Externsteinestraße 9 (Heiligenkirchen): Unterschied zwischen den Versionen
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|Straße=Externsteinestraße (Heiligenkirchen) | |||
|Hausnummer=9 | |||
|Ortsteil=Heiligenkirchen | |||
|Koordinaten=51.90718, 8.88026 | |||
|Ortsteil1901=Heiligenkirchen | |||
|Hausnummer1901=008 | |||
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Vor 1390 durch Abspaltung vom Hof Watermeier gegründete Hofstätte, ehemals Heiligenkirchen Nr. 8. | Vor 1390 durch Abspaltung vom Hof Watermeier gegründete Hofstätte, ehemals Heiligenkirchen Nr. 8. | ||
==Geschichte== | ==Geschichte== | ||
Erstmals erwähnt im Landschatzregister von 1390 als "De grote Gotschalck". Der Hof entstand durch Abtrennung vom [[Königstraße 2 (Heiligenkirchen)|Waterhof]], Heiligenkirchen Nr. 2. | Erstmals erwähnt im Landschatzregister von 1390 als "De grote Gotschalck".<ref>{{StöwerLandschatzregister2001}}, S. 145.</ref> Der Hof entstand durch Abtrennung vom [[Königstraße 2 (Heiligenkirchen)|Waterhof]], Heiligenkirchen Nr. 2. | ||
1721 besaß Johann Grote den Hof.<ref>LAV NRW OWL, L 101 C I / Lippische Salbücher und Katasterbücher, Nr. 24.</ref> Er wurde als Großkötter eingestuft. Grote war der gräflichen Herrschaft leibeigen, besaß das Gut meierstättisch, gab Weinkauf und Sterbfall. Der Hof bestand aus Wohnhaus, Leibzuchthaus, Backhaus und Schuppen, einem Hofraum mit einigen Eichen und Obstbäumen, einem Garten am Hof, Ländereien, Wiesen, Büschen, Holzung sowie einem kleinen Teich auf dem Hof beim Haus. Grote leistete wöchentlich 2 Handdienste an Hammersteins Hof zu Hornoldendorf sowie jährlich 3 Burgfesttage. Außerdem zahlte er Burgfestgeld 1 rt 9 gr, Maltz-Geld 9 gr, Hofgerichtsschatz 3 gr, Sommer- und Winterschatz 7 gr 1 d und gab 3 Hühner an die gräfliche Küche. Der Pastorei war er schuldig, jährlich zweimal das Land zu eggen, alle zwei Jahre Holz und jedes vierte Jahr Mist zu fahren. An den Küster hatte er jährlich 2 Metzen Roggen und 6 Eier zu geben. | 1721 besaß Johann Grote den Hof.<ref>LAV NRW OWL, L 101 C I / Lippische Salbücher und Katasterbücher, Nr. 24.</ref> Er wurde als Großkötter eingestuft. Grote war der gräflichen Herrschaft leibeigen, besaß das Gut meierstättisch, gab Weinkauf und Sterbfall. Der Hof bestand aus Wohnhaus, Leibzuchthaus, Backhaus und Schuppen, einem Hofraum mit einigen Eichen und Obstbäumen, einem Garten am Hof, Ländereien, Wiesen, Büschen, Holzung sowie einem kleinen Teich auf dem Hof beim Haus. Grote leistete wöchentlich 2 Handdienste an Hammersteins Hof zu Hornoldendorf sowie jährlich 3 Burgfesttage. Außerdem zahlte er Burgfestgeld 1 rt 9 gr, Maltz-Geld 9 gr, Hofgerichtsschatz 3 gr, Sommer- und Winterschatz 7 gr 1 d und gab 3 Hühner an die gräfliche Küche. Der Pastorei war er schuldig, jährlich zweimal das Land zu eggen, alle zwei Jahre Holz und jedes vierte Jahr Mist zu fahren. An den Küster hatte er jährlich 2 Metzen Roggen und 6 Eier zu geben. | ||
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Ein Gesuch der Witwe Grote, unterhalb eine Schrot- und Sägemühle zu errichten, wurde abgelehnt. Stattdessen verkaufte Grote 1855 der Kammer rund 8.500 Quadratfuß Wiese für den Bau einer [[Am Grotenhof 27 (Heiligenkirchen)|Säge- und Bokemühle]] bei der Kammermühle.<ref> LAV NRW OWL, L 92 N Nr. 925. </ref> | Ein Gesuch der Witwe Grote, unterhalb eine Schrot- und Sägemühle zu errichten, wurde abgelehnt. Stattdessen verkaufte Grote 1855 der Kammer rund 8.500 Quadratfuß Wiese für den Bau einer [[Am Grotenhof 27 (Heiligenkirchen)|Säge- und Bokemühle]] bei der Kammermühle.<ref> LAV NRW OWL, L 92 N Nr. 925. </ref> | ||
== | ==Gebäude== | ||
1854 (Salbuch) ist außer dem Wohnhaus auch ein Leibzuchthaus vorhanden.<ref>LAV NRW OWL, L 101 C I Lippische Salbücher und Katasterbücher, 1854, Nr. 55.</ref> Im Brandkataster sind 1894 dokumentiert:<ref> LAV NRW OWL, L 107 C / Landesbrandversicherungsanstalt, Nr. 102: Brandkataster des Amtes Detmold Bd. 1: Barkhausen - Heiligenkirchen, 1894-ca. 1960. </ref> Wohnhaus (1930 ergänzt: nebst Verlängerung), angrenzende Leibzucht (1952 umgewandelt in Unterstellraum und Stallung), angrenzender Schuppen, Backhaus in 3,15 m Entfernung, Schweinehaus (1930), Anbau einer Scheune an die Leibzucht (1935), Garage (1941 Abstellraum), 1952 an die Leibzucht angebauter Wagenschuppen. | 1854 (Salbuch) ist außer dem Wohnhaus auch ein Leibzuchthaus vorhanden.<ref>LAV NRW OWL, L 101 C I Lippische Salbücher und Katasterbücher, 1854, Nr. 55.</ref> Im Brandkataster sind 1894 dokumentiert:<ref> LAV NRW OWL, L 107 C / Landesbrandversicherungsanstalt, Nr. 102: Brandkataster des Amtes Detmold Bd. 1: Barkhausen - Heiligenkirchen, 1894-ca. 1960. </ref> Wohnhaus (1930 ergänzt: nebst Verlängerung), angrenzende Leibzucht (1952 umgewandelt in Unterstellraum und Stallung), angrenzender Schuppen, Backhaus in 3,15 m Entfernung, Schweinehaus (1930), Anbau einer Scheune an die Leibzucht (1935), Garage (1941 Abstellraum), 1952 an die Leibzucht angebauter Wagenschuppen. | ||
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Großer Vierständerbau, Längsdeelenhaus, giebelständig zur Straße. Auf dem Torriegel in Flachschnitt: "EIN JEDER THU WAS ER SCHULDIG ZU THUN IST FÜRCHTE GOTT UND GEHORGE/SEINER OBRIGKEIT DEN ES IST DEINE OBRIGKEIT SIE IST VON GOTT VEROR[D]NET/DIE LUST TREIBT MICH ZUM AH[…] WEIL ICH AUF GOTTES SAGEN VERTRAUE/ICH FRIDERICH CASEMIR O[BERMEYER AUS BRÜ]NTRUP AMTS HORN/UND HENNERJETTE [KÖLLERMEIER AUS] HEILIGENKIRGEN DIE MIR/BEI DIESEM HAU[…] O 2TEN JUNI/ANNO 1807 M. JASPERS". Die Inschrift ist unvollständig, da der Torbogen zu einem Stichbogen erhöht wurde. Links am Torständer die lippische Rose, rechts der Schwalenberger Stern. Zimmermeister Jaspers kam aus [[Holzhausen-Externsteine|Holzhausen]]. | Großer Vierständerbau, Längsdeelenhaus, giebelständig zur Straße. Auf dem Torriegel in Flachschnitt: "EIN JEDER THU WAS ER SCHULDIG ZU THUN IST FÜRCHTE GOTT UND GEHORGE/SEINER OBRIGKEIT DEN ES IST DEINE OBRIGKEIT SIE IST VON GOTT VEROR[D]NET/DIE LUST TREIBT MICH ZUM AH[…] WEIL ICH AUF GOTTES SAGEN VERTRAUE/ICH FRIDERICH CASEMIR O[BERMEYER AUS BRÜ]NTRUP AMTS HORN/UND HENNERJETTE [KÖLLERMEIER AUS] HEILIGENKIRGEN DIE MIR/BEI DIESEM HAU[…] O 2TEN JUNI/ANNO 1807 M. JASPERS". Die Inschrift ist unvollständig, da der Torbogen zu einem Stichbogen erhöht wurde. Links am Torständer die lippische Rose, rechts der Schwalenberger Stern. Zimmermeister Jaspers kam aus [[Holzhausen-Externsteine|Holzhausen]]. | ||
==Inschriften== | |||
"EIN JEDER THU WAS ER SCHULDIG ZU THUN IST FÜRCHTE GOTT UND GEHORGE/SEINER OBRIGKEIT DEN ES IST DEINE OBRIGKEIT SIE IST VON GOTT VEROR[D]NET/DIE LUST TREIBT MICH ZUM AH[…] WEIL ICH AUF GOTTES SAGEN VERTRAUE/ICH FRIDERICH CASEMIR O[BERMEYER AUS BRÜ]NTRUP AMTS HORN/UND HENNERJETTE [KÖLLERMEIER AUS] HEILIGENKIRGEN DIE MIR/BEI DIESEM HAU[…] O 2TEN JUNI/ANNO 1807 M. JASPERS". | |||
==Eigentümer*innen, Bewohner*innen== | ==Eigentümer*innen, Bewohner*innen== | ||
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18.2.1696 (Kirchenbuch) Hermann Grothe heiratet Ilsabein Wächter. | 18.2.1696 (Kirchenbuch) Hermann Grothe heiratet Ilsabein Wächter. | ||
1699 (Kirchenbuch) starb Henrich Grote der alte, begraben am 24.9. | |||
20.10.1712 (Kirchenbuch) Hans Conrad Grothe heiratet Jürgen Meyerß Tochter. | 20.10.1712 (Kirchenbuch) Hans Conrad Grothe heiratet Jürgen Meyerß Tochter. | ||
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==Literatur== | ==Literatur== | ||
{{RinkeEhevertrag2011}}. | |||
==Quellen== | ==Quellen== | ||
LAV NRW OWL, L | LAV NRW OWL, L 101 C I / Lippische Salbücher und Katasterbücher, Nr. 24: Salbuch 1721/23. | ||
LAV NRW OWL, L 108 Detmold Fach 30 Nr. 8 Bd. I, 4: Abtretung des Kolonats Grote Nr. 8 vom Anerben an den Musketier Obermeier 1788 | LAV NRW OWL, L 101 C I / Lippische Salbücher und Katasterbücher, Nr. 39: Salbuch 1782. | ||
LAV NRW OWL, L 101 C I / Lippische Salbücher und Katasterbücher, Nr. 55: Salbuch 1854. | |||
LAV NRW OWL, L 108 Detmold Fach 30 Nr. 8 Bd. I, 4: Abtretung des Kolonats Grote Nr. 8 vom Anerben an den Musketier Obermeier 1788. | |||
LAV NRW OWL, L 92 N / Lippische Rentkammer - Gewerbeabgaben, Nr. 916: Anlage der Messerfabrik von Wederz in Hornoldendorf und der zugehörigen Schleifmühle in Heiligenkirchen auf dem Grote’schen Kolonat, 1817–1827. | LAV NRW OWL, L 92 N / Lippische Rentkammer - Gewerbeabgaben, Nr. 916: Anlage der Messerfabrik von Wederz in Hornoldendorf und der zugehörigen Schleifmühle in Heiligenkirchen auf dem Grote’schen Kolonat, 1817–1827. | ||
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LAV NRW OWL, L 108 Detmold Fach 30 Nr. 8 Bd. II, 18: Im s. g. Mühlengarten angelegter Binnenkotten des Kolon Grote Nr. 8, 1829. | LAV NRW OWL, L 108 Detmold Fach 30 Nr. 8 Bd. II, 18: Im s. g. Mühlengarten angelegter Binnenkotten des Kolon Grote Nr. 8, 1829. | ||
LAV NRW OWL, L 108 Detmold Fach 30 Nr. 8 Bd. II, 25 | LAV NRW OWL, L 108 Detmold Fach 30 Nr. 8 Bd. II, 25. | ||
LAV NRW OWL, L 92 N Nr. 925: Geplante Errichtung einer Schrot und Sägemühle durch Witwe Grote, 1854–1857. | |||
LAV NRW OWL, L 108 A Nr. 134 bis 138: Eheprotokolle, Vormundschaftsprotokolle, Stättenabtretungsprotokolle Amt Detmold. | LAV NRW OWL, L 108 A Nr. 134 bis 138: Eheprotokolle, Vormundschaftsprotokolle, Stättenabtretungsprotokolle Amt Detmold. | ||
LAV NRW OWL, L 92 Z Nr. 1419: Volkszählung 1648. | |||
LAV NRW OWL, L 92 Z Nr. 1419: Volkszählung 1687. | |||
LAV NRW OWL, L 92 Z IV Nr. 33: Volkszählung Vogtei Falkenberg 1769. | |||
LAV NRW OWL, L 92 Z IV Nr. 34: Volkszählung Amt Detmold 1828. | |||
LAV NRW OWL, L 79 (Lippische Regierung (Jüngere Registratur)), Nr. 5257: Volkszählung 1919. | |||
LAV NRW OWL, L 107 C / Landesbrandversicherungsanstalt, Nr. 102: Brandkataster des Amtes Detmold Bd. 1: Barkhausen - Heiligenkirchen, 1894-ca. 1960. | |||
==Weblinks== | ==Weblinks== | ||
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<references /> | <references /> | ||
[[ | ==Autor*innen== | ||
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[[Kategorie:Hausstätte in Heiligenkirchen]] [[Kategorie:Externsteinestraße (Heiligenkirchen)]] [[Kategorie:Großkötter]] [[Kategorie:Inschrift in Heiligenkirchen]] | |||