Im Siebenbürgen 1a (Blomberg)

Aus lippe-haeuser-wiki.de
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Im Siebenbürgen 1a (Blomberg)
OrtsteilBlomberg (Kernstadt)
StraßeIm Siebenbürgen (Blomberg)
Hausnummer1a
Karte
Adressbuch von 1901Ja
GemeindeBlomberg
StraßeIm Siebenbürgen
Hausnummer001

1808 erbaut, bis 1901 als Synagoge genutzt, 1937 verkauft, seit 1992 städt. Eigentum, Nutzung als Stadtarchiv.

Geschichte

Vor 1808 soll der jüdische Gottesdienst in einem angemieteten Raum im Haus Neue Torstraße 16 stattgefunden haben, belegt 1741. 1808 von dem Fenstermacher Ernst Krüger erbaut gegen Zahlung von 150 Talern, wovon die Blomberger Judenschaft 100 Taler und Hofcommissair Salomon Joel Herford in Detmold 50 Taler zahlte. Hinzu kam eine jährliche Pacht von 10 Talern.[1] Die Mietwohnung im Vorderhaus wollte Krüger selbst vermieten. 1811 Verkauf an den Drellmacher Feuster für 207 ½ Taler, der vom Vertrag zurücktrat und 1812 den Juden das Haus für 112 Taler überließ. Weiterhin Vermietung der Wohnung im Vorderhaus. 1901, spätestens 1912 wegen Verringerung der Anzahl an Juden keine Synagogennutzung mehr. 1937 Verkauf an den Sattler August geise, Langer Steinweg 19, daher 1938 keine Zerstörung, Nutzung als Lagerraum. 1992 Kauf durch die Stadt Blomberg und umfassende Restaurierung und behutsame Erweiterung, seit 1995 Nutzung als Stadtarchiv.[2]

1994 Eintragung als Baudenkmal in die Denkmalliste der Stadt Blomberg.

Gebäude

Ehem. Synagoge Im Siebenbürgen 1a, 2007, Foto: Joachim Kleinmanns

Schmaler giebelständiger Fachwerkbau, 9 Fache lang. Bruchsteinsockel und -keller. Wandfachwerk mit langen Fußstreben und Lehmstein-Ausfachung, Straßengiebel mit Backstein-Ausfachung, Freitreppe vor der Haustür links. An der linken Traufseite (Frauenempore) ein bauzeitliches Fenster mit Bleiverglasung. Innen links schmaler Flur zur Mietwohnung (rechts) und Synagogensaal (hinten). Dieser mit Ziegelboden und gewölbter Lehmdecke (Segmentbogen). Steile Treppe zur Frauenempore im 4. Fach.[3]

1992 Anbau eines modernen Stahl-Glas-Treppenhauses an der östlichen Traufseite für die neue Nutzung als Stadtarchiv.

Inschriften

Eigentümer*innen, Bewohner*innen

1808 Eigentümer: Ernst Krüger, Fenstermacher; Pächter: Blomberger Judenschaft, Synagoge; Mietwohnung: N. N.

1811 Eigentümer: Blomberger Judenschaft, Synagoge; Mietwohnung: N. N.

1835 Bewohner*innen: Buntekiel, Amtspedell, mit Frau und 3 Kindern

1901 Synagoge, Israelitische Gemeinde; Bewohner: Moses Heynemann, Kaufmann.[4]

1926 Eigentümer*in: Synagogengemeinde; Bewohner: W. Biesemeier, Schuhmachermeister.[5]

Literatur

Heinrich Stiewe, Hausbau und Sozialstruktur in einer niederdeutschen Kleinstadt. Blomberg zwischen 1450 und 1870 (Schriften des Westfälischen Freilichtmuseums Detmold – Landesmuseum für Volkskunde; 13), Detmold 1996, S. 268-270.

Elfi Pracht-Jörns, Kulturerbe in Nordrhein-Westfalen, 3. Regierungsbezirk Detmold. Köln 1998, S. 279-282.

Dieter Zoremba, Ortsartikel Blomberg, in Karl Hengst, Ursula Olschewski (Hg.), Historisches Handbuch der jüdischen Gemeinschaften in Westfalen und Lippe. Die Ortschaften und Territorien im heutigen Regierungsbezirk Detmold, Münster 2013, S. 278-284.

Quellen

Weblinks

Website des Stadtarchivs

Einzelnachweise

  1. Elfi Pracht-Jörns, Kulturerbe in Nordrhein-Westfalen, 3. Regierungsbezirk Detmold. Köln 1998, S. 294-301, hier S. 295 f.
  2. Heinrich Stiewe, Hausbau und Sozialstruktur in einer niederdeutschen Kleinstadt. Blomberg zwischen 1450 und 1870 (Schriften des Westfälischen Freilichtmuseums Detmold – Landesmuseum für Volkskunde; 13), Detmold 1996, S. 268-270.
  3. Heinrich Stiewe, Hausbau und Sozialstruktur in einer niederdeutschen Kleinstadt. Blomberg zwischen 1450 und 1870 (Schriften des Westfälischen Freilichtmuseums Detmold – Landesmuseum für Volkskunde; 13), Detmold 1996, S. 268-270.
  4. Adressbuch für das Fürstenthum Lippe, Detmold 1901 Digitalisat, S. 168.
  5. Adreßbuch des Landes Lippe, Detmold 1926 Digitalisat, S. 571.

Autor*innen

Joachim Kleinmanns

Seitenhistorie

Seite erstellt am 29.06.2026 von Joachim Kleinmanns

Letzte Änderung am: 29.06.2026 von Joachim Kleinmanns