Hiddentruper Straße 5 (Hörste): Unterschied zwischen den Versionen
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Der Hof Brink, im Salbuch von 1781 als Mittelkötter bezeichnet, tritt in den Archivalien weder durch große Streitereien noch durch Misswirtschaft in Erscheinung. Mehrfach war jedoch die Nachfolgefrage schwierig, da keine oder keine erwachsenen Kinder da waren. | Der Hof Brink, im Salbuch von 1781 als Mittelkötter bezeichnet, tritt in den Archivalien weder durch große Streitereien noch durch Misswirtschaft in Erscheinung. Mehrfach war jedoch die Nachfolgefrage schwierig, da keine oder keine erwachsenen Kinder da waren. | ||
Vor 1700 trat eine solche Krise ein: <ref>LAV NRW OWL, L 21 Nr. 135</ref> Der langjährige Kötter Hermann Brink war 1697 verstorben, seine zweite Ehefrau und Witwe ließ im Folgejahr einen Kruse unbekannten Vornamens auf den Hof heiraten, der aber alsbald auch verstarb. Über das Schicksal der Frau ist nichts bekannt, sie tritt nicht weiter in Erscheinung, war offenbar auch verstorben. Auf dem Hof war nur die 1688 geborene Anerbin Catharina Margaretha Brink verblieben, über deren Zukunft und damit die Zukunft des Hofes sich ihre Vormünder Gees und Weeke Gedanken machten. Die Administration des Hofes hatte ihr Onkel Heinrich Brink eigentlich bis zu der Anerbin Volljährigkeit übernommen, bat im Sommer 1700 auf dem Amt aber | Vor 1700 trat eine solche Krise ein: <ref>LAV NRW OWL, L 21 Nr. 135</ref> Der langjährige Kötter Hermann Brink war 1697 verstorben, seine zweite Ehefrau und Witwe ließ im Folgejahr einen Kruse unbekannten Vornamens auf den Hof heiraten, der aber alsbald auch verstarb. Über das Schicksal der Frau ist nichts bekannt, sie tritt nicht weiter in Erscheinung, war offenbar auch verstorben. Auf dem Hof war nur die 1688 geborene Anerbin Catharina Margaretha Brink verblieben, über deren Zukunft und damit die Zukunft des Hofes sich ihre Vormünder Gees und Weeke Gedanken machten. Die Administration des Hofes hatte ihr Onkel Heinrich Brink eigentlich bis zu der Anerbin Volljährigkeit übernommen, bat im Sommer 1700 auf dem Amt aber um Entlastung von dieser Aufgabe krankheitshalber. In dieser Situation drängte zunächst Colon Stölting aus Müssen, mit der älteren Halbschwester der Anerbin verheiratet, auf die Verwalter-Nachfolge - dies gekoppelt mit Ehe-Planungen für seinen Sohn und die viel zu junge Anerbin. Gegen Stölting wandten sich die Geschwister des verstorbenen kurzzeitigen Kötters Kruse, der schließlich einen ansehnlichen Brautschatz auf den Hof gebracht habe. Familie Heißenberg gen. Alf in Pivitsheide, ebenfalls Verwandte, nutzte die labile Situation, um mit Nachdruck eine rückständigen Brautschatz einzufordern. Schließlich setzte sich Familie Erffling, Besitzer eines Hofes in Kachtenhausen, durch, deren Spross Johann Hermann Erffling 1703/04 die Anerbin heiratete und für die nächsten 37 Jahre „Brink wurde“. | ||
1765 trat Johann Berend Schapeler | 1765 trat Johann Berend Schapeler, der eigentlich Anerbe der Stätte Schapeler in der Senne war <ref>LAV NRW OWL, L 83 A, Nr. 12 S 140</ref>, die Nachfolge auf dem Hof Brink an und heiratete eine Nichte des abtretenden kinderlosen Kötterpaares. Neunzig Jahre später - 1855 - erhielt ein Neffe des abtretenden, gerade verwitweten kinderlosen Kötters den Hof per Schenkung. Er heiratete im Folgejahr eine Tochter von der Stätte Schapeler in der Senne, d. h. aus der anderseitigen Verwandtschaft des Schenkers. Dem jungen Kötter wurden dann in zwei Ehen zehn Kinder geboren, von denen das Älteste - Hermann Brink - 1897 den Hof übernahm und im Folgejahr heiratete, aber ebenfalls kinderlos blieb. Hermann Brink und Ehefrau verkauften den Hof 1911 an seinen jüngsten Halbbruder Fritz Brink. | ||
Im neunzehnten Jahrhundert besaßen eigentlich alle Hörster Stättenbesitzer ein Kolonat und hatten eine Hausnummer - nur Brink hatte zwei - er war zugleich Colon Nr. 8 und Nr. 16. Diese Besonderheit führte bei der Einrichtung des Hörster Grundbuches in den 1880er Jahren zu Irritationen.<ref>LAV NRW OWL, D 23 B Detmold, Lage Blatt 2568 I, S. 2 f</ref> In der obligatorischen Befragung, wie er zu seinem Hof bzw. hier Höfen gekommen sei, gab Johann Hermann Brink, geb. Brüning, an, einer seiner Vorgänger habe die uralte Kleinstätte Riesenberg Nr. 16 vor etwa hundert Jahren gekauft. Die Felder habe man vor langer Zeit zusammengelegt, weil diese so günstiger zu bewirtschaften seien. Er habe dann die damals sehr baufälligen Gebäude der Stätte Riesenberg um 1870 abreißen lassen. Die fehlende Genehmigung fürstl. Regierung zur Integration der Stätte Nr. 16 in den Hof Nr. 8 wurde dann erst nachträglich nach genauer Prüfung der Angelegenheit im Mai 1886 erteilt. | Im neunzehnten Jahrhundert besaßen eigentlich alle Hörster Stättenbesitzer ein Kolonat und hatten eine Hausnummer - nur Brink hatte zwei - er war zugleich Colon Nr. 8 und Nr. 16. Diese Besonderheit führte bei der Einrichtung des Hörster Grundbuches in den 1880er Jahren zu Irritationen.<ref>LAV NRW OWL, D 23 B Detmold, Lage Blatt 2568 I, S. 2 f</ref> In der obligatorischen Befragung, wie er zu seinem Hof bzw. hier Höfen gekommen sei, gab Johann Hermann Brink, geb. Brüning, an, einer seiner Vorgänger habe die uralte Kleinstätte Riesenberg Nr. 16 vor etwa hundert Jahren gekauft. Die Felder habe man vor langer Zeit zusammengelegt, weil diese so günstiger zu bewirtschaften seien. Er habe dann die damals sehr baufälligen Gebäude der Stätte Riesenberg um 1870 abreißen lassen. Die fehlende Genehmigung fürstl. Regierung zur Integration der Stätte Nr. 16 in den Hof Nr. 8 wurde dann erst nachträglich nach genauer Prüfung der Angelegenheit im Mai 1886 erteilt. | ||
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So erklärt es sich, das die Adresse/das Haus Hörste Nr. 16 im lipp. Adressbuch von 1901 fehlt. Als der abtretende Kötter Hermann Brink den Hof 1911 an seinen Bruder Fritz verkauft hatte, nahm er keine Leibzucht auf dem Hof Brink in Anspruch, sondern baute sich und seiner Frau ein ansehnliches Haus in Hörste „auf dem Kreuze“, wo er seinen Lebensabend verbrachte. Dieses Haus erhielt die alte, seit etwa 1870 faktisch und seit 1886 auch amtlich frei gewordene Hörster Hausnummer 16. | So erklärt es sich, das die Adresse/das Haus Hörste Nr. 16 im lipp. Adressbuch von 1901 fehlt. Als der abtretende Kötter Hermann Brink den Hof 1911 an seinen Bruder Fritz verkauft hatte, nahm er keine Leibzucht auf dem Hof Brink in Anspruch, sondern baute sich und seiner Frau ein ansehnliches Haus in Hörste „auf dem Kreuze“, wo er seinen Lebensabend verbrachte. Dieses Haus erhielt die alte, seit etwa 1870 faktisch und seit 1886 auch amtlich frei gewordene Hörster Hausnummer 16. | ||
Der Hof Brink ging nach dem Tode Fritz Brinks 1945 auf eine seiner vier Töchter über, wurde kurzzeitig von einem Schwiegersohn bewirtschaftet, dann 1951 Eigentum einer anderen Tochter und Jahrzehnte verpachtet. | Der Hof Brink ging nach dem Tode Fritz Brinks 1945 auf eine seiner vier Töchter über, wurde kurzzeitig von einem Schwiegersohn bewirtschaftet, dann 1951 Eigentum einer anderen Tochter und war Jahrzehnte verpachtet. | ||
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1897 - 1911 Hermann Friedrich Brink (1857 – 1938), ∞ 1898 Pauline Erfling ( | 1897 - 1911 <u>Hermann</u> Friedrich Brink (1857 – 1938), ∞ 1898 Pauline Erfling (1871 - 1946) von Wellentrup Nr. 1, verkauft den Hof Brink 1911 an seinen Halbbruder Fritz, verlässt den Hof und lebt als Rentner in Hörste Nr. 16 (a. d. Kreuze) | ||
Kinder: keine | Kinder: keine | ||