Blomberger Straße 65 (Spork-Eichholz): Unterschied zwischen den Versionen
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Graf Hermann Adolf gestattete 1662 seinem Trompeter Johann Winter gen. Falke, im Schoren einen Krug anzulegen.<ref>{{PreußAlterthümer1873}}, S. 25.</ref> Der Krug war, abgesehen von der Tranksteuer, lastenfrei. Über die Gründung kam es zum Streit zwischen Stadt und Landesherrschaft.<ref>LAV NRW OWL, L 18 / Stadt Detmold, Nr. 30: Streitigkeiten und Beschwerden [Irrungen und Gravamina] zwischen Stadt und Landesherrschaft, 1642-1668, 1721-1733, enthält u. a. Klage über den neu angelegten Krug im Schoren (Falkenkrug).</ref> Zwar hatte Falke ein Schankprivileg, durfte aber wie die anderen Krüger auf dem Land kein eigenes Bier brauen, sondern musste es aus Detmold oder Horn beziehen.<ref>{{PetersBaugeschichte1953}}, hier S. 144 f.</ref> Der Krug zählte ursprünglich zur Bauerschaft [[Spork-Eichholz|Spork]]. Aus dem Krug entwickelte sich später die Bierbrauerei Falkenkrug, seit 1872 Aktiengesellschaft (5 Jahre nach der Brauerei in der [[Palaisstraße 1 (C 158a) (Detmold)|Palaistraße]]).<ref>LAV NRW OWL, L 80.16 / Regierung/Landesregierung Lippe - Wirtschaftsabteilung, Nr. 864: Staatliche Genehmigung zur Errichtung von Aktiengesellschaften, 1860-1922.</ref> <ref>LAV NRW OWL, L 108 Detmold / Amt Detmold, Nr. Fach 30 Nr. 18 - Band: III: Veräußerung von Grundeigentum, Anlegung von Neuwohnerstätten etc. in der Bauerschaft Spork bei Detmold, 1867-1879, Nr. 49.) Verkauf der Brauerei Falkenkrug an die Aktiengesellschaft "Aktienbrauerei Falkenkrug", 1872.</ref> Am 16. Januar 1676 überwies Graf Simon Henrich zur Lippe seinem Hoftrompeter Johann Winter seinen in Schoren gelegenen Fischteich für 9 Mariengroschen jährlicher Rente.<ref>LAV NRW OWL, L 4 A / Stift St. Marien Lemgo, Nr. 657.</ref> | Graf Hermann Adolf gestattete 1662 seinem Trompeter Johann Winter gen. Falke, im Schoren einen Krug anzulegen.<ref>{{PreußAlterthümer1873}}, S. 25.</ref> Der Krug war, abgesehen von der Tranksteuer, lastenfrei. Über die Gründung kam es zum Streit zwischen Stadt und Landesherrschaft.<ref>LAV NRW OWL, L 18 / Stadt Detmold, Nr. 30: Streitigkeiten und Beschwerden [Irrungen und Gravamina] zwischen Stadt und Landesherrschaft, 1642-1668, 1721-1733, enthält u. a. Klage über den neu angelegten Krug im Schoren (Falkenkrug).</ref> Zwar hatte Falke ein Schankprivileg, durfte aber wie die anderen Krüger auf dem Land kein eigenes Bier brauen, sondern musste es aus Detmold oder Horn beziehen.<ref>{{PetersBaugeschichte1953}}, hier S. 144 f.</ref> Der Krug zählte ursprünglich zur Bauerschaft [[Spork-Eichholz|Spork]]. Aus dem Krug entwickelte sich später die Bierbrauerei Falkenkrug, seit 1872 Aktiengesellschaft (5 Jahre nach der Brauerei in der [[Palaisstraße 1 (C 158a) (Detmold)|Palaistraße]]).<ref>LAV NRW OWL, L 80.16 / Regierung/Landesregierung Lippe - Wirtschaftsabteilung, Nr. 864: Staatliche Genehmigung zur Errichtung von Aktiengesellschaften, 1860-1922.</ref> <ref>LAV NRW OWL, L 108 Detmold / Amt Detmold, Nr. Fach 30 Nr. 18 - Band: III: Veräußerung von Grundeigentum, Anlegung von Neuwohnerstätten etc. in der Bauerschaft Spork bei Detmold, 1867-1879, Nr. 49.) Verkauf der Brauerei Falkenkrug an die Aktiengesellschaft "Aktienbrauerei Falkenkrug", 1872.</ref> Am 16. Januar 1676 überwies Graf Simon Henrich zur Lippe seinem Hoftrompeter Johann Winter seinen in Schoren gelegenen Fischteich für 9 Mariengroschen jährlicher Rente.<ref>LAV NRW OWL, L 4 A / Stift St. Marien Lemgo, Nr. 657.</ref> | ||
Simon August Gausmann († 19.11.1856) übernahm den Falkenkrug 1808. Er hatte das Bierbrauen in Bayern gelernt und von dort das untergärige Brauen mit nach Detmold gebracht. Dieses benötigt während des Gärprozesses kühle Lagerräume, weshalb Gausmann in den 1830er Jahren ein System von Kellern unterhalb des Grundstücks auszuheben, der größte davon 40 Meter lang, 8 Meter breit und 5 Meter hoch. In den Kellergewölben überschritt auch im Sommer die Temperatur nicht die 9°-Marke. Zudem wurde ein Eiskeller angelegt, der in den Wintermonaten mit Eisblöcken gefüllt wurde. Krüger Gausmann ließ eine Kegelbahn und 1835 einen Felsenkeller zur Kühlung des Biers anlegen.<ref>LAV NRW OWL, L 108 Detmold / Amt Detmold, Nr. Fach 30 Nr. 18 - Band I: Veräußerung von Grundeigentum, Anlegung von Neuwohnerstätten etc. in der Bauerschaft Spork bei Detmold, 1767-1802, 1827-1847, Nr. 13.</ref> | Simon August Gausmann († 19.11.1856) übernahm den Falkenkrug 1808. Er hatte das Bierbrauen in Bayern gelernt und von dort das untergärige Brauen mit nach Detmold gebracht. Dieses benötigt während des Gärprozesses kühle Lagerräume, weshalb Gausmann in den 1830er Jahren ein System von Kellern unterhalb des Grundstücks auszuheben, der größte davon 40 Meter lang, 8 Meter breit und 5 Meter hoch. In den Kellergewölben überschritt auch im Sommer die Temperatur nicht die 9°-Marke. Zudem wurde ein Eiskeller angelegt, der in den Wintermonaten mit Eisblöcken gefüllt wurde. Krüger Gausmann ließ eine Kegelbahn und 1835 einen Felsenkeller zur Kühlung des Biers anlegen.<ref>LAV NRW OWL, L 108 Detmold / Amt Detmold, Nr. Fach 30 Nr. 18 - Band I: Veräußerung von Grundeigentum, Anlegung von Neuwohnerstätten etc. in der Bauerschaft Spork bei Detmold, 1767-1802, 1827-1847, Nr. 13.</ref> Erstmals im Salbuch der Vogtei Detmold von 1872 eingetragen: "Nr. 29 Gaussmann, Falkenkrüger. Besitzt 1 Wohnhaus, 1 Leibzucht, Krugwirtschaft und Brauereigerechtigkeit, einen Felsenkeller in der Mergelgrube, der ohne Genehmigung der fürstlichen Kammer nicht veräußert oder vom Falkenkruge getrennt werden darf. Übertragen am 28.7.1849.<ref>LAV NRW OWL, L 101 C I / Lippische Salbücher und Katasterbücher, Nr. 41: Salbuch der Vogtei Detmold von 1827, Bd. 1, 1827-1854 (1770, 1782, 1789), S. 919.</ref> Im folgenden Salbuch von 1854 lautet der Eintrag gleich; ergänzt wurde am 24.10.1872 der Verkauf an den Wirt Wilhelm Schöning sowie von diesem am 3.4.1888 an die Aktienbierbrauerei Falkenkrug.<ref>LAV NRW OWL, L 101 C I / Lippische Salbücher und Katasterbücher, Nr. 52: Salbuch der ehem. Vogtei Detmold von 1854, Bd. 1, 1854-1888 (1770).</ref> | ||
Gausmanns Witwe heiratete 1857 Karl Schmitz. Beide ließen von 1857 bis 1880 den benachbarten Gebäudekomplex der neuen [[Blomberger Straße 67 (Spork-Eichholz)|Brauerei Falkenkrug]] errichten.<ref>Heinz Lücke, Das Brauwesen in Lippe, in: Heimatland Lippe, Nr.7, Detmold 1985, S. 210–212.</ref> | |||
Die Gaststätte Falkenkrug war bis 1995 in Betrieb. 2014 brannte sie ab und wurde 2016 abgerissen. | Die Gaststätte Falkenkrug war bis 1995 in Betrieb. 2014 brannte sie ab und wurde 2016 abgerissen. | ||
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1808-1828 Krüger Simon Gausmann († 1828).<ref>LAV NRW OWL, L 85 / Geistliches Gericht in Lippe, Nr. 2934: Krüger Gausmann im Falkenkrug bei Detmold gegen den Pastor Vette in Meinberg, wegen einer Geldforderung, 1816.</ref> | 1808-1828 Krüger Simon Gausmann († 1828).<ref>LAV NRW OWL, L 85 / Geistliches Gericht in Lippe, Nr. 2934: Krüger Gausmann im Falkenkrug bei Detmold gegen den Pastor Vette in Meinberg, wegen einer Geldforderung, 1816.</ref> | ||
1828–19.11.1856 Simon August Gausmann (Sohn des vorigen). | 1828–19.11.1856 Simon August Gausmann (Sohn des vorigen). | ||
ab 1857 Witwe Gausmann und ihr zweiter Ehemann Karl Schmitz († 1874).<ref>LAV NRW OWL, L 108 Schwalenberg / Amt Schwalenberg, Nr. 1110: Witwe des Brauereibesitzers Karl Schmitz aus Detmold gegen den Wirt H. Kreyenmeier aus Schwalenberg wegen Schuldforderung, 1874-1875.</ref> | ab 1857 Witwe Gausmann und ihr zweiter Ehemann Karl Schmitz († 1874).<ref>LAV NRW OWL, L 108 Schwalenberg / Amt Schwalenberg, Nr. 1110: Witwe des Brauereibesitzers Karl Schmitz aus Detmold gegen den Wirt H. Kreyenmeier aus Schwalenberg wegen Schuldforderung, 1874-1875.</ref> | ||
ab 1872 Wirt Wilhelm Schöning. | |||
[https://lippelex.de/index.php?title=Müller,_Ludwig_(1859-1920) Ludwig Müller] (* 1859 in Blomberg; † 13. August 1920 in | ab 1888 Eigentümerin: Aktienbierbrauerei Falkenkrug. Direktor war [https://lippelex.de/index.php?title=Müller,_Ludwig_(1859-1920) Ludwig Müller] (* 1859 in Blomberg; † 13. August 1920 in Essen-Borbeck). | ||
1901 Eigentümer: Aktien-Bierbrauerei Falkenkrug; Bewohner*innen: Robert Schäfer, Gastwirt.<ref>{{LippeAdressbuch1901}}, S. 224.</ref> | 1901 Eigentümer: Aktien-Bierbrauerei Falkenkrug; Bewohner*innen: Robert Schäfer, Gastwirt.<ref>{{LippeAdressbuch1901}}, S. 224.</ref> | ||
1908–1929 [https://lippelex.de/index.php?title=Karstens,_Carl_(-1929) Carl Karstens] (* ca 1869 in Hamburg; † 28. Juli 1929 in Detmold) war seit 1.4.1908 Direktor der Falkenkrug-Aktiengsellschaft, also Direktor der Falkenkrug-Brauerei. Zuvor Direktor der Hildesheimer Aktienbrauerei und der Kaiserbrauerei in Hannover-Ricklingen. | |||
1914 Robert Schäfer, Restaurateur.<ref>{{DetmoldAdressbuch1914}}, S. 63.</ref> | |||
1916 Robert Schäfer, Restaurateur.<ref>{{DetmoldAdressbuch1916}}, S. 112.</ref> | |||
1918 Robert Schäfer, Restaurateur zum Falkenkrug.<ref>{{DetmoldAdressbuch1918}}, S. 83.</ref> | |||
1920 Robert Schäfer, Restaurateur zum Falkenkrug.<ref>{{DetmoldAdressbuch1920}}, S. 123.</ref> | |||
1923 Robert Schäfer, Wirt.<ref>{{DetmoldAdressbuch1923}}, S. 78.</ref> | |||
1925 Robert Schäfer, Restauration zum Falkenkrug.<ref>{{DetmoldAdressbuch1925}}, S. 197.</ref> | |||
1926 Aktienbierbrauerei Falkenkrug; Carl Karstens, Direktor; Doris Hagemeister, Witwe; Lina Due, Stütze; Julius Klein, Braumeister; Ernst Arens, Maschinenmeister.<ref>{{LippeAdressbuch1926}}, S. 705.</ref> | 1926 Aktienbierbrauerei Falkenkrug; Carl Karstens, Direktor; Doris Hagemeister, Witwe; Lina Due, Stütze; Julius Klein, Braumeister; Ernst Arens, Maschinenmeister.<ref>{{LippeAdressbuch1926}}, S. 705.</ref> | ||