Blomberger Straße 67 (Spork-Eichholz): Unterschied zwischen den Versionen
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Der Komplex der Bierbrauerei Falkenkrug entwickelte sich aus dem älteren benachbarten [[Blomberger Straße 65 (Spork-Eichholz)|Falkenkrug]], in dem auch schon Bier gebraut wurde. Seit 1872 Aktiengesellschaft (5 Jahre nach der Brauerei in der [[Palaisstraße 1 (C 158a) (Detmold)|Palaistraße]]).<ref>LAV NRW OWL, L 80.16 / Regierung/Landesregierung Lippe - Wirtschaftsabteilung, Nr. 864: Staatliche Genehmigung zur Errichtung von Aktiengesellschaften, 1860-1922.</ref> <ref>LAV NRW OWL, L 108 Detmold / Amt Detmold, Nr. Fach 30 Nr. 18 - Band: III: Veräußerung von Grundeigentum, Anlegung von Neuwohnerstätten etc. in der Bauerschaft Spork bei Detmold, 1867-1879, Nr. 49.) Verkauf der Brauerei Falkenkrug an die Aktiengesellschaft "Aktienbrauerei Falkenkrug", 1872.</ref> Am 16. Januar 1676 überwies Graf Simon Henrich zur Lippe seinem Hoftrompeter Johann Winter seinen | Der Komplex der Bierbrauerei Falkenkrug entwickelte sich aus dem älteren benachbarten [[Blomberger Straße 65 (Spork-Eichholz)|Falkenkrug]], in dem auch schon Bier gebraut wurde. Seit 1872 Aktiengesellschaft (5 Jahre nach der Brauerei in der [[Palaisstraße 1 (C 158a) (Detmold)|Palaistraße]]).<ref>LAV NRW OWL, L 80.16 / Regierung/Landesregierung Lippe - Wirtschaftsabteilung, Nr. 864: Staatliche Genehmigung zur Errichtung von Aktiengesellschaften, 1860-1922.</ref> <ref>LAV NRW OWL, L 108 Detmold / Amt Detmold, Nr. Fach 30 Nr. 18 - Band: III: Veräußerung von Grundeigentum, Anlegung von Neuwohnerstätten etc. in der Bauerschaft Spork bei Detmold, 1867-1879, Nr. 49.) Verkauf der Brauerei Falkenkrug an die Aktiengesellschaft "Aktienbrauerei Falkenkrug", 1872.</ref> Am 16. Januar 1676 überwies Graf Simon Henrich zur Lippe seinem Hoftrompeter Johann Winter seinen im Schoren gelegenen Fischteich für 9 Mariengroschen jährlicher Rente.<ref>LAV NRW OWL, L 4 A / Stift St. Marien Lemgo, Nr. 657.</ref> | ||
Geschaffen wurde die neue Brauerei durch die Witwe des Simon August Gausmann († 19.11.1856) und ihren zweiten | Geschaffen wurde die neue Brauerei durch die Witwe des Simon August Gausmann († 19.11.1856) und ihren zweiten Ehemann Karl Schmitz. Beide ließen von 1857 bis 1880 den Gebäudekomplex der Brauerei Falkenkrug errichten.<ref>Heinz Lücke, Das Brauwesen in Lippe, in: Heimatland Lippe, Nr.7, Detmold 1985, S. 210–212.</ref> | ||
Stromanschluss 1906.<ref>LAV NRW OWL, L 109 Detmold / Verwaltungs- und Landratsamt Detmold, Nr. 731: Elektrische Licht- und Kraftanlagen im Amt Detmold / Spezialia (Anschluss von Ortschaften und Betrieben an das Stromnetz, 1905-1927, enthält u. a. Brauerei Falkenkrug, 1906.</ref> | Stromanschluss 1906.<ref>LAV NRW OWL, L 109 Detmold / Verwaltungs- und Landratsamt Detmold, Nr. 731: Elektrische Licht- und Kraftanlagen im Amt Detmold / Spezialia (Anschluss von Ortschaften und Betrieben an das Stromnetz, 1905-1927, enthält u. a. Brauerei Falkenkrug, 1906.</ref> | ||
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Als Baudenkmal eingetragen in die Denkmalliste der Stadt Detmold am 13.12.1985, Nr. A 145. | Als Baudenkmal eingetragen in die Denkmalliste der Stadt Detmold am 13.12.1985, Nr. A 145. | ||
Im Mai 1987 Kauf des Gelände der Brauerei durch den Waldorfschul-Verein für 1,3 Millionen DM, im April 1990 Beginn des Schulbetriebs in der ehem. Brauerei.<ref>{{SchmidtJahre2009}}, S. 48.</ref> Abbruch der alten Schuppen im Sommer 1997. 2021 Neubau einer Sporthalle. | Im Mai 1987 Kauf des Gelände der Brauerei durch den Waldorfschul-Verein für 1,3 Millionen DM, im April 1990 Beginn des Schulbetriebs in der ehem. Brauerei.<ref>{{SchmidtJahre2009}}, S. 48.</ref> Abbruch der alten Schuppen im Sommer 1997. 2021 Neubau einer Sporthalle anstelle der abgebrochenen Gaststätte Falkenkrug (Blomberger Straße 65). | ||
==Gebäude== | ==Gebäude== | ||
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"Der auch heute noch fast unverändert erhaltene Gebäudekomplex entstand zwischen 1857 und 1880. Er zeigt sich zur Talseite mit altem Sud-, Brau- und Wohnhaus sowie dem mächtigen, auf quadratischem Grundriss errichteten Malzhaus, überragt von einem hohen Schornstein. Die Gebäude bestehen überwiegend aus Bruchstein mit Fenster- und Türgewänden sowie Ziergesimsen in Sandstein bzw. Backstein (Mälzhaus). Die Architektur bedient sich in wesentlichen Teilen der neugotischen Formensprache. Durch Rückgriff auf das Burgenmotiv erhält dieser Teil der Anlage einen repräsentativen sowie wehrhaften Charakter. Neben zahlreichen Erweiterungsbauten erfolgte 1911 nochmals eine nennenswerte Erweiterung der Anlage. Rückwärtig an das Mälzhaus zur Blomberger Straße hin wurden ein neues Sudhaus, ein Maschinenhaus sowie ein Eishaus angebaut. Dieser Bauabschnitt bildet eine eigene architektonische Einheit. Die Gebäude sind verputzt und zeigen Zierelemente in Bruch- und Backstein. Das die beiden anderen Bauteile überragende neue Sudhaus wird auf seiner Nordseite von einem steinernen Falken, welcher einen Krug in seinen Fängen hält, bekrönt. Bis heute ist die Entstehungsgeschichte der Falkenkrugbrauerei an den einzelnen Bauteilen ablesbar geblieben."<ref>Stadt Detmold, Untere Denkmalbehörde, Denkmalkartei.</ref> | "Der auch heute noch fast unverändert erhaltene Gebäudekomplex entstand zwischen 1857 und 1880. Er zeigt sich zur Talseite mit altem Sud-, Brau- und Wohnhaus sowie dem mächtigen, auf quadratischem Grundriss errichteten Malzhaus, überragt von einem hohen Schornstein. Die Gebäude bestehen überwiegend aus Bruchstein mit Fenster- und Türgewänden sowie Ziergesimsen in Sandstein bzw. Backstein (Mälzhaus). Die Architektur bedient sich in wesentlichen Teilen der neugotischen Formensprache. Durch Rückgriff auf das Burgenmotiv erhält dieser Teil der Anlage einen repräsentativen sowie wehrhaften Charakter. Neben zahlreichen Erweiterungsbauten erfolgte 1911 nochmals eine nennenswerte Erweiterung der Anlage. Rückwärtig an das Mälzhaus zur Blomberger Straße hin wurden ein neues Sudhaus, ein Maschinenhaus sowie ein Eishaus angebaut. Dieser Bauabschnitt bildet eine eigene architektonische Einheit. Die Gebäude sind verputzt und zeigen Zierelemente in Bruch- und Backstein. Das die beiden anderen Bauteile überragende neue Sudhaus wird auf seiner Nordseite von einem steinernen Falken, welcher einen Krug in seinen Fängen hält, bekrönt. Bis heute ist die Entstehungsgeschichte der Falkenkrugbrauerei an den einzelnen Bauteilen ablesbar geblieben."<ref>Stadt Detmold, Untere Denkmalbehörde, Denkmalkartei.</ref> | ||
Von Süden, aus dem Werretal, | Von Süden, aus dem Werretal, beherrschen das mächtige, quadratische Mälzhaus von 1860 mit dem zentralen, viereckigen Schornstein sowie das alte Sud-, Brau- und Wohnhaus, erbaut 1857/58, mit einem Aussichtsturm die Landschaft. An der Rückseite des Mälzhauses, zur Blomberger Straße hin, wurden 1911 das neue Sudhaus, das Maschinenhaus und der Eiskeller angebaut. Auf den Brauereinamen weist die Skulptur eines steinernen Falken mit einem Krug in den Fängen dem Dach des Neuen Sudhauses hin. | ||
[[Datei:Falkenkrug-Lageplan.jpg|thumb|Lageplan der Falkenkrugbrauerei: 1 Altes Stallgebäude, vor 1880; 2 Wohnhausanbau, 1880er Jahre; 3 Treppenhausvorbau, 1880er Jahre; 4 Wohn- und Brauhaus, 1857/58; 5 Aussichtsturm, 1857/58; 6 Brauhaus, 1857/58; 7 Altes Sudhaus, 1857/58; 8 Zwischenbau, nach 1860; 9 Malzdarre, nach 1860; 10 Windfang und Treppe, 1911; 11 Neues Sudhaus, 1911; 12 Maschinenhaus, 1911; 13 Eishaus, 1911; 14 Kühlschiffhaus, Baujahr unbekannt; 15 Elektrizitätshaus, 1906; 16 Oberirdischer Doppelkeller, 1896/97; 17 Oberirdischer Lagerkeller, 1896/97; 18 Oberirdischer Lagerkeller, vor 1880; 19 Oberirdischer Gärkeller, nach 1880; 20 Anbau, 1896; 21 Garagen, vor 1934; 22 Wärterhaus, um 1920 (Plan Stadt Detmold, Untere Denkmalbehörde, Denkmalkartei]] | [[Datei:Falkenkrug-Lageplan.jpg|thumb|Lageplan der Falkenkrugbrauerei: 1 Altes Stallgebäude, vor 1880; 2 Wohnhausanbau, 1880er Jahre; 3 Treppenhausvorbau, 1880er Jahre; 4 Wohn- und Brauhaus, 1857/58; 5 Aussichtsturm, 1857/58; 6 Brauhaus, 1857/58; 7 Altes Sudhaus, 1857/58; 8 Zwischenbau, nach 1860; 9 Malzdarre, nach 1860; 10 Windfang und Treppe, 1911; 11 Neues Sudhaus, 1911; 12 Maschinenhaus, 1911; 13 Eishaus, 1911; 14 Kühlschiffhaus, Baujahr unbekannt; 15 Elektrizitätshaus, 1906; 16 Oberirdischer Doppelkeller, 1896/97; 17 Oberirdischer Lagerkeller, 1896/97; 18 Oberirdischer Lagerkeller, vor 1880; 19 Oberirdischer Gärkeller, nach 1880; 20 Anbau, 1896; 21 Garagen, vor 1934; 22 Wärterhaus, um 1920 (Plan Stadt Detmold, Untere Denkmalbehörde, Denkmalkartei]] | ||
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Ludwig Becker, Der Falkenkrug (bei Detmold) und seine Gäste, in: Teutoburger Blätter. - 2 (1921),37 vom 15.9 (LLB, LZ 67.2°-2(1921),37) | Ludwig Becker, Der Falkenkrug (bei Detmold) und seine Gäste, in: Teutoburger Blätter. - 2 (1921),37 vom 15.9 (LLB, LZ 67.2°-2(1921),37) | ||
Spork-Eichholz. Die Chronik eines Hagendorfes, einer Straßenköttersiedlung und des Falkenkruges [1358-1958], Spork-Eichholz 1959 (LLB, ZXSS 111). | Eduard Pfeil, Spork-Eichholz. Die Chronik eines Hagendorfes, einer Straßenköttersiedlung und des Falkenkruges [1358-1958], Spork-Eichholz 1959 (LLB, ZXSS 111). | ||
Falkenkrug. Die Geschichte des Falkenkruges bis zur Bildung der AG, in: Detmolder Landfrauen erzählen. Berichte von ihren Höfen und aus ihren Dörfern - einst und jetzt, Detmold,1986, S. 482 (LLB, 18 L 3360). | Falkenkrug. Die Geschichte des Falkenkruges bis zur Bildung der AG, in: Detmolder Landfrauen erzählen. Berichte von ihren Höfen und aus ihren Dörfern - einst und jetzt, Detmold,1986, S. 482 (LLB, 18 L 3360). | ||
Jana Beckmann, Vermesser finden alten Eiskeller-Zugang. Falkenkrug: Unter der früheren Brauerei gibt es riesige Gewölbe; das ursprüngliche Eingangsportal wurde irgendwann zugemauert und verschüttet; wo genau es sich befindet war lange ein Rätsel - bis gestern, in: Lippische Landes-Zeitung | Jana Beckmann, Vermesser finden alten Eiskeller-Zugang. Falkenkrug: Unter der früheren Brauerei gibt es riesige Gewölbe; das ursprüngliche Eingangsportal wurde irgendwann zugemauert und verschüttet; wo genau es sich befindet war lange ein Rätsel - bis gestern, in: Lippische Landes-Zeitung vom 27.11.2015, S. 9, https://www.lz.de/lippe/detmold/20637050_Eiskeller-Zugang-am-Falkenkrug-entdeckt.html | ||
==Quellen== | ==Quellen== | ||