Hagenstraße Jüdischer Friedhof (Barntrup)
| Hagenstraße Jüdischer Friedhof (Barntrup) | |
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| Ortsteil | Barntrup (Kernstadt) |
| Karte | |
| Straße | Hagenstraße (Barntrup) |
Spätestens 1824 entstanden, bis 1954 auf ein Viertel verkleinert.
Geschichte
Der jüdische Begräbnisplatz ist spätestens 1824 entstanden, wie der älteste erhaltene Grabstein belegt. Im Herbst 1841 bemühte sich die jüdische Gemeinde in Barntrup um den Erwerb der ca. 700 qm großen Hudefläche, die sie offenbar schon zuvor als Friedhof nutzen durfte. 1841 kam es zu einem Streit wegen des Hude- und Wegerechts von Nachbarn. Die jüdische Gemeinde verlangte, den „Totenhof“ einfrieden zu dürfen, damit nicht mehr „Kühe und Schweine die Gräber Hingeschiedener verunreinigten und aufwühlten“. Die Stadt wollte jedoch nicht auf die Einnahmen aus dem Huderecht verzichten. Außerdem bestand ein Bürger auf seinem Wegerecht über den Begräbnisplatz. Unter dem Druck der Detmolder Regierung wurde der jüdischen Gemeinde das Begräbnisrecht bestätigt, wenn auch das Grundstück in städtischem Besitz blieb und die jüdische Gemeinde dafür eine jährliche Gebühr von 18 Mariengroschen (½ Taler) zahlen musste. Ihr wurde auch das Recht zugestanden, den Friedhof einzuzäunen, allerdings unter Wahrung des Wegerechts über den Friedhof.[1] Eine des Schlichtungsakte beigegebene Skizze zeigt 2 Fußwege, die vom Fahrweg über den Begräbnisplatz in einen Garten führen.
Nach dem Urkatasterblatt von 1880 reichte er von der Bahnhofstraße bis 34 m vor die heutige Wolfstraße, die vor ihrer Verlegung die Westgrenze bildete. Der Friedhof bildete ursprünglich einen sehr schmalen Streifen von etwa 130 m Länge und hatte etwa 700 qm Fläche. Die breiteste Stelle lag im Westen und maß knapp 13 m. Nach Osten lief der Friedhof in einer Spitze aus. Vor Wegen Verringerung der jüdischen Gemeindemitglieder wurde das Grundstück schon vor 1903 um die östlichen 60 m gekürzt und hatte nur noch 526 qm Fläche. Die westliche, größere Parzelle 317 war im Eigentum der jüdischen Gemeinde, die östliche Parzelle 317 städtisch, die Wolfstraße war begradigt und nach Westen verschoben worden. 1929 wurde die Südseite eingefriedet. 1939 ging der Friedhof (die Umstände sind noch ungeklärt) an Stadt Barntrup. Nach dem Kriegsende 1945 wurde die Friedhofsfläche geteilt. Den östlichen Teil (nördlicher Teil des heutigen Flurstücks 77 und Flurstück 76) verkaufte die Stadt bis 1954 zu etwa drei Viertel an Private, die ein Haus bzw. Garagen darauf bauten. Grabsteine sollen hier nicht gestanden haben. Die Restfläche von 186 qm blieb als jüdischer Friedhof bestehen.[2]
1991 wurde der Friedhof als Baudenkmal in die Denkmalliste der Stadt Barntrup eingetragen.
Beschreibung
Der Friedhof liegt zwischen Hagenstraße 5 und Hagenstraße 11 unmittelbar an der Straße und hat trapezförmigen Grundriss mit 186 qm Fläche. Auf dem Friedhof befinden sich noch 20 Grabsteine. Der älteste bisher identifizierte nennt den 1824 verstorbenen Moses Bonefang Frankenstein. In den 1950er Jahren wurde hier ein Gedenkstein für die Opfer des Holocaust aufgestellt.
Inschriften
Eigentümer*innen
Landesverband jüdischer Gemeinden Westfalens, Körperschaft des öffentlichen Rechts. Die Fürsorge und Pflege obliegt der Stadt Barntrup.
Literatur
Friedrich Böttcher, Ortsartikel Barntrup, in: Karl Hengst, Ursula Olschewski (Hg.), Historisches Handbuch der jüdischen Gemeinschaften in Westfalen und Lippe. Die Ortschaften und Territorien im heutigen Regierungsbezirk Detmold, Münster 2013, S. 226-232, hier S. 231.
Hans Hüls, Barntrup 1776-1976. Siedlungsbild und sozialökonomische Struktur einer lippischen Kleinstadt im Wandel zur Gegenwart, in: Erika Böttcher/Martin Böttcher (Hg.), 600 Jahre Stadt Barntrup 1376-1976, Detmold 1976, S. 156-218..
Quellen
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Stadtarchiv Barntrup, A 1506, und Landesarchiv Detmold, L 77 A / Lippische Regierung (Ältere Registratur) - Allgemeine und innere Verwaltung, Nr. 5399: Jüdischer Friedhof zu Barntrup, 1840-1842.
- ↑ Hans Hüls, Barntrup 1776-1976. Siedlungsbild und sozialökonomische Struktur einer lippischen Kleinstadt im Wandel zur Gegenwart, in: Erika Böttcher/Martin Böttcher (Hg.), 600 Jahre Stadt Barntrup 1376-1976, Detmold 1976, S. 156-218., S. 180, und Friedrich Böttcher, Ortsartikel Barntrup, in: Karl Hengst, Ursula Olschewski (Hg.), Historisches Handbuch der jüdischen Gemeinschaften in Westfalen und Lippe. Die Ortschaften und Territorien im heutigen Regierungsbezirk Detmold, Münster 2013, S. 232-237.
Autor*innen
Seitenhistorie
Seite erstellt am 28.06.2026 von Joachim Kleinmanns
Letzte Änderung am: 28.06.2026 von Joachim Kleinmanns