Kolonat 66 (Haustenbeck): Unterschied zwischen den Versionen

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Die Stätte Walter wurde 1787 gegründet. Sie lag in der [[Randsiedlung (Haustenbeck)|Randsiedlung]].<ref>{{SprengerHaustenbeck1939}}, S. 200 ff.</ref>
Die Stätte Walter wurde 1787 gegründet. Sie lag in der [[Randsiedlung (Haustenbeck)|Randsiedlung]].<ref>{{SprengerHaustenbeck1939}}, S. 200 ff.</ref>
==Geschichte==
==Geschichte==
Johann Jobst Walter (1749-1816) war seit 1768 war er verheiratet mit Catharine Ilsebein Sprenger (1739-1815) aus Berlebeck.  
[[Datei:66 Haustenbeck-Walter.jpg|mini|Das ehemalige Kolonat 66 in Haustenbeck, bereits mit militärischer Hausnummer 194, 1940, Sammlung Walter Göbel.]]
Jozhann Jobst Walter war zunächst Colon, später Leibzüchter auf der [[Kolonat 35 (Haustenbeck)|Stätte Nr. 35]] in Haustenbeck gewesen.  
Johann Jobst Walter (1749-1816) war seit 1768 war er verheiratet mit Catharine Ilsebein Sprenger (1739-1815) aus Berlebeck. Johann Jobst Walter war Leibzüchter auf der [[Kolonat 35 (Haustenbeck)|Stätte Nr. 35]] in Haustenbeck gewesen.  
Am 26.3.1787 stellte er einen Bauantrag und gründete zusammen mit seiner Frau die Stätte Nr. 66 in Haustenbeck. Bereits zehn Jahre später (1797) übergab er die Stätte an Johann Henrich Christian Walter (1775-1849).<ref>Forschungen Walter Göbel.</ref>
 
Am 26.3.1787 stellte er einen Bauantrag und gründete zusammen mit seiner Frau die Stätte Nr. 66 in Haustenbeck.<ref>Forschungen Walter Göbel.</ref> Kolon Walter bezog 1791 für 25 Reichstaler Dachziegel vom Ziegelofen in Oesterholz, kann aber nicht zahlen. Im Jahr 1792 werden ihm deswegen  eine Kuh und 1 Rind gepfändet.<ref>Kartei Hans Sprenger.</ref>
Bereits zehn Jahre später (1797) übergab er die Stätte an Johann Henrich Christian Walter (1775-1849).<ref>Forschungen Walter Göbel.</ref>


Henrich Christian Walter heiratete am 26. November 1797 Anne Marie Elisabeth Berkenkamp aus aus dem Kirchspiel Oerlinghausen. Die Ehefrau war im preußischen Teil der Senne aufgewachsen und brachte vor der Eheschließung einen Freibrief des Amtes Sparrenberg bei.<ref>Forschungen Walter Göbel.</ref>
Henrich Christian Walter heiratete am 26. November 1797 Anne Marie Elisabeth Berkenkamp aus aus dem Kirchspiel Oerlinghausen. Die Ehefrau war im preußischen Teil der Senne aufgewachsen und brachte vor der Eheschließung einen Freibrief des Amtes Sparrenberg bei.<ref>Forschungen Walter Göbel.</ref>


Bereits nach sechs Jahren Bewirtschaftung der Stätte wurde am 12. November 1803 wegen hoher Verschuldung ein Konkursverfahren eingeleitet. Ein erster Versteigerungstermin fand am 7. Dezember 1803 statt. Johann Hermann Eikermann von der Stätte Nr. 59 in Haustenbeck war mit 510 Reichstalern Meistbietender, verkauft wurde die Stätte zunächst jedoch noch nicht. Als aber auch beim zweiten Termin am 25. Januar 1804 kein höheres Gebot erzielt wurde, erhielt Johann Hermann Eikermann den Zuschlag. Die 510 Reichstaler musste er in Silbermünzen hinterlegen.<ref>Forschungen Walter Göbel.</ref>
1803 war Kolon Walter völlig verschuldet. Als der Untervogt zur Eintreibung der Schulden kommen wollte, hatte Walter das ganze Haus vorher geräumt.<ref>Kartei Hans Sprenger.</ref>
Daraufhin wurde die Versteigerung der Stätte angeordnet und am 12. November 1803 wegen hoher Verschuldung ein Konkursverfahren eingeleitet. Ein erster Versteigerungstermin fand am 7. Dezember 1803 statt. Johann Hermann Eikermann von der Stätte Nr. 59 in Haustenbeck war mit 510 Reichstalern Meistbietender, verkauft wurde die Stätte zunächst jedoch noch nicht. Als aber auch beim zweiten Termin am 25. Januar 1804 kein höheres Gebot erzielt wurde, erhielt Johann Hermann Eikermann den Zuschlag. Die 510 Reichstaler musste er in Silbermünzen hinterlegen.<ref>Forschungen Walter Göbel.</ref>


Johann Hermann Eikermann hatte die Stätte nicht für sich selbst, sondern für seinen ältesten Sohn Johann Henrich erworben. Johann Henrich wurde mit Datum seiner Heirat am 10.8.1809 als Stättebesitzer eingetragen und führte nun den Stättenamen Walter.<ref>Forschungen Walter Göbel.</ref>
Johann Hermann Eikermann hatte die Stätte nicht für sich selbst, sondern für seinen ältesten Sohn Johann Henrich erworben. Johann Henrich wurde mit Datum seiner Heirat am 10.8.1809 als Stättebesitzer eingetragen und führte nun den Stättenamen Walter.<ref>Forschungen Walter Göbel.</ref>
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Am 17. Juli 1815 errichtete Johann Henrich ein neues Haus auf der Stätte (s. Inschrift).
Am 17. Juli 1815 errichtete Johann Henrich ein neues Haus auf der Stätte (s. Inschrift).
Die Stätte blieb bis 1940 im Familienbesitz.
Die Stätte blieb bis 1940 im Familienbesitz.
Im Jahr 1828 lebte Frau Walter mit vier Söhnen, drei Töchtern (zwei Jungen und zwei Mädchen waren noch keine 14 Jahre alt) und einem Dienstboten auf der Stätte.<ref>L 92 Z Nr. 1451, S. 210.</ref>


Bei der Auflösung des Dorfes wurde das Haus Nr. 66 wie die anderen Häuser der [[Randsiedlung (Haustenbeck)|Randsiedlung]]  noch nicht sofort geräumt. Die Besitzer konnten ihre Häuser vorübergehend weiterhin bewohnen.<ref>Walter Göbel in {{PiesczekTruppenübungsplatz1994}},  S. 54 ff</ref>
Bei der Auflösung des Dorfes wurde das Haus Nr. 66 wie die anderen Häuser der [[Randsiedlung (Haustenbeck)|Randsiedlung]]  noch nicht sofort geräumt. Die Besitzer konnten ihre Häuser vorübergehend weiterhin bewohnen.<ref>Walter Göbel in {{PiesczekTruppenübungsplatz1994}},  S. 54 ff</ref>