Hörster Bruch 8 (Hörste): Unterschied zwischen den Versionen

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|Hausnummer1901=036
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}}Hier befindet sich der ehemalige Halbspännerhof Weeke, früher Hörste Nr. 36.
}}Hier befindet sich der ehemalige Halbspännerhof Weeke, früher Hörste Nr. 36.
Weitere Höfe/Stätten "Weeke" finden sich u. a. in Hörste (Nr. 26, Nr. 38), in Mackenbruch und in Pivitsheide VL.


[[Datei:Hof Weeke.jpg|mini|Hof Weeke, ehem. Hörste Nr. 36  -  noch bewirtschaftet  -  1950er Jahre ? ; links neben dem Haupthaus das 1890 erbaute Schweinehaus ? ; aus 825 Jahre Hörste - Historische Fotosammlung]]
[[Datei:Hof Weeke.jpg|mini|Hof Weeke, ehem. Hörste Nr. 36  -  noch bewirtschaftet  -  1950er Jahre ? ; links neben dem Haupthaus das 1890 erbaute Schweinehaus ? ; aus 825 Jahre Hörste - Historische Fotosammlung]]
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In der Volkszählung 1609 wird Weeke mit Frau, einem Sohn und drei Töchtern genannt und als vermögend eingeschätzt. 1645 hat der jetzt aktive Weeke fünf Kinder, nur 10 Taler an Forderungen ausstehen, selbst aber 400 Taler Schulden bei anderen. 1680 sind an Vieh 4 Pferde, 5 Kühe, 7 Schafe und 9 Schweine auf dem Hof.
In der Volkszählung 1609 wird Weeke mit Frau, einem Sohn und drei Töchtern genannt und als vermögend eingeschätzt. 1645 hat der jetzt aktive Weeke fünf Kinder, nur 10 Taler an Forderungen ausstehen, selbst aber 400 Taler Schulden bei anderen. 1680 sind an Vieh 4 Pferde, 5 Kühe, 7 Schafe und 9 Schweine auf dem Hof.


Ab etwa 1700 lassen sich die Besitzerfamilien rekonstruieren. Viele überlebende Kinder  -  eigentlich ein großes Glück  -  bedeutet zu jener Zeit aber auch sehr hohe Belastungen für den elterlichen Hof bei deren Verheiratung. Zwischen 1730 und 1743 kommen 150 Taler per Brautschatz auf den Hof Weeke, gleichzeitig werden fünf vom Hof weg heiratenden Kindern als Abfindung 1350 Taler (und Vieh) per Eheverschreibung zugesagt  -  zumeist hälftig sofort bei Eheschließung, zur anderen Hälfte in Raten z. B. über 10 Jahre zahlbar.
Die Besitzerfamilien des Hofes lassen sich ab etwa 1600 lückenhaft, ab etwa 1700 durchgängig rekonstruieren. Viele überlebende Kinder  -  eigentlich ein großes Glück  -  bedeutet zu jener Zeit aber auch sehr hohe Belastungen für den elterlichen Hof bei deren Verheiratung. Zwischen 1730 und 1743 kommen 150 Taler per Brautschatz auf den Hof Weeke, gleichzeitig werden fünf vom Hof weg heiratenden Kindern als Abfindung 1350 Taler (und Vieh) per Eheverschreibung zugesagt  -  zumeist hälftig sofort bei Eheschließung, zur anderen Hälfte in Raten z. B. über 10 Jahre zahlbar.


Trotz dieser Belastungen lassen die Weekes 1751 ein neues (bis heute erhaltenes) Haupthaus erbauen. Dies und der einige Jahre später beginnende 7-jährige Krieg führen zur völligen Überforderung des Hofes, Schulden werden nicht mehr bezahlt,<ref>LAV NRW OWL, L 83 A, 11 S. 360</ref> zahlreiche Auseinandersetzungen mit Gläubigern entstehen.<ref>LAV NRW OWL, L 83 A, 12 W 212</ref>  Schließlich wird der Hof Weeke elociert (unter amtliche Zwangsverwaltung gestellt).<ref>LAV NRW OWL, L 92 T 1 Nr. 1236</ref>  Der sich stolz „Freimeier“ nennende Johann Henrich Weeke II muss jede Einnahme abführen und darf keinen Taler ohne amtliche Genehmigung ausgeben.
Trotz dieser Belastungen lassen die Weekes 1751 ein neues (bis heute erhaltenes) Haupthaus erbauen. Dies und der einige Jahre später beginnende 7-jährige Krieg führen zur völligen Überforderung des Hofes, Schulden werden nicht mehr bezahlt,<ref>LAV NRW OWL, L 83 A, 11 S. 360</ref> zahlreiche Auseinandersetzungen mit Gläubigern entstehen.<ref>LAV NRW OWL, L 83 A, 12 W 212</ref>  Schließlich wird der Hof Weeke elociert (unter amtliche Zwangsverwaltung gestellt).<ref>LAV NRW OWL, L 92 T 1 Nr. 1236</ref>  Der sich stolz „Freimeier“ nennende Johann Henrich Weeke II muss jetzt jede Einnahme abführen und darf keinen Taler ohne amtliche Genehmigung ausgeben.
   
   
Nach der auf diese Weise über etliche Jahre erfolgten Sanierung wird der Hof noch anderthalb Jahrhunderte in der Familie bewirtschaftet, danach folgt in den ersten Nachkriegsjahrzehnten eine heimatvertriebene Pächterfamilie auf dem Hof Weeke.  
Nach der auf diese Weise über etliche Jahre erfolgten Sanierung wird der Hof noch anderthalb Jahrhunderte in der Familie bewirtschaftet, danach folgt in den ersten Nachkriegsjahrzehnten eine heimatvertriebene Pächterfamilie auf dem Hof Weeke. Danach endet die Jahrhundete währende Vollerwerbslandwirtschaft auf dem Hof Weeke; Hofstelle und Ländereien werden verkauft.


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==Inschriften<ref>[https://www.nhv-ahnenforschung.de/Torbogen/lippe.htm ‘‘Hausinschriftensammlung des Genealogischen Arbeitskreises im NHV‘‘]</ref>==
==Inschriften<ref>[https://www.nhv-ahnenforschung.de/Torbogen/lippe.htm Hausinschriftensammlung des Genealogischen Arbeitskreises im NHV]</ref>==
'''Auf dem Torbogen:<br>'''
'''Auf dem Torbogen:<br>'''
ACH MEIN GOTT WIE GROS IST DEINE GVTE DIE DV VERBORGEN HAST DENEN DIE DICH<br>
ACH MEIN GOTT WIE GROS IST DEINE GVTE DIE DV VERBORGEN HAST DENEN DIE DICH<br>
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==Eigentümer*innen, Bewohner*innen==
==Eigentümer*innen, Bewohner*innen==
ca. 1695 – 1727 Johann Cord Weeke (1665 – 1727), ∞ (I) um 1695 NN († 1702/03), ∞ (II) um 1704 Anna Ilsabein Döldissen (1675 – 1756) vom Hof Meier zu Döldissen
um 1560 Heinrich I Weeke (oder eingeheir.) († vor 1600),  ∞ Aleke NN (oder Weeke) († 1599), 1599 als verstorbener Vater seiner Söhne Bartold und Johann genannt <ref>LAV NRW OWL, L 108 A, Nr. 130, S. 319</ref>
 
Kinder:
• Johann (um 1560 Gründer der StK-Stätte Weeke, später Kleineweeke Nr. 26 in Hörste ??)
 
• Bartold, Anerbe
 
• Berend, * um 1560, Stättengründer/Neuwohner a. d. Pivitsheide <ref>LAV NRW OWL, L 108 A, Nr.  130, S. 412/413</ref>
 
• Jutta, ledig; lebt mit ihrem ''natürlichen'' (unehelichen) Sohn Henrich auf dem Hof ihres Bruders Bartold, † 1599 <ref>LAV NRW OWL, L 89 A, Nr. 135, S. 132</ref>
 
 
ca. 1585 – ca. 1619 Bartold Weeke, ∞ (I) 1586 NNw Wissmann zu Wissentrup <ref>LAV NRW OWL, L 85 Nr. 635</ref>, ∞ (II) 1604 Maria im Barke <ref>LAV NRW OWL, L 89 A, Nr. 171, S. 246</ref>  (beide Eheleute † 1637 <ref>LAV NRW OWL, L 89 A, Nr. 211, S. 131</ref>)
 
Kinder:
 
• Deppe, * um 1590, Anerbe
 
• NNw, * um 1592, ∞ 1617, wird Brinksche in Hörste Nr. 8 <ref>LAV NRW OWL, L 89 A, Nr. 171, S. 377</ref>
 
• (voreheliches Kind, * 1604)
 
 
ca. 1619 – 1662 Deppe Weeke, ∞ 1619 Lische Düchtige von Billinghausen Nr. 3 <ref>LAV NRW OWL, L 89 A, Nr. 172, S. 369</ref>
 
Kinder: 5 (lebende) Kinder um 1645 <ref>LAV NRW OWL, L 101 C I, Nr. 94</ref>
 
• (voreheliches Kind, * 1618)
 
• (voreheliches Kind, * 1619)
 
• Agnese, * um 1627, ∞ 1655, wird Beiningsche in Hiddentrup <ref>LAV NRW OWL, L 108 A, Nr. 133, S. 558</ref>
 
• NNw, * um 1630, Anerbin
 
• NN
 
 
1662 – ca. 1702  Cordt Sundermann aus Ohrsen <ref>LAV NRW OWL, L 21, Nr. 135, S. 142 u. S. 145ff</ref>, ∞ 1662 NNw Weeke, Anerbin in Hörste, er wird Weeke († n. 11/1701)
 
Kinder:
 
• Johann Cord, * 1665, Anerbe <ref>LAV NRW OWL, L 89 A, Nr. 177, S. 168</ref>
 
 
ca. 1702 – 1727 Johann Cord Weeke (1665 – 1727), ∞ (I) um 1695 NN († 1702/03), ∞ (II) um 1704 Anna Ilsabein Döldissen (1675 – 1756) vom Hof Meier zu Döldissen


Kinder aus 2 Ehen:
Kinder aus 2 Ehen:
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* Anna Ilsabein, * 1705, ∞ 1730, wird Geessche in Hörste Nr. 37 († 1750)
* Anna Ilsabein, * 1705, ∞ 1730, wird Geessche in Hörste Nr. 37 († 1750)
* Töns Jobst, * 1706, ∞ 1732, wird Bade in Waddenhausen
* Töns Jobst, * 1706, ∞ 1732, wird Bade in Waddenhausen
* Amelie Margaretha, * 1709, ∞ 1742, wird Brinkmannsche in Hiddentrup († 1782)
* Johann Berend, * 1711, ∞ 1742, wird Bekmann in der brand. Senne  
* Johann Berend, * 1711, ∞ 1742, wird Bekmann in der brand. Senne  
* <u>Philip</u> Henrich, * 1714, ∞ 1743, wird Bornmeyer in Oberbarkhausen († 1793)
* <u>Philip</u> Henrich, * 1714, ∞ 1743, wird Bornmeyer in Oberbarkhausen († 1793)
* Amelie Margaretha, * um 1717, ∞ 1742, wird Brinkmannsche in Hiddentrup
 




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Kinder:
Kinder:
* Johann Henrich II, * 1733, Anerbe
* Johann Henrich II, * 1733, Hoferbe nach Vertrag von 1760
* Anna Margaretha Elisabeth, * 1737 († 1741)
* Anna Margaretha Elisabeth, * 1737 († 1741)
* Johann Berend, * 1739
* Johann Berend, * 1739
* Henrich Philip, * 1742
* Johann Henrich Philip, * 1742, eigentlicher Anerbe, ∞  1770, 1774 Gründer der Stätte Hörste Nr. 38




1758 – 1801 Johann Henrich Weeke II (1733 – 1805), ∞ 1760 Anna Margrethe Elisabeth Orbke (1735 – 1806) aus Bechterdissen
1760 – 1801 Johann Henrich Weeke II (1733 – 1805), ∞ 1760 Anna Margrethe Elisabeth Orbke (1735 – 1806) aus Bechterdissen


Kinder:
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