Pivitsheider Straße Kirche (Augustdorf)

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Alte Dorfkirche Augustdorf

Pivitsheider Straße Kirche (Augustdorf)
OrtsteilAugustdorf
StraßePivitsheider Straße (Augustdorf)
HausnummerKirche
Karte
Adressbuch von 1901

Der 7. September 1800 gilt als Gründungsdatum der Kirchengemeinde Augustdorf. An diesem Tag wurde ihr erstes Gotteshaus, eine kleine Fachwerkkapelle mit Dachreiter, in Gebruch genommen.[1]

Geschichte

Alte Dorfkirche, Quelle: Kirchengemeinde Augustdorf[2]

1797 ging eine Bittschrift an Fürst Leopold mit der Bitte in Augustdorf eine Kapelle zu errichten. Der Fürst erteilte die Genehmigung, Baubeginn war 1789. Die Einweihung der Kapelle erfolgte am 7. September 1800.
Aufgrund von Baumängeln wurde bereits 25 Jahre später über den Bau einer Kirche gesprochen.
Die seit 1800 genutzte Fachwerkkapelle wurde 1875 abgebrochen.
Nachdem mehrere Jahre verhandelt worden war, beschloss die Dorfversammlung 1874 einen Neubau der Kirche in Augustdorf.

Bekanntmachung[3]
Der Bau einer neuen Kirche zu Augustdorf soll am Mittwoch, den 24. d. M. Morgens 10 Uhr im Küsterhause daselbst, an den Mindestfordernden verdungen werden.
Riß und Kostenanschlag können im Küsterhause zu Augustdorf von jetzt an, jeden Tag eingesehen werden.
Detmold, den 18. März 1875.
Im Auftrage des Kirchenvorstandes
der Domainen-Baurath Merckel
Ansichten der Fachwerkkapelle, LAV NRW L 69[4]

Die Kirche wurde am 1.6.1876 feierlich eingeweiht.

Gebäude

Ab 1800 besteht in der damals relativ jungen Gemeinde Augustdorf (1775) eine evangelische Kirche, zuerst nur als Fachwerkkapelle. Die heute bestehende Kirche entstand 1875 als Massivbau nach Plänen des lippischen Domänenbaurates Merckel. Sie wurde als Bruchsteinsaalbau mit 3-achsigem Langhaus, erhöhtem Querhaus und Rechteckchor in neugotischen Stil errichtet. Vor dem straßenseitigen Giebel steht ein Turm mit Pyramidendach.

Kirche in Augustdorf, Foto Lothar Kaup, 2012

Das Kirchengebäude bildet mit dem Gasthof zur Linde und der ehem. Schule, dem Haus Funkenflug (HOT), als Gebäudegruppe ein ortstypisches Ensemble von Bauten in öffentlicher und gemeindlicher Funktion. Dieses ist für das sonst neuzeitliche Ortsbild der Gemeinde ein besonderer geschichtlicher Wert.

Zum Kirchenjubiläum im Jahr 2000 ist die evangelische Dorfkirche von Grund auf renoviert worden. Der Innenanstrich erfolgte in Anlehnung an den historischen Befund, und so wurden auch die Zwickelornamente und der umlaufende Fries, die historische Beleuchtung, die Vierpassfenster im Querschiff und im Chor, die Rundbogentüren im Chorraum und der vergoldete Turmhahn erneuert bzw. wiederhergestellt. Die Ornamente der Gewölbekappen wurden nach alten Fotoaufnahmen rekonstruiert. Die Ornamentbänder sind Vorlagebüchern des 19. Jahrhunderts entnommen worden. [5]

Kirche Augustdorf, innen, Foto Lothar Kaup 2011
Kirche Augustdorf Fenster, Foto Lothar Kaup 2011
Kirche in Augustdorf, Grundriss, Zeichnung L. Kaup 2011
Kirche in Augustdorf, Frontalansicht, Falko Sieker 2015

Inschriften

Orgel

Emil Hammer Orgelbau (Hemmingen) 1967, Positiv III, mechanische Schleiflade, zwei Manuale (C-g3), Pedal (C-f1), 10 Register [6]

Glocken

Die beiden Stahlglocken sind vom Bochumer Verein gegossen worden. Eine dritte Glocke soll im Kriegsjahr 1916 abgeliefert worden sein. 1947 beantragte die Gemeinde einen sog. "Eisenschein" für den Guss einer dritte Glocke mit dem Ton a'. [7], [8]

Schlagton Gussjahr ⌀ in mm m in kg Inschrift
cis2 1876 810 Nicht angegeben Ehre sei Gott in der Höhe.
Augustdorf 1876
e2 1876 690 Nicht angegeben Du rufest Herr und siehe, wir kommen.
Augustdorf 1876

Eigentümer

Ev.-ref. Kirchengemeinde Augustdorf

Pastoren

bis 1926 [9]

Literatur

  • Olaf Biere, Augustdorf. Stätten und ihre Besitzer 1775-1900, mit einem Beitrag von Annette Fischer, Bielefeld 2024, Seite 60
  • Burkhard Meier, Lippische Kirchen, 2004

Quellen

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Burkhard Meier, Lippische Kirchen, 2004, S. 7
  2. Internetseite: https://www.dorfkirche-augustdorf.de
  3. Fürstlich Lippisches Regierungs- und Anzeigeblatt, Jg. 1875, Nr. 66 vom 19. März
  4. LAV NRW L 69 Nr. 307 Seite 32 (44 im Digitalisat)
  5. Kreis Lippe, Denkmalbehörde, 20 Jahre Tag des offenen Denkmals in Lippe, 100 Baudenkmale, Veröffentlichung 2012
  6. Alexander Wagner, Orgeln in Lippe (Sonderveröffentlichungen des Naturwissenschaftlichen und Historischen Vereins für das Land Lippe; 80), Detmold 2008, S. 148
  7. Lippische Landeskirche, Archivbestand 07.17
  8. Ernst Wiesekopsieker, Die Glocken des Lipperlandes, 1970. Unveröffentlichtes Manuskript, Archiv der Lippischen Landeskirche 02.01.01 Nr. 3237
  9. Wilhelm Butterweck, Die Geschichte der Lippischen Landeskirche, Schötmar 1926, Seite 307 ff

Autor*innen


Wolfgang Kramer, Lothar Kaup

Seitenhistorie

Seite erstellt am 13.01.2026 von Wolfgang Kramer

Letzte Änderung am: 21.07.2026 von Heinrich Stiewe