literatur

Quellen

LAV NRW OWL, D 73 / Allgemeine Kartensammlung, Nr. 4/18632 bis 186354: Grundrisse der Waffenmeisterei der Kaserne III in Detmold: Entwurf und Ausfertigung, 1934-1936.

LAV NRW OWL, D 73 / Allgemeine Kartensammlung, Nr. 5/6708: Abrechnungszeichnung für die Stützmauer hinter dem Wirtschaftsgebäude der Kaserne III in Detmold.

LAV NRW OWL, D 73 / Allgemeine Kartensammlung, Nr. in: D 51 Nr. 170: Entwurf zum Schnitt der Waffenmeisterei der Kaserne III in Detmold, hier: Erhöhung der Fahrzeugwerkstatt, 1936.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Stadt Detmold, Untere Denkmalbehörde, Denkmalkartei.

Autor*innen

Joachim Kleinmanns

Seitenhistorie

Seite erstellt am 30.05.2026 von Joachim Kleinmanns

Letzte Änderung am: 30.05.2026 von Joachim Kleinmanns