Bielefelder Straße 129 (Lieme): Unterschied zwischen den Versionen

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|Ortsteil1901=Lieme
|Ortsteil1901=Lieme
|Hausnummer1901=004
|Hausnummer1901=004
}}Der Hof mit dem Hofnamen Obermeier war früher unter Lieme Nr. 4 verzeichnet. Anschließend führte er bis 1969 die Adresse Mittelstraße 50. Erwähnt wird der Hof schon im 14. Jahrhundert.
}}Der Hof Obermeyer war früher unter Lieme Nr. 4 verzeichnet. Anschließend führte er bis 1969 die Adresse Mittelstraße 50. Erwähnt wird der Hof schon im 14. Jahrhundert.


[[Datei:--Lieme Nr. 4 - BA TB-21-37 001--.jpg|mini|Der Hof Obermeier, links das Haupthaus, mittig die Leibzucht, 1970, Lippische Landesbibliothek (Sammlung Pahmeier).]]
[[Datei:--Lieme Nr. 4 - BA TB-21-37 001--.jpg|mini|Der Hof Obermeier, links das Haupthaus, mittig die Leibzucht, 1970, Lippische Landesbibliothek (Sammlung Pahmeier).]]
[[Datei:-Lieme Nr. 4-Obermeier-20240511.jpg|mini|Die Leibzucht des Hofes Obermeier, Gebäude von 1533, 2024, Foto: Margit Lenniger.]]
[[Datei:Lieme Nr. 4-Haupthaus 20240511.jpg|mini|Das Haupthaus aus nordwestlicher Richtung, 2024, Foto: Margit Lenniger.]]
[[Datei:-Lieme Nr. 4-Obermeier-20240511.jpg|mini|Die ehemalige Leibzucht des Hofes Obermeier, Gebäude von 1533, 2024, Foto: Margit Lenniger.]]


==Geschichte==
==Geschichte==
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Zum Haushalt der alten Obermeiers auf der Leibzucht gehörten damals zwei Kinder. Im Haushalt des Einliegers Wilhelm Deppe werden nur eine Frau und drei Kinder genannt.<ref>L 92 Z Nr. 1452, S. 149.</ref>
Zum Haushalt der alten Obermeiers auf der Leibzucht gehörten damals zwei Kinder. Im Haushalt des Einliegers Wilhelm Deppe werden nur eine Frau und drei Kinder genannt.<ref>L 92 Z Nr. 1452, S. 149.</ref>
==Gebäude==
==Gebäude==
===Leibzucht (früheres Haupthaus) von 1533!===
===Leibzucht (früheres Haupthaus) von 1533 (d)===
Das Leibzuchtshaus, das frühere Haupthaus, ist ein Dreiständerbau mit linksseitiger Kübbung (Abseite).  
Das Leibzuchtshaus, das frühere Haupthaus, ist ein Dreiständerbau mit linksseitiger Kübbung (Stallabseite).  
Ein Ständer im Giebel ist mit großen gekehlten (verzierten) Kopfbändern verstrebt. Das lässt auf ein hohes Alter des Hauses schließen. Auch der Torbogen ohne Inschrift, mit breiten Knaggen (Verbindungselemente zur Verriegelung der Balken) mit flacher Kehlung lässt das vermuten. Deshalb wurde das Gebäude während der Sanierung der Hofanlage 1991 dendrodatiert und der Bau insgesamt untersucht. Man entnahm Proben der Hölzer. Dadurch konnte das Baujahr des Hauses auf das Jahr 1533 datiert werden. Damit ist es das älteste bäuerliche Fachwerkhaus in Lippe.  
Ein Ständer im Giebel ist mit großen gekehlten (bogenförmig ausgesägten) Kopfbändern verstrebt. Das lässt auf ein hohes Alter des Hauses schließen. Auch der Torbogen ohne Inschrift, mit breiten Knaggen (Holzkonsolen zur Unterstützung der Giebelvorkragung) mit flacher Kehlung lässt das vermuten. Deshalb wurde das Gebäude während der Sanierung der Hofanlage 1991 von Michael Sprenger bauhistorisch untersucht und dendrodatiert. Man entnahm Proben der Hölzer, deren Fälljahr auf das Jahr 1533 (d = dendrochronologisch datiert) datiert werden konnte. Damit ist es das älteste bäuerliche Fachwerkhaus in Lippe.  


Weiter stellte sich damals heraus, dass der ursprüngliche Bau ein Zweiständerbau war und 5 Fache besaß.  
Weiter stellte sich damals heraus, dass der ursprüngliche Bau ein Zweiständerbau war und 5 Fache besaß.  
Erst im 17. oder 18. Jahrhundert wurde das Gebäude zu der heutigen Form umgearbeitet.
Erst im 17. oder 18. Jahrhundert wurde das Gebäude zu dem heutigen Dreiständerbau umgebaut. Dabei wurde die rechte Abseite entfernt und eine hohe Außenwand eingezogen. Gleichzeitig wurde die rechte Ständerreihe zur Diele verschoben. Außerdem wurde der Kernbau um ein Fach verkürzt.  
Dabei wurde die rechte Abseite entfernt und eine Außenwand eingezogen. Gleichzeitig wurde die rechte Ständerreihe zur Diele verschoben. Außerdem wurde der Kernbau um ein Fach verkürzt.  
Weiter konnten Spuren einer offenen Feuerstelle am Ende der Diele festgestellt werden. Es bestand ein Flett mit einer hohen Lucht (Sitznische, in der der Esstisch gestanden haben dürfte) an der rechten Seite.  
Weiter konnten Spuren einer offenen Feuerstelle am Ende der Diele festgestellt werden. Es bestand ein Flett mit einer hohen Lucht (Gebäudevorsprung) an der rechten Seite.  


Später wurde das Gebäude zur Leibzucht umgebaut. Vermutlich bei diesem Umbau entstand eine zweite Lucht auf der linken Seite. In die bestehende Lucht wurde eine Räucherbühne eingezogen. Etwa zu dieser Zeit wurde auf der Rückseite ein Kammerfach angebaut. Das konnte durch seine Bauteile ins 17. oder frühe 18. Jahrhundert datiert werden.  
Gleichzeitig wurde das Gebäude zur Leibzucht umgebaut. Vermutlich bei diesem Umbau entstand eine zweite Lucht auf der linken Seite. In die bestehende Lucht wurde in halber Höhe eine Räucherbühne eingezogen. Etwa zu dieser Zeit wurde auf der Rückseite ein Kammerfach angebaut. Das konnte durch seine Bauteile ins 17. oder frühe 18. Jahrhundert datiert werden.  


Das ursprüngliche Haus aus dem Jahr 1533 war mit seiner Größe für eine Leibzucht viel zu groß. Deshalb lässt sich vermuten, dass es zunächst als Haupthaus gebaut wurde. Als 1598 ein neues Haupthaus aufgerichtet wurde, arbeitete man dieses Haus zur Leibzucht um.  
Das ursprüngliche Haus aus dem Jahr 1533 war mit seiner Größe für eine Leibzucht viel zu groß. Deshalb lässt sich vermuten, dass es zunächst als Haupthaus gebaut wurde. Als 1598 ein neues Haupthaus aufgerichtet wurde, baute man das ältere Haus zur Leibzucht um.


===Haupthaus===
===Haupthaus von 1753===
Das heutige Haupthaus ist ein Vierständerbau aus dem Jahr 1753.
Das heutige Haupthaus ist ein großer Vierständerbau aus dem Jahr 1753.
In die Dielenwände wurden mehrere zweitverwendete Hölzer eingesetzt, und zwar Hölzer aus einem Bau aus dem 16. Jahrhundert. Das könnten Bauteile aus einem Vorgängerbau von 1598 sein.
In die Dielenwände wurden mehrere zweitverwendete Hölzer aus dem späten  16. Jahrhundert eingefügt. Ein Kuhstallriegel ist ein früherer Torsturz und trägt die Jahreszahl 1598. Das dürfte das Baujahr des Vorgängerbaus des heutigen Haupthauses sein.


==Inschriften==
==Inschriften==
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* 1819 Franz Conrad (Johan Conrad) Obermeyer (Sohn von Conrad O. geb. Nieweg) 1819 oo Johanne Florentine Margarete Steinmeyer, Lieme Nr. 22, Tochter des Krügers
* 1819 Franz Conrad (Johan Conrad) Obermeyer (Sohn von Conrad O. geb. Nieweg) 1819 oo Johanne Florentine Margarete Steinmeyer, Lieme Nr. 22, Tochter des Krügers


* 1901 Ziegler Ernst Beermann, Wilhelmine Bergmann, Ziegler Simon Brand, Wilhelmine Gronemeier, Ziegler Fritz Haase, Ziegler Ernst Kuhlmann, Johanne Kuhlmann, Ziegler Heinrich Schulze, Ziegler Fritz Weege<ref>{{SchmidtLieme2010}}, S. 50; {{LippeAdressbuch1901}}.</ref>
* 1901 Ziegler Ernst Beermann, Wilhelmine Bergmann, Ziegler Simon Brand, Wilhelmine Gronemeier, Ziegler Fritz Haase, Ziegler Ernst Kuhlmann, Johanne Kuhlmann, Ziegler Heinrich Schulze, Ziegler Fritz Weege<ref>{{SchmidtLieme2010}}, S. 50; {{LippeAdressbuch1901}}, S. 352.</ref>


==Literatur==
==Literatur==
{{LippeAdressbuch1901}}
{{SchmidtLieme2010}}
{{SchmidtLieme2010}}
{{StarkeLieme1972}}
Heinrich Stiewe, Die ältesten Bauernhäuser der Grafschaft Lippe. Marburg 1996
==Quellen==
==Quellen==